Aladdin
Action-Adventure

Axel Meßinger
September 06
 

Aladdin dürfte wohl jedem aus der Geschichtensammlung "Märchen aus 1001 Nacht" bekannt sein. 1992 erschien dazu der Zeichentrickfilm von Disney. Diese Version erzählt die Geschichte des jungen Diebes Aladdin, welcher von den Soldaten des Sultans in den Kerker geworfen wird. Dort lernt er einen alten Mann kennen, der ihn darum bittet, in einer Höhle eine alte Öllampe für ihn zu finden. Doch schon bald entpuppt sich der alte Mann als Dschafar, der Visier des Sultans und Bösewicht der Geschichte. Aladdin entdeckt nebenbei, dass in der Öllampe ein Dschinni haust, der einem drei Wünsche erfüllt. Außerdem lernt er noch durch Zufall die bildhübsche Jasmin kennen, in die er sich spontan verliebt, nicht ahnend, dass sie die Tochter des Sultans ist. Diese beiden Handlungsstränge werden auf dramatische Weise miteinander verbunden, als Dschafar doch noch in den Besitz des Dschinnis gelangt und Jasmin sowie den Sultan gefangen nimmt. Nun liegt es also an Aladdin, den Kampf gegen Dschafar aufzunehmen...

Seitdem es Spiele für Computer und Konsolen gibt, werden auch alle erfolgreichen Disney-Serien und -Filme versoftet. Eine der bekanntesten Disney-Umsetzungen stellte 1994 Aladdin für das SNES und den Mega Drive dar. Ein Spiel, an das man sich heute aber weniger erinnert, kam im gleichen Jahr für das gute alte Master System von Sega heraus. Wer hier allerdings ein Jump´n´run (wie bei den 16-Bit-Umsetzungen) erwartet, der irrt. Vielmehr handelt es sich um ein Action-Adventure, welches sich am besten mit den ersten beiden Prince of Persia-Spielen vergleichen lässt. Die Aufgabe des Spielers besteht in erster Linie darin, den Gegnern auszuweichen, da hier nur die vereinzelt zu findenden Steine zur Verteidigung eingesetzt werden können. Diese benötigt man aber meistens für verborgene Schalter, so dass einem nichts anderes übrig bleibt, als unentdeckt zu bleiben und sich an Dschafars Helfershelfern lautlos vorbei zu schleichen. Wird man doch mal entdeckt, heißt es entweder die Beine in die Hand nehmen oder doch mal einen kostbaren Stein zu verwenden, um den Gegner für kurze Zeit in die Bewusstlosigkeit zu befördern.
Zwischendurch gibt es einige Abschnitte, in denen man permanent flieht oder mit einem fliegenden Teppich allerlei Gefahren ausweichen muss. Ansonsten beherrscht Aladdin all das, was ein gewisser persischer Prinz auch kann: laufen, schleichen, rennen, flink über hochgelegene Ebenen springen, sich an Plattformen entlang hangeln, usw. Dies ist auch bitter nötig, um den zahlreichen Fallen blitzschnell ausweichen zu können. Des Weiteren müssen etliche Rätsel gelöst werden.

Schön finde ich, dass die verschiedenen Abschnitte mittels kurzer Sequenzen verbunden werden, die die Geschichte vorantreiben. Und im Gegensatz zu der SNES-Umsetzung wird hier die Story sogar sehr präzise wiedergegeben. Die Übersichtlichkeit auf dem Bildschirm ist auch noch erwähnenswert, denn bis auf die Lebensenergie und die Anzahl der getragenen Steine und Schlüssel verzichtet man auf unnötigen Schnickschnack. Im Vergleich zu Prince of Persia hat dieses Spiel meiner Meinung nach spielerisch die Nase ganz klar vorn. Wenn man hier stirbt, muss man nicht direkt den gesamten Level von vorne beginnen, sondern kann das Spiel im aktuellen Abschnitt wieder fortsetzen. Dabei gibt es unendliche Continues. Auch existiert kein Zeitlimit für das komplette Spiel - etwas, das mich beim persischen Prinzen schon immer gestört hat. Die Grafik ist für die Master System-Verhältnisse erstaunlich gut gelungen. Vor allem die Animationen sind sehr schön. Nur der Sound nervt ein wenig, aber das ist bei einer Hardware, deren Wurzeln in den Anfängen der 80´ern zu suchen sind, auch nicht weiter verwunderlich. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen erzeugen die Musikstücke eine tolle Atmosphäre. Schade, dass dieses Spiel in dieser Form für das Master System und nicht für den Mega Drive programmiert wurde. Was nicht heißt, das die Mega Drive-Umsetzung schlechter wäre, sie ist eben nur anders.

Fazit: Dieses Spiel ist allen Disney-Fans besonders zu empfehlen, aber auch denjenigen, die sich damals die Zeit gerne mit Prince of Persia vertrieben haben. Mit Aladdin auf dem Master System kommt man voll auf seine Kosten!