Aleste Gaiden
Shoot´em up

Lyrion
Februar 08
 

Der dritte und letzte Aleste-Teil auf dem MSX-2 entzieht sich gänzlich dem klar definierten und hochqualitativen Design dieser Spielreihe. Wie der Name "Aleste Gaiden" schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Nebenstory. Dieses Machwerk kann man aber auch als einen neuen und alternativen ersten Teil der Aleste-Reihe ansehen, da man hier erneut in die Rolle von Raimund Waizen schlüpfen darf. Allerdings nimmt er diesmal nicht im Cockpit des modernen Kampfjets Platz sondern zwängt sich in den Prototyp einer Cyber-Rüstung, welche, gewollt oder nicht, jeden Betrachter unweigerlich an einen Ninja erinnert. Mit dieser Rüstung kann Raimund 80km/h schnell laufen, 30m weit springen und besitzt zudem 20-fach verbesserte Reflexe, was in einem schönen, aber knappen Intro gezeigt wird. Als Waffe des hochmodernen Kampfanzugs dienen zwei so genannte G-Swords. So ausgerüstet macht sich Raimund auf den langen Weg, um den Computer DIA 51, den Ursprung der parasitären Pflanzen-Aliens, zu vernichten.

Ähm… habe ich gerade "auf den langen Weg" gesagt? Nun, das muss ich definitiv zurücknehmen und es durch "auf einen kleinen Spaziergang" ersetzen. Im Vergleich zu allen anderen Aleste-Spielen wirkt "Aleste Gaiden" eher wie ein kleiner Scherz. Die fünf Levels sind relativ kurz, lieblos gestaltet (um nicht zu sagen dahingeklatscht) und nahezu leergefegt. Die wenigen Gegner-"Scharen" (Vorsicht! Eine Ironie-Falle!), die noch dazu in relativ großen Zeitabständen auf dem Bildschirm auftauchen (So gibt es wenigstens kein Geflacker!), haben den G-Swords nichts entgegenzusetzen. Die Waffe feuert standardmäßig Shurikens oder nach Aufsammeln entsprechender Power up-Symbole geradlinige bzw. kreisförmige Laser. Projizierte Schatten-Krieger können zudem noch die Angriffsstärke vervielfachen.

Die fünf Endgegner sind ebenfalls kaum der Rede wert. Man muss sich schon ziemlich ungeschickt anstellen, um gegen sie zu verlieren. Der gesamte Schwierigkeitsgrad des Spieles kann als ziemlich leicht eingestuft werden. Hier und da schießt man einige Gegner weg, springt über wenige Abgründe, erledigt schlafend die Endgegner, und damit hat es sich. "Aleste Gaiden" fehlt eindeutig das gewisse Etwas! Das ist zumindest mein Eindruck. Die Grafik, wenn auch schön gezeichnet, ist sehr detailarm. Bei der Spielfigur hat man sich nicht viele Mühe gegeben, denn so imposant wie auf dem Titelbildschirm sieht sie im Spiel bei weitem nicht aus. Ja, den grafischen Höhepunkt von "Aleste Gaiden" stellt wirklich der Titelbildschirm dar! Aber immerhin ist die Musik des Spieles sehr gelungen. Die netten Melodien tragen in der Tat den größten Teil der Motivation und müssen schwere Arbeit leisten, um den Titel gerade noch so aus der Masse der unterdurchschnittlichen Spiele herausheben zu können. Mit etwas schlechtem Gewissen vergebe ich gerade noch so fünf Punkte. "Aleste Gaiden" ist definitiv der schwächste Teil der Reihe.