Actionloop / Magnetica
Puzzle


Lyrion
August 08

 


Bereits im Jahr 1998 hat Mitchell Corporation ein nettes Puzzle-Spiel mit dem Namen "Puzz Loop" in die Spielhallen gestellt, bei dem man es als geneigter Spieler mit Unmengen an vorrückenden bunten Kugeln auf einer spiralartigen Bahn zu tun hatte. Dieses sehr nette Spielprinzip hat aber mit Sicherheit nicht ganz so viele Puzzle-Spieler erreicht wie erhofft, denn Spielhallen sind nicht unbedingt das beste Sprungbrett für Puzzle-Spiele und zudem sind sie, global betrachtet, kontinuierlich immer seltener geworden. Das gleiche gilt natürlich auch für den Arcade-Nachfolger aus dem Jahre 2001. Zum Glück wurde dieses Spielprinzip aber mehrere Jahre später erneut von Mitchell aufgegriffen und auf dem kleinen Nintendo DS herausgebracht, so dass nun jeder Puzzle-Liebhaber die Gelegenheit haben sollte sich ausgiebig mit diesem Spiel befassen zu können. In den USA kennt man diese Neuveröffentlichung unter dem Namen "Magnetica" und bei uns in Europa heißt sie "Actionloop". Als Europäer besitze ich natürlich die PAL-Fassung, daher werde ich in diesem Bericht den mir geläufigeren Namen "Actionloop" verwenden.

Als erstes gehe ich etwas genauer auf das schon kurz angesprochene Spielprinzip von "Actionloop" ein, das ziemlich simpel und schnell erklärt ist und nach nur einer kurzen Einspielphase sofort ins Blut übergeht. Auf einer vorgegebenen Bahn, an deren Ende eine Öffnung vorhanden ist, rollen permanent, eng aneinander gereiht, bunte Kugeln, die es natürlich aufzuhalten gilt, denn erreicht auch nur eine einzige Kugel das Ende der Bahn, ist das Spiel vorbei. Um dies zu verhindern, müssen die Kugeln in Luft aufgelöst werden, was durch eine Aneinanderreihung von mindestens drei gleichfarbigen Kugeln geschieht, wie schon bei vielen anderen ähnlichen Puzzle-Spielen. Dazu schießt man von einer Abschussrampe aus neue Kugeln in bzw. auf die Bahn, und das natürlich möglichst so geschickt, dass durch die so genannten Kettencombos gleich eine große Anzahl der anrückenden Kugeln auf einen Schlag aufgelöst wird. Die Kettencombos basieren auf der Eigenschaft der Anziehungskraft gleichfarbiger Kugeln (woraus wohl der englische Titel "Magnetica" abgeleitet wurde). Löst man z.B. drei gelbe Kugeln, die links und rechts jeweils an zwei rote Kugeln angrenzen, auf, so ziehen sich die roten Kugeln an und verschwinden bei Kontakt ebenfalls sofort. Das ganze Prozedere erfordert natürlich Präzision und Timing, damit die mit dem Touchpen von der Abschussrampe aus weggeschnippten Kugeln, wie es im Booklet so schön heißt, in die gewünschte Richtung fliegen und auch die richtigen sich stets in Bewegung befindenden Kugeln auf der Bahn treffen. Mit etwas Übung wird man aber schnell feststellen, dass das Spielprinzip von "Actionloop" eigentlich nur auf ein so geniales Touchscreen unterstützendes System wie den Nintendo DS gewartet hat, denn so schnell wie mit dem Touchpen kann man mit dem Steuerkreuz gar nicht reagieren.

Abgesehen vom Einzel- oder Multi-Karten Zweispieler- bzw. Kampf-Modus, bei dem die so genannten Blockierer ins Spiel kommen, bietet "Actionloop" drei verschiedene Einzelspieler-Modi, die auf jeden Fall für einen lange anhaltenden Spielspaß sorgen.

