"Alex Kidd in Miracle World", dieser Titel ist sicherlich jedem
Kenner und Liebhaber des Sega Master Systems sowie jedem Jump´n´run-Spezialisten
ein Begriff, war es doch unter anderem gerade dieses Spiel, das in den
sagenumwobenen 8-Bit-Zeiten Sega zu einem guten Namen verhalf. Alex Kidd
hüpfte schon durch bunte Levels noch lange bevor Sonic the Hedgehog
das Licht der Videospielewelt erblickte und war damals schon fast so etwas
wie das ungekrönte Maskottchen des Spielherstellers Sega. Später
wurde "Alex Kidd in Miracle World" sogar standardmäßig
mit jedem Sega Master System ausgeliefert, wodurch der Popularitätsgrad
dieses Spieles noch enorm gesteigert wurde. Ob das Spiel heutzutage aber
immer noch so bekannt ist? Das wage ich zu bezweifeln, denn mit Sega verbindet
die Next-Gen-Zocker-Gemeinde fast nur noch den blauen Igel Sonic, und
selbst so Namen wie "Shinobi" oder "Golden Axe" vernimmt
man nur noch vereinzelt aus den tiefsten Löchern der Vergangenheit,
und das auch nur, wenn man ganz leise ist und genau hinhört.
In der Rolle von Alex hat nun der Spieler die schwerwiegende Aufgabe
das Land Radaxian, welches auf dem Planeten Aries liegt, von dem bösen
Tyrann Janken zu befreien. Davor lebte Alex sieben Jahre lang in den
Bergen, wo er die alte Kampfkunst namens Shellcore studierte (und noch
davor lebte er im Schloss, da er einer der beiden Prinzen von Radaxian
ist, der im Baby-Alter von einer bösen Macht entführt wurde).
Dadurch ist Alex in der Lage nur mit seiner bloßen Faust Felsen
und Steine zu zertrümmern (eine sehr nützliche Fähigkeit
oder besser gesagt die Standardfähigkeit von Alex, die im Spiel
dauerhaft zum Einsatz kommt; irgendwie kommt es mir aber so vor, als
ob die Story erst nachträglich an das Spiel angepasst wurde, aber
vielleicht sehe ich nur Gespenster). Als er eines Tages von einem sterbenden
Mann erfährt, dass Radaxian in großer Gefahr ist, macht sich
Alex unverzüglich auf die Reise, um die Angelegenheit selbst genau
unter die Lupe zu nehmen. Und so nimmt das große Abenteuer im
Land der Wunder seinen Lauf.
An dieser Stelle greift man aktiv in das Spielgeschehen ein und muss
versuchen Alex unversehrt durch die vielen gefährlichen Levels
bis hin zu Jankens Schloss zu lotsen. In bester Jump´n´run-Manier
überwindet man dabei hüpfend viele Hindernisse und Monster
bzw. Kreaturen und setzt die erlernte Kampfkunst von Alex ein, bevorzugt
um die überall aufgetürmten Steinformationen und diverse Kisten
bzw. Boxen, die meistens nützliche Extras wie Goldsäcke, Telepathie-Kugeln
oder Zusatzleben beinhalten, zu zerstören. In einigen der Boxen
sind aber auch fiese Geister versteckt, die Alex sehr gefährlich
sein können, wenn er nicht schnell genug wegrennen kann. Das Hauptaugenmerk
sollte man aber auf die folgenden fünf Schätze lenken: Sun
Stone Medallion, Moonlight Stone Medallion, Gold-Krone, Hirotta-Stein
und der Brief an den König des Nibana-Reiches. Diese Gegenstände
sind sehr wichtig und auch notwendig, wenn man das Spiel beenden möchte.
Findet man zum Beispiel den Brief nicht, so kommt man auch nicht in
den Besitz des Hirotta-Steines, auf dem wiederum die Lösung des
letzten Rätsels des Spieles, welches mit der Gold-Krone zusammenhängt,
zu finden ist. Man sollte also alles auf seinem Weg untersuchen, damit
man auch gar nichts verpassen kann.
"Alex Kidd in Miracle World" wäre eigentlich ein ganz
gewöhnliches Jump´n´run, wären da nicht zwei Aspekte,
die dieses Spiel von anderen des Genres deutlich abheben würden.
Zum einen ist man nicht nur auf Schusters Rappen unterwegs, denn in
den zahlreich vorkommenden Geschäften kann sich Alex ein Motorrad
oder ein sogenanntes Peticopter zulegen (neben vielen anderen Dingen,
auf die ich hier aber nicht näher eingehen möchte). Mit dem
Motorrad saust und springt Alex in Windeseile durch die einzelnen Spielabschnitte,
vorausgesetzt man ist geschickt genug (oder man kennt die Levels schon
auswendig) und kollidiert nicht mit irgendeinem Hindernis. Mit dem Peticopter
kann man fliegend ganz bequem und problemlos große Strecken zurücklegen,
ohne sich mit den lästigen Monstern am Boden abgeben zu müssen.
Außerdem gibt es in dem Spiel auch viele Abschnitte, in denen
man durch schön gezeichnete Unterwasser-Landschaften schwimmen
muss. Dies ist eine sehr willkommene Abwechslung, die sicherlich einen
großen Teil der Motivation auch ausmacht. Den zweiten Punkt, in
dem sich Alex Kidd von anderen Jump´n´run-Spielen unterscheidet,
bilden die meisten Endgegner. Diese müssen zuerst nicht auf die
herkömmliche Art und Weise mit roher Gewalt und Muskelkraft besiegt
werden, nein, man muss gegen sie in dem auf der ganzen Welt bekannten
Stein-Schere-Papier-Spiel gewinnen. Erst beim zweiten Wiedersehen werden
sie zusätzlich vermöbelt, nachdem man sie erneut in dem Stein-Schere-Papier-Spiel
bezwingt. Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass sie auch extrem
komisch aussehen. Ihre Köpfe ähneln Händen, die eben
die Symbole Stein, Schere und Papier nachmachen. Das sieht wirklich
sehr, sehr bizzar aus, ist in der Welt der Videospiele jedoch wirklich
einzigartig , oder?
So, was sollte noch zu diesem Kultspiel, denn das ist "Alex Kidd
in Miracle World" auf alle Fälle, gesagt werden? Die Grafik
ist wirklich sehr sauber, die Musik weist echte Ohrwurmqualität
auf, und die Steuerung ist… nun ja, auch sauber programmiert,
aber sie ist eben sehr gewöhnungsbedürftig. Wie hoch und weit
Alex springt, das hängt immer von seiner Geschwindigkeit ab. So
muss man oft einen kurzen Anlauf nehmen, um eine Hürde zu schaffen,
und man muss dann auch wieder bremsen, um nicht in das anschließende
Loch zu fallen. Und das ist gar nicht so einfach. Es erfordert schon
viel Geduld, Übung und einen guten Willen, wenn man diese Prozedur
ständig wiederholen muss. Mich hat dies stellenweise sehr genervt.
Nun denn, viele meinen "Alex Kidd in Miracle World" ist das
beste Spiel für das Sega Master System, ich möchte dem aber
widersprechen. Es ist ohne jeden Zweifel ein gutes Spiel, mehr aber
auch nicht. "Sonic the Hedgehog", "Rastan" oder
"Golden Axe Warrior" sind besser!
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