Alien Breed 2 - Welcome to Intex I-4000
Team 17 ließ mit "Alien Breed 2 - The Horror Continues"
zum zweiten Mal die außerirdischen Killermaschinen auf die Spieler
los, um sie das unermessliche, in Hollywood erfundene Grauen erneut
aktiv spüren zu lassen. Dabei wurde die dichte und vor allem klaustrophobische
Atmosphäre des Vorgängers gekonnt auf den Nachfolger übertragen,
der mit 17 Levels wesentlich umfangreicher ausfällt. Sich wieder
durch enge Korridore voller todbringender Aliens durchschlagend, müssen
diesmal die Ereignisse auf der Kolonie Alpha-Five rekonstruiert werden.
Mit von der Partie sind die Veteranen des ersten Teils Johnson und Stone
sowie zwei nichtmenschliche Kollegen. Alleine oder zu zweit gilt es
dann um jeden Preis zu Überleben.
Auf dem noch recht ruhigen Landeplatz der Kolonie startend, darf man
sich als Spieler erst einmal über die überarbeitete grafische
Gestaltung freuen. Die Umgebung wirkt nicht nur detaillierter, sondern
fällt vor allem durch mehr Übersichtlichkeit auf, was auf
die Verkleinerung aller Objekte zurückzuführen ist, womit
"Alien Breed 2" noch mehr als sein Vorgänger an den Klassiker
"Gauntlet" erinnert. Im Inneren der Kolonie kommt dies einem
zu Gute, da die labyrinthartigen Spielabschnitte teilweise noch komplexer
ausfallen. Mit dem von Anfang an verfügbaren Remote Location Scanner
darf jederzeit die nähere Umgebung zur besseren Orientierung durchleuchtet
werden. Wem dies trotzdem nicht ausreicht, der kann die Leistung des
Scanners im bewährten Intex System verbessern, so dass im optimalen
Fall der gesamte aktuelle Level auf dem Bildschirm erscheint. Die mühevoll
erlangten Kredite sollte man sich jedoch lieber für eine gute Bewaffnung
aufsparen, ohne die man im späteren Spielverlauf chancenlos ist.
Da die Ereignisse neun Jahre nach der ersten Begegnung mit den Aliens
stattfinden, verfügt man hier über eine verbesserte Version
des Intex Systems. Das neue Intex I-4000 bietet im Wesentlichen die
gleichen Waffen wie das Vorgängerspiel, diesmal aber in drei unterschiedlichen
Stärkestufen. Um die passende Kanone für sich auszumachen,
sollte man wirklich alle ausprobieren. Die folgenden Feuerwaffen stehen
dabei zur Auswahl:
Machinegun - Die Standardwaffe, die recht schnell unwirksam wird. Sollte
man nicht upgraden sondern möglichst schnell gegen eine andere
austauschen.
Triple Lazer - Streuend und zielsicher mit hoher Frequenz, erweist
sich im späteren Spielverlauf aber als zu schwach.
Homing Missiles - Zielsuchend mit extrem hoher Durchschlagskraft, jedoch
mit langsamer Feuerfrequenz. Lässt einen bei Massenangriffen schutzlos
dastehen, da die Geschosse oft den falschen Gegnern folgen.
Flame Thrower - Erzeugt eine unüberwindbare Flammenwand mit beschränkter
Reichweite, die beinahe alle Feinde stoppt. Sehr effektiv, verbraucht
aber eine Unmenge an Munition.
Rebounder - Diese Waffe verschießt Plasmageschosse, die von den
Wänden abprallen. Das Zielen ist ungenau, die Feuerfrequenz und
Durchschlagskraft sind dafür sehr hoch.
Hand Grenades - Die klassischen Handgranaten, die für den Ferneinsatz
konzipiert sind. Nur im simultanen Zwei-Spieler-Modus sinnvoll, um in
engen Gängen auch aus der zweiten Reihe feuern zu können.
