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Bereits im Jahr 1998 hat Mitchell Corporation ein nettes Puzzle-Spiel
mit dem Namen "Puzz Loop" in die Spielhallen gestellt, bei
dem man es als geneigter Spieler mit Unmengen an vorrückenden bunten
Kugeln auf einer spiralartigen Bahn zu tun hatte. Dieses sehr nette
Spielprinzip hat aber mit Sicherheit nicht ganz so viele Puzzle-Spieler
erreicht wie erhofft, denn Spielhallen sind nicht unbedingt das beste
Sprungbrett für Puzzle-Spiele und zudem sind sie, global betrachtet,
kontinuierlich immer seltener geworden. Das gleiche gilt natürlich
auch für den Arcade-Nachfolger aus dem Jahre 2001. Zum Glück
wurde dieses Spielprinzip aber mehrere Jahre später erneut von
Mitchell aufgegriffen und auf dem kleinen Nintendo DS herausgebracht,
so dass nun jeder Puzzle-Liebhaber die Gelegenheit haben sollte sich
ausgiebig mit diesem Spiel befassen zu können. In den USA kennt
man diese Neuveröffentlichung unter dem Namen "Magnetica"
und bei uns in Europa heißt sie "Actionloop". Als Europäer
besitze ich natürlich die PAL-Fassung, daher werde ich in diesem
Bericht den mir geläufigeren Namen "Actionloop" verwenden.
Als erstes gehe ich etwas genauer auf das schon kurz angesprochene
Spielprinzip von "Actionloop" ein, das ziemlich simpel und
schnell erklärt ist und nach nur einer kurzen Einspielphase sofort
ins Blut übergeht. Auf einer vorgegebenen Bahn, an deren Ende eine
Öffnung vorhanden ist, rollen permanent, eng aneinander gereiht,
bunte Kugeln, die es natürlich aufzuhalten gilt, denn erreicht
auch nur eine einzige Kugel das Ende der Bahn, ist das Spiel vorbei.
Um dies zu verhindern, müssen die Kugeln in Luft aufgelöst
werden, was durch eine Aneinanderreihung von mindestens drei gleichfarbigen
Kugeln geschieht, wie schon bei vielen anderen ähnlichen Puzzle-Spielen.
Dazu schießt man von einer Abschussrampe aus neue Kugeln in bzw.
auf die Bahn, und das natürlich möglichst so geschickt, dass
durch die so genannten Kettencombos gleich eine große Anzahl der
anrückenden Kugeln auf einen Schlag aufgelöst wird. Die Kettencombos
basieren auf der Eigenschaft der Anziehungskraft gleichfarbiger Kugeln
(woraus wohl der englische Titel "Magnetica" abgeleitet wurde).
Löst man z.B. drei gelbe Kugeln, die links und rechts jeweils an
zwei rote Kugeln angrenzen, auf, so ziehen sich die roten Kugeln an
und verschwinden bei Kontakt ebenfalls sofort. Das ganze Prozedere erfordert
natürlich Präzision und Timing, damit die mit dem Touchpen
von der Abschussrampe aus weggeschnippten Kugeln, wie es im Booklet
so schön heißt, in die gewünschte Richtung fliegen und
auch die richtigen sich stets in Bewegung befindenden Kugeln auf der
Bahn treffen. Mit etwas Übung wird man aber schnell feststellen,
dass das Spielprinzip von "Actionloop" eigentlich nur auf
ein so geniales Touchscreen unterstützendes System wie den Nintendo
DS gewartet hat, denn so schnell wie mit dem Touchpen kann man mit dem
Steuerkreuz gar nicht reagieren.
Abgesehen vom Einzel- oder Multi-Karten Zweispieler- bzw. Kampf-Modus,
bei dem die so genannten Blockierer ins Spiel kommen, bietet "Actionloop"
drei verschiedene Einzelspieler-Modi, die auf jeden Fall für einen
lange anhaltenden Spielspaß sorgen.
