Die Geschichte von Amberstar fängt mit dem Jungen Tar an. Er ist
anders als alle anderen Kinder, ein Außenseiter, der von allen gehänselt
wird. In einem Streit mit seinem größten Rivalen, bringt er
diesen unbewusst mit Hilfe von Magie um. Daraufhin wird er von seinen
Zieheltern, er wurde als Kind im Wald gefunden, an einen Magier abgegeben.
So gelangt er über einige Umwege zu der Gilde der Schwarzen Magier,
wo er seine Ausbildung als fleißigster aller Schüler beginnt.
Aufgrund diverser Umstände entsteht in ihm eines Tages der unstillbare
Ehrgeiz den Fürsten der Hölle persönlich zu bezwingen.
Bei der Konfrontation zwischen den Beiden stellt Tar fest, dass der Fürst
der Hölle in Wirklichkeit sein Vater ist. Dies will er jedoch nicht
akzeptieren, und der darauffolgende Kampf zwischen den beiden bringt keinen
Sieger hervor. Thornahuun, der Fürst der Hölle, erlangt nur
die Kontrolle über Tars Geist, indem er seine Seele mit der seines
Sohnes verbindet. So entsteht Tarbos, der Gott des Chaos, der von nun
an das Land Lyramion mit Gewalt unter seine Herrschaft bringen will. Viele
tapfere Recken und Magier müssen ihr Leben lassen bevor es dem König
des Landes, seiner Tochter und den 12 letzten Magier gelingt, Tarbos in
eine Falle auf der Burg Godsbane zu locken. Hier wird er mit Hilfe des
Amberstars, einer magischen Linse zur Verstärkung der Zauberkraft,
auf dem dritten Mond von Lyramion eingesperrt. Die Burg Godsbane wird
daraufhin versiegelt und der Amberstar, der Schlüssel, in dreizehn
Teile zerbrochen, die jeweils an geheimen Orten versteckt werden. Die
Gilde der Paladine wird ins Leben gerufen, um zu verhindern, dass jemand
das Siegel aufbricht und Tarbos aus seiner Verbannung befreit. Viele Jahre
später, als keiner mehr an die Gefahr glaubt, tritt dieser Fall ein.
Der Bruder des Höllenfürsten, Bralkur, und der schwarze Magier
Marmion dringen in die Feste Godsbane ein, um Tarbos zu befreien. Mit
gemeinsamen Kräften sind sie in der Lage, das Siegel zu umgehen,
um einen langwierigen Ritus zur Befreiung von Tarbos zu starten. Und genau
hier beginnt unser Abenteuer.
Bei der Installation des Spieles wird ein Startcharakter generiert,
mit dem man das Abenteuer zu bestehen hat. Man kann hier das Geschlecht
und den Namen festlegen, sowie die Charakterwerte durch Würfeln
ändern. Ist dies erledigt und das Spiel vollständig installiert,
kann es sofort mit dem Rollenspiel losgehen.
Man beginnt auf dem Friedhof beim Grab seiner Eltern, die erst kürzlich
von wilden Orks erschlagen wurden. Von Trauer erfüllt und nun auf
sich selbst gestellt nimmt man am Anfang ein Paar kleine Aufträge
in Twinlake entgegen, um sich über Wasser zu halten. Die kleinen
Aufträge sind jedoch alles andere als einfach zu bewältigen,
da man sich aufgrund der noch recht schlechten Kampffähigkeiten
sehr schnell die Zähne an nur einer Riesenratte ausbeißen
kann. Zum Glück gibt es in der Taverne von Twinlake einen freiwilligen
Möchtegern-Dieb namens Silk, der sich uns anschließt. Zu
zweit sind die Probleme in Twinlake zu meistern, wenn auch nur mit viel
Geduld und ein wenig Glück. Danach sollte man unbedingt Shandra,
den grauen Magier, aufsuchen, der uns die Amberstar-Quest übergibt.
Ab hier kann man die große weite Welt von Lyramion selbständig
bereisen, immer auf der Suche nach Hinweisen über die dreizehn
Stücke des Amberstar. Durch den am Anfang sehr hohen Schwierigkeitsgrad
wird man jedoch zwangsläufig in eine bestimmte Richtung getrieben.
Abweichungen enden meistens tödlich für die Gruppe. Bevor
man Twinlake verlässt, sollte man auch unseren beiden ersten Charakteren
einen Beruf verpassen. Dies geschieht in einer Gilde. In Twinlake findet
man die Gilde der Krieger und die der Diebe. Für alle, die das
Spiel zum ersten Mal spielen, lohnt es sich, den eigenen Charakter zum
Krieger und Silk zum Dieb zu machen. Ist dies einmal entschieden, kann
man die Klasse nicht mehr wechseln. Zum Verbessern der Fähigkeiten
müssen die Gilden immer wieder aufs Neue aufgesucht werden.
Von technischer Seite gesehen ist Amberstar eher schwach. Die Grafiken
sind mittelmäßig und monoton, die Steuerung wirkt unausgereift.
Durch einen falschen Mausklick kann man schon beim Einkaufen sein gesamtes
und eisern gespartes Vermögen dem Händler verschenken, was
mehr als ärgerlich ist, wenn man vorher nicht gespeichert hat.
Und damit kommt man schon direkt zu einer weiteren Schwäche des
Spieles: Es gibt insgesamt nur einen einzigen Speicherstand. Sichert
man sein Spiel an der falschen Stelle, kann es passieren, dass man nicht
mehr weiterkommt und alles von vorne anfangen muss. Diese Gefahr besteht
vor allem am Anfang des Spieles, wo die Gruppe noch schwach und leicht
zu besiegen ist. Einen weiteren Kritikpunkt stellt der Kampfmodus dar.
Durch ständiges Angreifen und Parieren kann sich ein Kampf mit
vier oder mehr Gegnern zeitlich so weit ausdehnen, dass man dabei Gefahr
läuft, einzuschlafen. Des weiteren ist die Balance der Gegner unausgeglichen.
Stellen am Anfang noch Ratten und ähnliche Gegner die Gruppe vor
riesige Probleme, sind ab einer bestimmten Stufe harte Brocken wie Dämonen
und Magier ein Kinderspiel. Trotz dieser Schwächen gibt es genauso
viel Positives zu berichten. Das wichtigste an einem Rollenspiel sind
die Handlung und die Geschichte. Und die werden hier großgeschrieben.
Neben den vielen Kämpfen gibt es hier genauso viele Nicht-Spieler-Charaktere,
mit denen man sich unterhalten kann und die uns die Geschichte Lyramions
näher bringen, sowie eine ganze Reihe von teilweise sehr kniffligen
Rätseln. Die Handlungsfreiheit, die sich spätestens ab der
Mitte des Spieles komplett ausdehnt, trägt ebenfalls sehr viel
zum Spielspass bei. Das ganze Spiel wird von vielen schönen Musikstücken
begleitet, die sehr lange im Gedächtnis haften bleiben.
Zusammenfassend ist Amberstar trotz der zahlreichen technischen Schwächen
ein sehr gutes Rollenspiel, das man jedem empfehlen kann.
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