Weisen eine langsame Frequenz auf, sind dafür recht verheerend.
Nach intensiver Testphase habe ich letztendlich den Rebounder zu meiner
favorisierten Standardwaffe erkoren. Mit der hohen Schussfrequenz lassen
sich in den zahlreichen Korridoren der Station beinahe unüberwindbare
Plasmabarrieren errichten, durch die kaum ein Gegner durchzudringen
vermag. Nur im offenen Gelände ist man mit dieser Waffe etwas schutzlos,
da aufgrund der ungenauen Anvisierung die Geschosse oft an den Gegnern
vorbeifliegen ohne Schaden anzurichten. Wenn sie aber treffen, dann
richtig, weshalb der Rebounder auch noch in den letzten Spielabschnitten
uneingeschränkt zu empfehlen ist. Unbedingt erforderlich ist dagegen
der Flammenwerfer, der in einem Level zur Schließung einer defekten
Leitung benötigt wird. Da man jederzeit zwischen allen erworbenen
Waffen wechseln kann, konnte ich ihn an der einen oder anderen Stelle
ebenfalls sehr gut als Alternative zum Rebounder einsetzen.
Obwohl man sich bei "Alien Breed 2 - The Horror Continues"
bis auf die Zähne bewaffnen kann, wird es überall als ein
ultraschweres und beinahe unlösbares Spiel dargestellt. Diese Tatsache
wird durch die zahlreich eingesetzten Selbstzerstörungsvorrichtungen
bekräftigt, die den Spielern nach einem erfolgreich abgeschlossenen
Missionsziel oft nur wenige Minuten zur Flucht einräumen. Einige
Spielabschnitte basieren wiederum komplett auf dieser Mechanik. Im Schein
greller Alarmlampen und mit einer weiblichen, den Countdown deklarierenden
Stimme im Ohr muss man sich im Eiltempo durch Horden wütender Aliens
freikämpfen, was Angesichts des Zeitdrucks und einiger Irrwege
zu vielen Fehlern animiert. Dass der eine oder andere hier die Nerven
verliert, ist verständlich, die panikerfüllte Stimmung macht
aber den besonderen Reiz des Spieles aus. Unabhängig von der Lebenszahl
führt eine misslungene Flucht zwangsläufig zum "Game
Over", was bei zu häufiger Wiederholung wiederum zur Frustration
führt. Um dem Vorzubeugen, bleibt wie bereits beim Vorgänger
nur das Auswendiglernen der einzelnen Levels übrig, wobei man stets
seinen Munitions- und Schlüsselvorrat im Auge behalten sollte.
Aufgrund vorhandener Passwörter, die an zwei Stellen den Wiedereinstieg
ermöglichen, muss das Spiel diesmal nicht komplett am Stück
bewältigt werden. Dank dieser Einrichtung sollte man mit genügend
Geduld und Ausdauer den letzten, wie einen Vertikal-Shooter angelegten
Level erreichen können, denn auch der finale und für seine
Härte gefürchtete Militärkomplex ist dank großzügig
verteilter Zusatzleben nur halb so schwer wie überall verbreitet.
Abschließend betrachtet ist "Alien Breed 2 - The Horror
Continues" der beste Vertreter labyrinthartiger Action-Spiele.
Der hohe Schwierigkeitsgrad gehört einfach zur gewählten Thematik
und betont das Gefühl der schier ausweglosen Situation. Er ist
diesmal definitiv ein Stimmungsträger und kann deshalb keinesfalls
negativ bewertet werden. Bewahrt man stets einen kühlen Kopf, wird
man schnell feststellen, dass es hier keine unfairen Stellen gibt. In
Anbetracht einer makellosen technischen Umsetzung, die auf allen AGA-Systemen
mit aufpolierter Grafik aufwartet, verdient diese atmosphärische
Gruseleinlage unsere höchste Auszeichnung.
|