Alien Breed 2 - The Horror Continues
Action

Minrod
November 09
 

Alien Breed 2 - Welcome to Intex I-4000

Team 17 ließ mit "Alien Breed 2 - The Horror Continues" zum zweiten Mal die außerirdischen Killermaschinen auf die Spieler los, um sie das unermessliche, in Hollywood erfundene Grauen erneut aktiv spüren zu lassen. Dabei wurde die dichte und vor allem klaustrophobische Atmosphäre des Vorgängers gekonnt auf den Nachfolger übertragen, der mit 17 Levels wesentlich umfangreicher ausfällt. Sich wieder durch enge Korridore voller todbringender Aliens durchschlagend, müssen diesmal die Ereignisse auf der Kolonie Alpha-Five rekonstruiert werden. Mit von der Partie sind die Veteranen des ersten Teils Johnson und Stone sowie zwei nichtmenschliche Kollegen. Alleine oder zu zweit gilt es dann um jeden Preis zu Überleben.

Auf dem noch recht ruhigen Landeplatz der Kolonie startend, darf man sich als Spieler erst einmal über die überarbeitete grafische Gestaltung freuen. Die Umgebung wirkt nicht nur detaillierter, sondern fällt vor allem durch mehr Übersichtlichkeit auf, was auf die Verkleinerung aller Objekte zurückzuführen ist, womit "Alien Breed 2" noch mehr als sein Vorgänger an den Klassiker "Gauntlet" erinnert. Im Inneren der Kolonie kommt dies einem zu Gute, da die labyrinthartigen Spielabschnitte teilweise noch komplexer ausfallen. Mit dem von Anfang an verfügbaren Remote Location Scanner darf jederzeit die nähere Umgebung zur besseren Orientierung durchleuchtet werden. Wem dies trotzdem nicht ausreicht, der kann die Leistung des Scanners im bewährten Intex System verbessern, so dass im optimalen Fall der gesamte aktuelle Level auf dem Bildschirm erscheint. Die mühevoll erlangten Kredite sollte man sich jedoch lieber für eine gute Bewaffnung aufsparen, ohne die man im späteren Spielverlauf chancenlos ist. Da die Ereignisse neun Jahre nach der ersten Begegnung mit den Aliens stattfinden, verfügt man hier über eine verbesserte Version des Intex Systems. Das neue Intex I-4000 bietet im Wesentlichen die gleichen Waffen wie das Vorgängerspiel, diesmal aber in drei unterschiedlichen Stärkestufen. Um die passende Kanone für sich auszumachen, sollte man wirklich alle ausprobieren. Die folgenden Feuerwaffen stehen dabei zur Auswahl:

Machinegun - Die Standardwaffe, die recht schnell unwirksam wird. Sollte man nicht upgraden sondern möglichst schnell gegen eine andere austauschen.

Triple Lazer - Streuend und zielsicher mit hoher Frequenz, erweist sich im späteren Spielverlauf aber als zu schwach.

Homing Missiles - Zielsuchend mit extrem hoher Durchschlagskraft, jedoch mit langsamer Feuerfrequenz. Lässt einen bei Massenangriffen schutzlos dastehen, da die Geschosse oft den falschen Gegnern folgen.

Flame Thrower - Erzeugt eine unüberwindbare Flammenwand mit beschränkter Reichweite, die beinahe alle Feinde stoppt. Sehr effektiv, verbraucht aber eine Unmenge an Munition.

Rebounder - Diese Waffe verschießt Plasmageschosse, die von den Wänden abprallen. Das Zielen ist ungenau, die Feuerfrequenz und Durchschlagskraft sind dafür sehr hoch.

Hand Grenades - Die klassischen Handgranaten, die für den Ferneinsatz konzipiert sind. Nur im simultanen Zwei-Spieler-Modus sinnvoll, um in engen Gängen auch aus der zweiten Reihe feuern zu können. Weisen eine langsame Frequenz auf, sind dafür recht verheerend.

Nach intensiver Testphase habe ich letztendlich den Rebounder zu meiner favorisierten Standardwaffe erkoren. Mit der hohen Schussfrequenz lassen sich in den zahlreichen Korridoren der Station beinahe unüberwindbare Plasmabarrieren errichten, durch die kaum ein Gegner durchzudringen vermag. Nur im offenen Gelände ist man mit dieser Waffe etwas schutzlos, da aufgrund der ungenauen Anvisierung die Geschosse oft an den Gegnern vorbeifliegen ohne Schaden anzurichten. Wenn sie aber treffen, dann richtig, weshalb der Rebounder auch noch in den letzten Spielabschnitten uneingeschränkt zu empfehlen ist. Unbedingt erforderlich ist dagegen der Flammenwerfer, der in einem Level zur Schließung einer defekten Leitung benötigt wird. Da man jederzeit zwischen allen erworbenen Waffen wechseln kann, konnte ich ihn an der einen oder anderen Stelle ebenfalls sehr gut als Alternative zum Rebounder einsetzen.

Obwohl man sich bei "Alien Breed 2 - The Horror Continues" bis auf die Zähne bewaffnen kann, wird es überall als ein ultraschweres und beinahe unlösbares Spiel dargestellt. Diese Tatsache wird durch die zahlreich eingesetzten Selbstzerstörungsvorrichtungen bekräftigt, die den Spielern nach einem erfolgreich abgeschlossenen Missionsziel oft nur wenige Minuten zur Flucht einräumen. Einige Spielabschnitte basieren wiederum komplett auf dieser Mechanik. Im Schein greller Alarmlampen und mit einer weiblichen, den Countdown deklarierenden Stimme im Ohr muss man sich im Eiltempo durch Horden wütender Aliens freikämpfen, was Angesichts des Zeitdrucks und einiger Irrwege zu vielen Fehlern animiert. Dass der eine oder andere hier die Nerven verliert, ist verständlich, die panikerfüllte Stimmung macht aber den besonderen Reiz des Spieles aus. Unabhängig von der Lebenszahl führt eine misslungene Flucht zwangsläufig zum "Game Over", was bei zu häufiger Wiederholung wiederum zur Frustration führt. Um dem Vorzubeugen, bleibt wie bereits beim Vorgänger nur das Auswendiglernen der einzelnen Levels übrig, wobei man stets seinen Munitions- und Schlüsselvorrat im Auge behalten sollte. Aufgrund vorhandener Passwörter, die an zwei Stellen den Wiedereinstieg ermöglichen, muss das Spiel diesmal nicht komplett am Stück bewältigt werden. Dank dieser Einrichtung sollte man mit genügend Geduld und Ausdauer den letzten, wie einen Vertikal-Shooter angelegten Level erreichen können, denn auch der finale und für seine Härte gefürchtete Militärkomplex ist dank großzügig verteilter Zusatzleben nur halb so schwer wie überall verbreitet.

Abschließend betrachtet ist "Alien Breed 2 - The Horror Continues" der beste Vertreter labyrinthartiger Action-Spiele. Der hohe Schwierigkeitsgrad gehört einfach zur gewählten Thematik und betont das Gefühl der schier ausweglosen Situation. Er ist diesmal definitiv ein Stimmungsträger und kann deshalb keinesfalls negativ bewertet werden. Bewahrt man stets einen kühlen Kopf, wird man schnell feststellen, dass es hier keine unfairen Stellen gibt. In Anbetracht einer makellosen technischen Umsetzung, die auf allen AGA-Systemen mit aufpolierter Grafik aufwartet, verdient diese atmosphärische Gruseleinlage unsere höchste Auszeichnung.