Alex Kidd in Miracle World
Jump´n´run

Lyrion
Dezember 05
 

"Alex Kidd in Miracle World", dieser Titel ist sicherlich jedem Kenner und Liebhaber des Sega Master Systems sowie jedem Jump´n´run-Spezialisten ein Begriff, war es doch unter anderem gerade dieses Spiel, das in den sagenumwobenen 8-Bit-Zeiten Sega zu einem guten Namen verhalf. Alex Kidd hüpfte schon durch bunte Levels noch lange bevor Sonic the Hedgehog das Licht der Videospielewelt erblickte und war damals schon fast so etwas wie das ungekrönte Maskottchen des Spielherstellers Sega. Später wurde "Alex Kidd in Miracle World" sogar standardmäßig mit jedem Sega Master System ausgeliefert, wodurch der Popularitätsgrad dieses Spieles noch enorm gesteigert wurde. Ob das Spiel heutzutage aber immer noch so bekannt ist? Das wage ich zu bezweifeln, denn mit Sega verbindet die Next-Gen-Zocker-Gemeinde fast nur noch den blauen Igel Sonic, und selbst so Namen wie "Shinobi" oder "Golden Axe" vernimmt man nur noch vereinzelt aus den tiefsten Löchern der Vergangenheit, und das auch nur, wenn man ganz leise ist und genau hinhört.

In der Rolle von Alex hat nun der Spieler die schwerwiegende Aufgabe das Land Radaxian, welches auf dem Planeten Aries liegt, von dem bösen Tyrann Janken zu befreien. Davor lebte Alex sieben Jahre lang in den Bergen, wo er die alte Kampfkunst namens Shellcore studierte (und noch davor lebte er im Schloss, da er einer der beiden Prinzen von Radaxian ist, der im Baby-Alter von einer bösen Macht entführt wurde). Dadurch ist Alex in der Lage nur mit seiner bloßen Faust Felsen und Steine zu zertrümmern (eine sehr nützliche Fähigkeit oder besser gesagt die Standardfähigkeit von Alex, die im Spiel dauerhaft zum Einsatz kommt; irgendwie kommt es mir aber so vor, als ob die Story erst nachträglich an das Spiel angepasst wurde, aber vielleicht sehe ich nur Gespenster). Als er eines Tages von einem sterbenden Mann erfährt, dass Radaxian in großer Gefahr ist, macht sich Alex unverzüglich auf die Reise, um die Angelegenheit selbst genau unter die Lupe zu nehmen. Und so nimmt das große Abenteuer im Land der Wunder seinen Lauf.

An dieser Stelle greift man aktiv in das Spielgeschehen ein und muss versuchen Alex unversehrt durch die vielen gefährlichen Levels bis hin zu Jankens Schloss zu lotsen. In bester Jump´n´run-Manier überwindet man dabei hüpfend viele Hindernisse und Monster bzw. Kreaturen und setzt die erlernte Kampfkunst von Alex ein, bevorzugt um die überall aufgetürmten Steinformationen und diverse Kisten bzw. Boxen, die meistens nützliche Extras wie Goldsäcke, Telepathie-Kugeln oder Zusatzleben beinhalten, zu zerstören. In einigen der Boxen sind aber auch fiese Geister versteckt, die Alex sehr gefährlich sein können, wenn er nicht schnell genug wegrennen kann. Das Hauptaugenmerk sollte man aber auf die folgenden fünf Schätze lenken: Sun Stone Medallion, Moonlight Stone Medallion, Gold-Krone, Hirotta-Stein und der Brief an den König des Nibana-Reiches. Diese Gegenstände sind sehr wichtig und auch notwendig, wenn man das Spiel beenden möchte. Findet man zum Beispiel den Brief nicht, so kommt man auch nicht in den Besitz des Hirotta-Steines, auf dem wiederum die Lösung des letzten Rätsels des Spieles, welches mit der Gold-Krone zusammenhängt, zu finden ist. Man sollte also alles auf seinem Weg untersuchen, damit man auch gar nichts verpassen kann.

"Alex Kidd in Miracle World" wäre eigentlich ein ganz gewöhnliches Jump´n´run, wären da nicht zwei Aspekte, die dieses Spiel von anderen des Genres deutlich abheben würden. Zum einen ist man nicht nur auf Schusters Rappen unterwegs, denn in den zahlreich vorkommenden Geschäften kann sich Alex ein Motorrad oder ein sogenanntes Peticopter zulegen (neben vielen anderen Dingen, auf die ich hier aber nicht näher eingehen möchte). Mit dem Motorrad saust und springt Alex in Windeseile durch die einzelnen Spielabschnitte, vorausgesetzt man ist geschickt genug (oder man kennt die Levels schon auswendig) und kollidiert nicht mit irgendeinem Hindernis. Mit dem Peticopter kann man fliegend ganz bequem und problemlos große Strecken zurücklegen, ohne sich mit den lästigen Monstern am Boden abgeben zu müssen. Außerdem gibt es in dem Spiel auch viele Abschnitte, in denen man durch schön gezeichnete Unterwasser-Landschaften schwimmen muss. Dies ist eine sehr willkommene Abwechslung, die sicherlich einen großen Teil der Motivation auch ausmacht. Den zweiten Punkt, in dem sich Alex Kidd von anderen Jump´n´run-Spielen unterscheidet, bilden die meisten Endgegner. Diese müssen zuerst nicht auf die herkömmliche Art und Weise mit roher Gewalt und Muskelkraft besiegt werden, nein, man muss gegen sie in dem auf der ganzen Welt bekannten Stein-Schere-Papier-Spiel gewinnen. Erst beim zweiten Wiedersehen werden sie zusätzlich vermöbelt, nachdem man sie erneut in dem Stein-Schere-Papier-Spiel bezwingt. Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass sie auch extrem komisch aussehen. Ihre Köpfe ähneln Händen, die eben die Symbole Stein, Schere und Papier nachmachen. Das sieht wirklich sehr, sehr bizzar aus, ist in der Welt der Videospiele jedoch wirklich einzigartig , oder?

So, was sollte noch zu diesem Kultspiel, denn das ist "Alex Kidd in Miracle World" auf alle Fälle, gesagt werden? Die Grafik ist wirklich sehr sauber, die Musik weist echte Ohrwurmqualität auf, und die Steuerung ist… nun ja, auch sauber programmiert, aber sie ist eben sehr gewöhnungsbedürftig. Wie hoch und weit Alex springt, das hängt immer von seiner Geschwindigkeit ab. So muss man oft einen kurzen Anlauf nehmen, um eine Hürde zu schaffen, und man muss dann auch wieder bremsen, um nicht in das anschließende Loch zu fallen. Und das ist gar nicht so einfach. Es erfordert schon viel Geduld, Übung und einen guten Willen, wenn man diese Prozedur ständig wiederholen muss. Mich hat dies stellenweise sehr genervt.

Nun denn, viele meinen "Alex Kidd in Miracle World" ist das beste Spiel für das Sega Master System, ich möchte dem aber widersprechen. Es ist ohne jeden Zweifel ein gutes Spiel, mehr aber auch nicht. "Sonic the Hedgehog", "Rastan" oder "Golden Axe Warrior" sind besser!