Marathon-Modus:
Hier kämpft man gegen eine sich endlos auf der Bahn dahinschiebende Kugelmasse an, bis man den 99. Level meistert. Und je weiter man kommt, desto höher ist die Geschwindigkeit und desto mehr Farben verwirren das Auge. Alle zehn Level taucht als hilfreiche Unterstützung eine Polychrombombe auf der Abschussrampe auf, die alle Kugeln der getroffenen Farbe auf der gesamten Bahn in Luft auflöst. Im Gegenzug schiebt aber nun eine den Erfolg gefährdende Rakete die Kugeln noch schneller nach vorne in Richtung der gefährlichen Öffnung am Ende der Bahn. Für diesen Modus gibt es mehrere unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.

Denksport-Modus:
Mein persönlicher Favorit! Es müssen 60 verschiedene Levels bzw. Missionen von einer bestimmten Anzahl an Kugeln gesäubert werden. Dieser Modus zeigt das Spiel von seiner abwechslungsreichsten Seite, denn hier gibt es immer anders verlaufende, durch Weichen verbundene und sogar mehrere Bahnen wie auch Abschussrampen aufweisende Levels sowie viele Hindernisse wie z.B. die Flugrichtung verfälschenden Wind, schwarze und weiße Löcher, die Sicht versperrende Rauchwolken oder sich bewegende Barrieren. Dies alles sorgt im Zusammenhang einfach nur für Action pur! Es gibt aber nicht nur Erschwernisse sondern auch einige Hilfsgegenstände, welche z.B. die Kugeln kurzzeitig anhalten oder sie sogar rückwärts rollen lassen können und eine kleine taktische Note in das schnelle und sehr flüssige Spielgeschehen integrieren. Alle zehn Levels gibt es abwechselnd einen Bosskampf oder eine Bonusrunde. Beide sind aber weder richtig interessant noch wirklich schwer. Und es existiert ein einfaches Bewertungssystem. Je nachdem wie gut man war, bekommt man nach dem erfolgreichen Abschluss eines jeden Levels eine, ich nenne es mal jetzt so, Bronze-, Silber- oder Goldmedaille. Erreicht man überall Gold, winkt eine Überraschung.

Schachmatt-Modus:
Dieser Modus spricht alle Denker an, die gerne Grübeln und mit wenigen Kugeln bzw. Zügen die Bahn von den aufgebauten Kugeln leeren können. Hier findet man wirklich harte Nüsse, die die Gehirnzellen zum Rauchen bringen. Dieser Modus umfasst ebenfalls 60 Levels.

Positiv ins Gewicht fällt noch das mitgelieferte Rumble Pak, welches im Slot für Game Boy Advance-Spiele platziert wird und das Spielgefühl verstärkt. Wenn man an dessen Stelle "Polarium Advance" hineinsteckt, schaltet man neue Spielsteine und Level im GBA-Spiel frei. Eine wirklich feine Sache!

Nun habe ich alles Wichtige zu diesem Spiel gesagt. "Actionloop" macht einfach nur einen Heidenspaß, wenn man sich auf dieses schnelle Spielprinzip einlässt. Das ganze Spaßpaket wurde zudem in eine sehr ansehnliche, etwas metallisch und somit futuristisch wirkende Grafik eingebettet und überzeugt zudem mit einer fetzigen, nie nervenden Sound- und Musikkulisse, so dass es einen nahezu perfekten Eindruck hinterlässt. Negativ ist lediglich der doch ein wenig zu kurz geratene Umfang, zumindest für mein Empfinden, habe ich die Levels doch regelrecht verschlungen. Etwas ärgerlich ist noch die Tatsache, dass die gespeicherten Highscores nicht mit Namen oder Initialen versehen werden können. Ich hoffe jedoch, dass es eine Fortsetzung von "Actionloop" geben wird, deshalb hebe ich mir das TOP-Prädikat für diese auf.