Wer von den über 20-jährigen kennt sie nicht? Die American Gladiators!
Eine amerikanische Show, wo einfache Leute mitmachen konnten, um gegen
Gemini, Storm, Nitro und Co. in verschiedenen "Disziplinen"
antreten zu können. Das ganze konnte man damals Anfang der 90´er
auch bei uns sehen: nämlich auf RTL Plus. Ja, das waren noch Zeiten
als es noch keine Talk- oder gar Gerichtsshows gab. Und RTL zeigte stattdessen
solche legendären Serien wie "Hulk" (ihr wisst schon: mit
Bill Bixby in der Hauptrolle) oder "Der Sechs Millionen Dollar Mann".
Hach ja, das waren noch Zeiten. Und so was kannten wir im Osten ja nicht!
;-) Na jedenfalls, zu dieser Zeit kamen auch die American Gladiators auf
RTL.
Und während diese Show wirklich Kultcharakter inne hatte, kann
man das von diesem Spiel leider überhaupt nicht sagen. Es gibt
nur 5 Disziplinen (siehe Screenshot), die man immer wieder bei steigendem
Schwierigkeitsgrad durchspielen muss. Und diese sind noch nicht mal
originalgetreu programmiert. Zum Beispiel hat man bei "Assault"
mehr oder weniger das Gefühl eines Shoot´em up´s. Bei
"Powerball" geht es nicht um Punktesammeln sondern darum die
Rugbybälle in alle Behälter zu bekommen. Bei "Joust"
springt man von einer Plattform zur nächsten und muss gleich gegen
drei Gladiators ran! Das selbe gilt auch für "Human Cannonball".
Und "The Wall"? Die Steuerung ist so was von hakelig, dass
man es kaum schafft auch nur im entferntesten hochzuklettern!
Wo wir beim Thema sind. Die Musik ist grässlich und die Geräusche
noch grässlicher. Wenn man sich so was anhören muss, ist es
ja kein Wunder, dass Videospiele damals von allen als Unsinn abgetan
wurden. Und die Steuerung ist, wie gesagt, ziemlich hakelig und schwierig.
Bei „The Wall“ zum Beispiel muss man ziemlich schnell A
und B abwechselnd drücken, um zu klettern. Des weiteren ist die
Kollisionsabfrage im Spiel einfach katastrophal. Bei "Joust"
muss man sich nicht richtig treffen lassen, um getroffen zu werden,
etc. Die Grafik ist zwar ganz nett - aber wie heißt es so schön?
Es kommt eben nicht immer auf die Grafik an! Eine Regel, die damals
wie auch heute gilt.
Fazit: Habe ich in einigen meiner anderen Reviews schon erwähnt,
dass man es damals einfach drauf hatte gute Lizenztitel zu programmieren,
so beweist dieses Machwerk grandios das Gegenteil. Oder um es mathematisch
auszudrücken: was ergibt "schlechte Steuerung + schlampige
Programmierung + nerviger Sound - nette Grafik"?
An der Antwort werden entweder noch viele Spielehistoriker Jahrzehnte
lang forschen müssen, oder man schaut sich einfach dieses Spiel
an. Dies ist übrigens keines der schlechten Spiele, die so schlecht
sind, dass sie schon wieder gut sind, sondern dieses Spiel ist einfach
NUR schlecht!
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