So, kommen wir nun zu einem Genre, welches auf den Pixel-Heroes-Seiten
bisher ganz vernachlässigt wurde. Wenn man sich die Liste der mittlerweile
mehr als 300 Spiele so anschaut, was findet man da? Eine ganze Menge Jump´n´run´s
und viele, nein, sehr vieeele Shooter und Action-Spiele. Selbst eine Mischung
aus RPG und Tennis ist vertreten. Doch wie sieht es mit einem Genre aus,
welches so unscheinbar ist, dass es fast von niemandem bemerkt wird? Nein,
ich rede nicht von Angeln. Ich rede auch nicht von den geschätzten
634287 japanischen Mahjong-Spielen. Golf? Nope, niente, nada, nix da!
Nein, ich rede von einer Sportart, die viele von euch sicherlich schon
mal abends mit Freunden betrieben haben: das Bowling.
Und wenn man Bowling mit den Animaniacs kombiniert, dann kommt dabei
eine ganz eigenwillige Mischung heraus. Fangen wir mit der Story an:
Es ist mal wieder soweit. Das alljährliche "Ten Pin Alley"-Turnier
steht wieder an. Natürlich haben die Warner Brothers Yakko und
Wakko sowie die Warner Sister Dot eine Einladung zu diesem Turnier bekommen.
Und da eben dieses Turnier in der Öffentlichkeit so aufmerksam
verfolgt wird, denken sich natürlich auch unsere zwei Lieblingsmäuse
Pinky und Brain... Moment! Nur Brain denkt natürlich nach, wie
mit Hilfe des Turniers die Welt erobert werden kann. Pinky denkt natürlich
an etwas ganz Triviales: an die nicht bezahlte Rechnung vom letzten
Monat, an Brains neue Kleider (als ob er sie jemals anziehen würde)
oder über die Maus im nicht erreichbaren Kühlschrank der ACME-Labs
- Narf! Aber nicht nur die beiden Mäuse denken daran, dieses Turnier
für ihre Zwecke zu benutzen. Auch die kriminelle Tauben-Clique
macht dem Spieler mit einem riesigen Magneten das Gewinnen schwer...
Die Animaniacs sind natürlich aus der gleichnamigen (Pinky und
Brain ebenfalls aus ihrer eigenen) Warner Bros.-Serie bekannt, welche
1993 bis 1998 von Steven Spielberg produziert wurde (die Pinky &
Brain-Serie entstand 1995 bis 1998, vorher hatte man natürlich
etliche Auftritte bei den Animaniacs). Bisher musste die Serienlizenz
nur für einige Jump´n´run´s herhalten (SNES,
Sega Genesis, Playstation 2 und GBA), doch bei "Ten Pin Alley"
handelt es sich um ein klassisches Bowlingspiel - wie sollte es auch
anders sein. Anfangs kann man sich aus den drei Warner-Geschwistern
Yakko, Wakko und Dot sowie Mindy, Dr. S, Brain, Ralphus (der Wächter
des Wasserturms), der Krankenschwester und den Warner Bros.-CEO´s
eine Figur auswählen. Später kann man noch andere Charaktere
wie z.B. Slappy freischalten. Es gibt natürlich auch verschiedene
Spielmodi: Open Play, Team Play und Tournament. Im Open Play treten
bis zu sechs Charaktere gegeneinander an, während sich im Team
Play je 2 Dreierteams miteinander messen und es im Tournament-Modus
um die berühmte "Ten Pin Alley"-Trophäe geht, in
dem aus insgesamt 64 Teilnehmern der Sieger im KO-Verfahren ermittelt
wird. Maximal können 6 menschliche Mitspieler abwechselnd mitmachen.
So ist dieses Spiel auch für gesellige Abende mit Freunden gut
geeignet.
Des Weiteren gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade. Wenn man z.B.
"Kid" einstellt, muss man im Spiel nur die Richtung der Bowlingkugel
und die Position der Figur bestimmen. Stellt man "Pin King"
ein, so muss man zusätzlich noch die Geschwindigkeit und die Schussrichtung
auf einer Leiste durch geschicktes Drücken der X-Taste bestätigen.
Also etwas, was auch bei jedem anderen Bowling- und Golfspiel existiert
und was ich immer für sehr schwierig halte. Zusätzlich kann
man auch noch den Kugeltyp bestimmen. Zwischen "Kid" und "Pin
King" gibt es noch zwei weitere Schwierigkeitsstufen. Auch im Tournament-Modus
gibt es eine "Pro"- und eine "Amateur"-Stufe, welche
den Schwierigkeitsgrad der Gegner ermittelt. Zu guter Letzt kann man
auch noch zwischen verschiedenen Optionen die Punkteverteilung wählen.
Ihr merkt also, dass dieses Spiel sehr viel an Einstellungen zu bieten
hat.
Kommen wir zur Präsentation. Auch die ist hier sehr gut gelungen.
Im Spiel selbst gibt es jede Menge Animationen bei den Charakteren sowie
den Hintergründen wie z.B. die Tauben-Clique, die sich hinter den
Kulissen ärgert, wenn man alle 10 Kegel auf einmal wegfegt, oder
sich freut, wenn man nicht so gut abschneidet. Selbst die Kugel ist
mit netten Cartoon-Gimmicks ausgestattet. So springt sie mal ab und
an quer über die Bahn, rollt in eine der beiden Seitengassen, nur
um danach wieder herauszuspringen. Und als ob das nicht schon genug
wäre, gibt es beim Abräumen auch noch recht viele unterschiedliche
Animationen. Im Tournament-Modus gibt es zudem noch verschiedene Szenen
mit Pinky und Brain, die wie immer versuchen, die Weltherrschaft an
sich zu reißen. Die Musik ist - wie sollte es anders sein - voll
und ganz auf Cartoon getrimmt. Demzufolge also sehr witzig. Zum Glück
hält sich diese aber im Hintergrund und dient nur zur Untermalung.
Dadurch werden die Stücke nie nervig. Ansonsten kommt durch die
Geräuschkulisse relativ schnell Bowlingatmosphäre auf, ohne
aber den Cartoon-Charakter zu verlieren. Noch ein Wort zur Grafik. Sie
ist auf dem oberen PS1-Niveau angesiedelt. Zwar sind die Menüs
sehr zweckmäßig gehalten, doch die 5 verschiedenen Bowlingbahnen
sind wunderbar gemacht. Die Darstellung der Figuren finde ich ebenso
gut gelungen. Nicht zu auffällig, aber auch nicht zu fad. Natürlich
haben die Charaktere auch einige unterschiedliche Sprüche drauf.
Fazit: Dieses Spiel ist absolut gelungen und für Bowling- sowie
Zeichentrickserien-Fans sehr zu empfehlen. Besonders im Multiplayer-Modus
kommt hier viel Freude auf. Da man sich mit dem Spielen immer abwechselt,
ist dieses Spiel auch für Kuschelstunden mit der Freundin bzw.
mit dem Freund durchaus zu empfehlen. Leider ist "Ten Pin Alley"
aber nur in Amerika erschienen. Doch jeder, der seine Sammlung durch
einen Top-Titel (welcher zwar nicht wochenlang begeistern kann, aber
immer wieder zu einem kurzen Spiel zwischendurch einlädt) ergänzen
möchte, kann mit einem Import nichts falsch machen.
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