"I command you to rise from the grave and rescue my daughter"
- mit diesen Worten wird man von einem Gott ins Leben zurückgerufen
und sogleich auf eine interessante Mission geschickt. Insofern interessant,
als dass man im Verlauf des Spieles in die Gestalt verschiedener Bestien
schlüpft. Als ein schmächtiger, mit Fäusten und Tritten
um sich schlagender Krieger nimmt man die Verfolgung auf dem Friedhof
auf. Kaum wieder im Reich der Lebenden wird man sofort von zahlreichen
Untoten attackiert, so dass man die schönen Hintergrundgrafiken gar
nicht richtig genießen kann. Der Ansturm erfolgt von allen Seiten,
und mit der etwas trägen Steuerung hat man am Anfang einige Probleme,
sich seiner Haut erfolgreich zu erwehren. Jeder falsch platzierte Hieb
wird sofort durch gnadenlose Gegenangriffe der Gegner bestraft, und man
läuft Gefahr eines der wenigen Leben zu verlieren, da der vorhandene
Energievorrat sehr schnell verbraucht ist. Besondere Beachtung sollte
man den ab und zu auftauchenden blauen Hunden schenken, da diese nach
dem Ableben eine Power up-Kugel hinterlassen, die man unbedingt aufsammeln
sollte. Diese lässt unseren Helden in die Höhe und Breite wachsen,
so dass es sich nunmehr leichter kämpfen lässt. Die zweite Power
up-Kugel macht unseren Helden zu einem richtigen Muskelprotz während
die dritte ihm die Kraft einer Bestie verleiht. Im Fall des ersten Levels
wird man in einen flinken, Feuerbälle schleudernden Wolf verwandelt.
Am Levelende tritt man dem Entführer gegenüber, der sich in
Anbetracht der monströsen Kraft unseres Helden in ein scheußliches
Monster verwandelt, das es zu bekämpfen gilt. Alle, die diese Stelle
in menschlicher Form erreichen, sehen sich gezwungen den Level in einer
etwas schwereren Variante noch einmal zu wiederholen. Nachdem man den
Schurken zurechtgestutzt hat, entzieht er unserem Helden die gerade neu
erworbenen Kräfte und verschwindet im nächsten Level.
Altered Beast erstreckt sich über fünf recht kurze Levels,
die von links nach rechts scrollen und komplett nach dem gleichen Strickmuster
kreiert sind. Schlagen und Treten lautet hier die Devise, denn andere
Spielelemente kommen hier leider nicht zum Zug. Bis auf ein paar Abgründe
im dritten Level gibt es keine nennenswerten Jump´n´run-Passagen.
Für die Motivation sind allein die unterschiedlichen Beast-Transformationen
zuständig, die in jedem Level unterschiedlich ausfallen. So wird
man im zweiten Level zum Drachen, im dritten zum Bär, der meiner
Ansicht nach absolut unecht in Szene gesetzt wurde, und im vierten zum
Tiger. Jede Transformation bringt andere Kräfte mit sich, die primär
auf den Endgegner des jeweiligen Spielabschnitts zugeschnitten sind.
Die Scharren von Monstern und Untoten werden in jedem Level zahlreicher
und vor allem schneller, so das der Schwierigkeitsgrad recht schnell
ansteigt. Vor allem das Aufsammeln der Power up-Kugeln gestaltet sich
zusehends schwieriger, denn es kommt nicht selten vor, dass man von
den blauen Hunden zu Boden geworfen wird und diese dann mit der wertvollen
Beute an einem vorbeisausen. Um bei diesem Spiel wirklich erfolgreich
sein zu können, ist das Auswendiglernen der Angriffsmuster unerlässlich.
Auch wenn mich Altered Beast am Anfang des Jahres 1989 wegen der Beast-Transformation
und der schönen Endgegner sehr begeisterte, so muss ich heute leider
sagen, dass es aufgrund des monotonen Gameplays nur ein durchschnittliches
Spiel ist. Nachdem man alles einmal gesehen hat, bleibt die Motivation
auf der Strecke. Der simultane 2-Player Modus lädt jedoch ab und
zu mal zu einem Spiel ein, da eine Prügelei zu zweit immer den
doppelten Spaß garantiert. Trotz guter Ideen und interessanter
Ansätze ist Altered Beast nur ein schönes Spielchen für
zwischendurch. Kult ist es auf jeden Fall, weshalb es noch sechs Punkte
gibt.
Sich am Anfang einer großen Beliebtheit erfreuend fand Altered
Beast den Weg auf unzählige Heimsysteme. Allerdings sind die meisten
Umsetzungen so schlecht, dass sie gar keiner Erwähnung bedürfen.
Die einzigen durchaus spielbaren wurden von Sega selbst auf ihren eigenen
Heimkonsolen, dem Master System und dem Mega Drive (Genesis), veröffentlicht.
Die Master System-Umsetzung sieht für die Verhältnisse des
8-Bit-Geräts ordentlich aus, spielt sich aber sehr träge.
Der langsame Spielfluss und das viele Geflacker lassen nicht allzu viel
Freude aufkommen. Außerdem sind noch einige Beschneidungen festzustellen.
So muss man hierbei nicht nur auf den 2-Player Modus verzichten, sondern
auch noch auf einen ganzen Level. Darüber hinaus erfolgt die vollständige
Verwandlung unseres Protagonisten zur Bestie nicht über drei sondern
zwei Power up-Kugeln. Wie dem auch sei, spielen tut sich das Spiel recht
gut, wenn man bereit ist, sich auf das langsame Tempo einzulassen. Mit
dem einen Gnaden-Continue kann man es problemlos weit schaffen. In der
Wertung gibt es trotzdem einen Punkt weniger.
Die Mega Drive-Fassung hinkt dem Arcade-Vorbild grafisch etwas hinterher,
glänzt jedoch mit einer guten Spielbarkeit, die sich vor allem
in den flotten Angriffen der Spielfigur äußert. Somit ist
es um einiges einfacher zu spielen, wenn auch mangels einer Continue-Funktion
nicht ganz leicht zu beenden. Der 2-Player Modus ist hier glücklicherweise
vorhanden. Da die grafischen Nachteile die Verbesserung der Handhabung
aufheben, ist diese Umsetzung mit dem Original gleichzusetzen.
|