Marathon-Modus:
Hier kämpft man gegen eine sich endlos auf der Bahn dahinschiebende
Kugelmasse an, bis man den 99. Level meistert. Und je weiter man kommt,
desto höher ist die Geschwindigkeit und desto mehr Farben verwirren
das Auge. Alle zehn Level taucht als hilfreiche Unterstützung eine
Polychrombombe auf der Abschussrampe auf, die alle Kugeln der getroffenen
Farbe auf der gesamten Bahn in Luft auflöst. Im Gegenzug schiebt
aber nun eine den Erfolg gefährdende Rakete die Kugeln noch schneller
nach vorne in Richtung der gefährlichen Öffnung am Ende der
Bahn. Für diesen Modus gibt es mehrere unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.
Denksport-Modus:
Mein persönlicher Favorit! Es müssen 60 verschiedene Levels
bzw. Missionen von einer bestimmten Anzahl an Kugeln gesäubert
werden. Dieser Modus zeigt das Spiel von seiner abwechslungsreichsten
Seite, denn hier gibt es immer anders verlaufende, durch Weichen verbundene
und sogar mehrere Bahnen wie auch Abschussrampen aufweisende Levels
sowie viele Hindernisse wie z.B. die Flugrichtung verfälschenden
Wind, schwarze und weiße Löcher, die Sicht versperrende Rauchwolken
oder sich bewegende Barrieren. Dies alles sorgt im Zusammenhang einfach
nur für Action pur! Es gibt aber nicht nur Erschwernisse sondern
auch einige Hilfsgegenstände, welche z.B. die Kugeln kurzzeitig
anhalten oder sie sogar rückwärts rollen lassen können
und eine kleine taktische Note in das schnelle und sehr flüssige
Spielgeschehen integrieren. Alle zehn Levels gibt es abwechselnd einen
Bosskampf oder eine Bonusrunde. Beide sind aber weder richtig interessant
noch wirklich schwer. Und es existiert ein einfaches Bewertungssystem.
Je nachdem wie gut man war, bekommt man nach dem erfolgreichen Abschluss
eines jeden Levels eine, ich nenne es mal jetzt so, Bronze-, Silber-
oder Goldmedaille. Erreicht man überall Gold, winkt eine Überraschung.
Schachmatt-Modus:
Dieser Modus spricht alle Denker an, die gerne Grübeln und mit
wenigen Kugeln bzw. Zügen die Bahn von den aufgebauten Kugeln leeren
können. Hier findet man wirklich harte Nüsse, die die Gehirnzellen
zum Rauchen bringen. Dieser Modus umfasst ebenfalls 60 Levels.
Positiv ins Gewicht fällt noch das mitgelieferte Rumble Pak, welches
im Slot für Game Boy Advance-Spiele platziert wird und das Spielgefühl
verstärkt. Wenn man an dessen Stelle "Polarium Advance"
hineinsteckt, schaltet man neue Spielsteine und Level im GBA-Spiel frei.
Eine wirklich feine Sache!
Nun habe ich alles Wichtige zu diesem Spiel gesagt. "Actionloop"
macht einfach nur einen Heidenspaß, wenn man sich auf dieses schnelle
Spielprinzip einlässt. Das ganze Spaßpaket wurde zudem in
eine sehr ansehnliche, etwas metallisch und somit futuristisch wirkende
Grafik eingebettet und überzeugt zudem mit einer fetzigen, nie
nervenden Sound- und Musikkulisse, so dass es einen nahezu perfekten
Eindruck hinterlässt. Negativ ist lediglich der doch ein wenig
zu kurz geratene Umfang, zumindest für mein Empfinden, habe ich
die Levels doch regelrecht verschlungen. Etwas ärgerlich ist noch
die Tatsache, dass die gespeicherten Highscores nicht mit Namen oder
Initialen versehen werden können. Ich hoffe jedoch, dass es eine
Fortsetzung von "Actionloop" geben wird, deshalb hebe ich
mir das TOP-Prädikat für diese auf.
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