Der dritte und letzte Aleste-Teil auf dem MSX-2 entzieht sich gänzlich
dem klar definierten und hochqualitativen Design dieser Spielreihe. Wie
der Name "Aleste Gaiden" schon sagt, handelt es sich hierbei
um eine Nebenstory. Dieses Machwerk kann man aber auch als einen neuen
und alternativen ersten Teil der Aleste-Reihe ansehen, da man hier erneut
in die Rolle von Raimund Waizen schlüpfen darf. Allerdings nimmt
er diesmal nicht im Cockpit des modernen Kampfjets Platz sondern zwängt
sich in den Prototyp einer Cyber-Rüstung, welche, gewollt oder nicht,
jeden Betrachter unweigerlich an einen Ninja erinnert. Mit dieser Rüstung
kann Raimund 80km/h schnell laufen, 30m weit springen und besitzt zudem
20-fach verbesserte Reflexe, was in einem schönen, aber knappen Intro
gezeigt wird. Als Waffe des hochmodernen Kampfanzugs dienen zwei so genannte
G-Swords. So ausgerüstet macht sich Raimund auf den langen Weg, um
den Computer DIA 51, den Ursprung der parasitären Pflanzen-Aliens,
zu vernichten.
Ähm… habe ich gerade "auf den langen Weg" gesagt?
Nun, das muss ich definitiv zurücknehmen und es durch "auf
einen kleinen Spaziergang" ersetzen. Im Vergleich zu allen anderen
Aleste-Spielen wirkt "Aleste Gaiden" eher wie ein kleiner
Scherz. Die fünf Levels sind relativ kurz, lieblos gestaltet (um
nicht zu sagen dahingeklatscht) und nahezu leergefegt. Die wenigen Gegner-"Scharen"
(Vorsicht! Eine Ironie-Falle!), die noch dazu in relativ großen
Zeitabständen auf dem Bildschirm auftauchen (So gibt es wenigstens
kein Geflacker!), haben den G-Swords nichts entgegenzusetzen. Die Waffe
feuert standardmäßig Shurikens oder nach Aufsammeln entsprechender
Power up-Symbole geradlinige bzw. kreisförmige Laser. Projizierte
Schatten-Krieger können zudem noch die Angriffsstärke vervielfachen.
Die fünf Endgegner sind ebenfalls kaum der Rede wert. Man muss
sich schon ziemlich ungeschickt anstellen, um gegen sie zu verlieren.
Der gesamte Schwierigkeitsgrad des Spieles kann als ziemlich leicht
eingestuft werden. Hier und da schießt man einige Gegner weg,
springt über wenige Abgründe, erledigt schlafend die Endgegner,
und damit hat es sich. "Aleste Gaiden" fehlt eindeutig das
gewisse Etwas! Das ist zumindest mein Eindruck. Die Grafik, wenn auch
schön gezeichnet, ist sehr detailarm. Bei der Spielfigur hat man
sich nicht viele Mühe gegeben, denn so imposant wie auf dem Titelbildschirm
sieht sie im Spiel bei weitem nicht aus. Ja, den grafischen Höhepunkt
von "Aleste Gaiden" stellt wirklich der Titelbildschirm dar!
Aber immerhin ist die Musik des Spieles sehr gelungen. Die netten Melodien
tragen in der Tat den größten Teil der Motivation und müssen
schwere Arbeit leisten, um den Titel gerade noch so aus der Masse der
unterdurchschnittlichen Spiele herausheben zu können. Mit etwas
schlechtem Gewissen vergebe ich gerade noch so fünf Punkte. "Aleste
Gaiden" ist definitiv der schwächste Teil der Reihe.
|