American Gladiators
Geschicklichkeit (Sport)

Axel Meßinger
Februar 06
 

Wer von den über 20-jährigen kennt sie nicht? Die American Gladiators! Eine amerikanische Show, wo einfache Leute mitmachen konnten, um gegen Gemini, Storm, Nitro und Co. in verschiedenen "Disziplinen" antreten zu können. Das ganze konnte man damals Anfang der 90´er auch bei uns sehen: nämlich auf RTL Plus. Ja, das waren noch Zeiten als es noch keine Talk- oder gar Gerichtsshows gab. Und RTL zeigte stattdessen solche legendären Serien wie "Hulk" (ihr wisst schon: mit Bill Bixby in der Hauptrolle) oder "Der Sechs Millionen Dollar Mann". Hach ja, das waren noch Zeiten. Und so was kannten wir im Osten ja nicht! ;-) Na jedenfalls, zu dieser Zeit kamen auch die American Gladiators auf RTL.

Und während diese Show wirklich Kultcharakter inne hatte, kann man das von diesem Spiel leider überhaupt nicht sagen. Es gibt nur 5 Disziplinen (siehe Screenshot), die man immer wieder bei steigendem Schwierigkeitsgrad durchspielen muss. Und diese sind noch nicht mal originalgetreu programmiert. Zum Beispiel hat man bei "Assault" mehr oder weniger das Gefühl eines Shoot´em up´s. Bei "Powerball" geht es nicht um Punktesammeln sondern darum die Rugbybälle in alle Behälter zu bekommen. Bei "Joust" springt man von einer Plattform zur nächsten und muss gleich gegen drei Gladiators ran! Das selbe gilt auch für "Human Cannonball". Und "The Wall"? Die Steuerung ist so was von hakelig, dass man es kaum schafft auch nur im entferntesten hochzuklettern!

Wo wir beim Thema sind. Die Musik ist grässlich und die Geräusche noch grässlicher. Wenn man sich so was anhören muss, ist es ja kein Wunder, dass Videospiele damals von allen als Unsinn abgetan wurden. Und die Steuerung ist, wie gesagt, ziemlich hakelig und schwierig. Bei „The Wall“ zum Beispiel muss man ziemlich schnell A und B abwechselnd drücken, um zu klettern. Des weiteren ist die Kollisionsabfrage im Spiel einfach katastrophal. Bei "Joust" muss man sich nicht richtig treffen lassen, um getroffen zu werden, etc. Die Grafik ist zwar ganz nett - aber wie heißt es so schön? Es kommt eben nicht immer auf die Grafik an! Eine Regel, die damals wie auch heute gilt.

Fazit: Habe ich in einigen meiner anderen Reviews schon erwähnt, dass man es damals einfach drauf hatte gute Lizenztitel zu programmieren, so beweist dieses Machwerk grandios das Gegenteil. Oder um es mathematisch auszudrücken: was ergibt "schlechte Steuerung + schlampige Programmierung + nerviger Sound - nette Grafik"?
An der Antwort werden entweder noch viele Spielehistoriker Jahrzehnte lang forschen müssen, oder man schaut sich einfach dieses Spiel an. Dies ist übrigens keines der schlechten Spiele, die so schlecht sind, dass sie schon wieder gut sind, sondern dieses Spiel ist einfach NUR schlecht!