Altered Beast
Action

Minrod
Mai 04
 

"I command you to rise from the grave and rescue my daughter" - mit diesen Worten wird man von einem Gott ins Leben zurückgerufen und sogleich auf eine interessante Mission geschickt. Insofern interessant, als dass man im Verlauf des Spieles in die Gestalt verschiedener Bestien schlüpft. Als ein schmächtiger, mit Fäusten und Tritten um sich schlagender Krieger nimmt man die Verfolgung auf dem Friedhof auf. Kaum wieder im Reich der Lebenden wird man sofort von zahlreichen Untoten attackiert, so dass man die schönen Hintergrundgrafiken gar nicht richtig genießen kann. Der Ansturm erfolgt von allen Seiten, und mit der etwas trägen Steuerung hat man am Anfang einige Probleme, sich seiner Haut erfolgreich zu erwehren. Jeder falsch platzierte Hieb wird sofort durch gnadenlose Gegenangriffe der Gegner bestraft, und man läuft Gefahr eines der wenigen Leben zu verlieren, da der vorhandene Energievorrat sehr schnell verbraucht ist. Besondere Beachtung sollte man den ab und zu auftauchenden blauen Hunden schenken, da diese nach dem Ableben eine Power up-Kugel hinterlassen, die man unbedingt aufsammeln sollte. Diese lässt unseren Helden in die Höhe und Breite wachsen, so dass es sich nunmehr leichter kämpfen lässt. Die zweite Power up-Kugel macht unseren Helden zu einem richtigen Muskelprotz während die dritte ihm die Kraft einer Bestie verleiht. Im Fall des ersten Levels wird man in einen flinken, Feuerbälle schleudernden Wolf verwandelt. Am Levelende tritt man dem Entführer gegenüber, der sich in Anbetracht der monströsen Kraft unseres Helden in ein scheußliches Monster verwandelt, das es zu bekämpfen gilt. Alle, die diese Stelle in menschlicher Form erreichen, sehen sich gezwungen den Level in einer etwas schwereren Variante noch einmal zu wiederholen. Nachdem man den Schurken zurechtgestutzt hat, entzieht er unserem Helden die gerade neu erworbenen Kräfte und verschwindet im nächsten Level.

Altered Beast erstreckt sich über fünf recht kurze Levels, die von links nach rechts scrollen und komplett nach dem gleichen Strickmuster kreiert sind. Schlagen und Treten lautet hier die Devise, denn andere Spielelemente kommen hier leider nicht zum Zug. Bis auf ein paar Abgründe im dritten Level gibt es keine nennenswerten Jump´n´run-Passagen. Für die Motivation sind allein die unterschiedlichen Beast-Transformationen zuständig, die in jedem Level unterschiedlich ausfallen. So wird man im zweiten Level zum Drachen, im dritten zum Bär, der meiner Ansicht nach absolut unecht in Szene gesetzt wurde, und im vierten zum Tiger. Jede Transformation bringt andere Kräfte mit sich, die primär auf den Endgegner des jeweiligen Spielabschnitts zugeschnitten sind. Die Scharren von Monstern und Untoten werden in jedem Level zahlreicher und vor allem schneller, so das der Schwierigkeitsgrad recht schnell ansteigt. Vor allem das Aufsammeln der Power up-Kugeln gestaltet sich zusehends schwieriger, denn es kommt nicht selten vor, dass man von den blauen Hunden zu Boden geworfen wird und diese dann mit der wertvollen Beute an einem vorbeisausen. Um bei diesem Spiel wirklich erfolgreich sein zu können, ist das Auswendiglernen der Angriffsmuster unerlässlich.

Auch wenn mich Altered Beast am Anfang des Jahres 1989 wegen der Beast-Transformation und der schönen Endgegner sehr begeisterte, so muss ich heute leider sagen, dass es aufgrund des monotonen Gameplays nur ein durchschnittliches Spiel ist. Nachdem man alles einmal gesehen hat, bleibt die Motivation auf der Strecke. Der simultane 2-Player Modus lädt jedoch ab und zu mal zu einem Spiel ein, da eine Prügelei zu zweit immer den doppelten Spaß garantiert. Trotz guter Ideen und interessanter Ansätze ist Altered Beast nur ein schönes Spielchen für zwischendurch. Kult ist es auf jeden Fall, weshalb es noch sechs Punkte gibt.

Sich am Anfang einer großen Beliebtheit erfreuend fand Altered Beast den Weg auf unzählige Heimsysteme. Allerdings sind die meisten Umsetzungen so schlecht, dass sie gar keiner Erwähnung bedürfen. Die einzigen durchaus spielbaren wurden von Sega selbst auf ihren eigenen Heimkonsolen, dem Master System und dem Mega Drive (Genesis), veröffentlicht.

Die Master System-Umsetzung sieht für die Verhältnisse des 8-Bit-Geräts ordentlich aus, spielt sich aber sehr träge. Der langsame Spielfluss und das viele Geflacker lassen nicht allzu viel Freude aufkommen. Außerdem sind noch einige Beschneidungen festzustellen. So muss man hierbei nicht nur auf den 2-Player Modus verzichten, sondern auch noch auf einen ganzen Level. Darüber hinaus erfolgt die vollständige Verwandlung unseres Protagonisten zur Bestie nicht über drei sondern zwei Power up-Kugeln. Wie dem auch sei, spielen tut sich das Spiel recht gut, wenn man bereit ist, sich auf das langsame Tempo einzulassen. Mit dem einen Gnaden-Continue kann man es problemlos weit schaffen. In der Wertung gibt es trotzdem einen Punkt weniger.

Die Mega Drive-Fassung hinkt dem Arcade-Vorbild grafisch etwas hinterher, glänzt jedoch mit einer guten Spielbarkeit, die sich vor allem in den flotten Angriffen der Spielfigur äußert. Somit ist es um einiges einfacher zu spielen, wenn auch mangels einer Continue-Funktion nicht ganz leicht zu beenden. Der 2-Player Modus ist hier glücklicherweise vorhanden. Da die grafischen Nachteile die Verbesserung der Handhabung aufheben, ist diese Umsetzung mit dem Original gleichzusetzen.