Disney als parasitärer Märchenrecycler hat viele gute Zeichentrickproduktionen
auf den Filmmarkt geworfen. Einer der größten Erfolge für
das Imperium war Aladdin aus dem Jahre 1992. Wie sich das für ein
modernes Unternehmen gehört, wird auch bei Disney seit jeher Wert
auf eine gewinnbringende Versoftung auf allen aktuellen Konsolen für
große und vor allem kleine Zocker gelegt. So natürlich auch
bei erwähntem Aladdin, das hier für das Super Nintendo besprochen
werden soll.
Durch ein nett bebildertes Intro wird man in das Spiel rund um Aladdin,
seinen affigen Begleiter Abu, Prinzessin Jasmin und Dschinni eingeführt.
Ich werde mir sparen die Story hier dezidiert nachzuerzählen. Ziel
des Spieles ist es rennender- und springenderweise klassische Level
zu überstehen, um im Finale den bösen, bösen Dschafar
zu eliminieren. Grob an der Handlung des Filmes orientiert, wird im
Spiel fortwährend die Geschichte mit Zwischenbildern weitererzählt.
Dabei ist das komplette Setting thematisch im orientalischen Raum angesiedelt.
So rennt man über Marktplätze, erkundet alte Tempelanlagen
und hüpft durch das Innere der Zauberlampe. Als Gegner halten in
erster Linie Bogenschützen, Säbelschwinger und andere Schergen
Dschafars her, wie auch sein Papagei Jago. Geplättet wird die Gegnerschar
durch Dauerbeschuss mit Äpfeln und schnödes Draufspringen.
Stets an eurer Seite ist Abu, der euch auf Schritt und Tritt folgt.
Dschinni hat leider nur eine spieltechnische Nebenrolle und tritt lediglich
in Bonussequenzen in Erscheinung, welche an Roulette angelehnt sind.
Zudem ist er noch im Inneren der Lampe in vielen Grafikelementen omnipresent.
Dieser Level fällt extrem aus dem Rahmen, stellt dadurch aber eine
nette Abwechslung dar. Ein weiteres nettes Goodie ist der Teppich-Level,
in dem man auf dem Teppich fliegend Hindernissen ausweichen muss. Alles
in allem erzeugt diese Thematik eine recht dichte Atmosphäre, die
durch die wenig nervige Musik noch unterstützt wird.
Der Schwierigkeitsgrad ist als moderat zu bezeichnen und wird durch
ein Passwortsystem zusätzlich entschärft. Zudem gibt es natürlich
auch noch erspielbare Continues.
Die Grafik ist hübsch anzuschauen und überzeugt mit sehr
unterhaltsamen Animationen des Helden und der Gegnerschar. Teilweise
gibt es auch recht schönes Scrolling im Hintergrund zu bewundern,
wenn mehrere Ebenen von Häusern hintereinander vorbeiziehen. Die
Zwischenbilder sind schön gezeichnet, reißen der Konsole
jedoch kein Bein aus und könnten, gemessen an den technischen Möglichkeiten
des Super Nintendos, spektakulärer sein.
Alles in allem ein netter Disney-Hüpfer, der viele schöne
Ansätze, vor allem im grafischen Bereich, aufweist, aber hinter
den Erwartungen zurückbleibt. Was dem Spiel fehlt, kann ich nicht
genau definieren, aber der Replay-Reiz ist für mich persönlich
nicht vorhanden.
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