Animaniacs - Ten Pin Alley
Sport (Bowling)

Axel Meßinger
Juli 06
 

So, kommen wir nun zu einem Genre, welches auf den Pixel-Heroes-Seiten bisher ganz vernachlässigt wurde. Wenn man sich die Liste der mittlerweile mehr als 300 Spiele so anschaut, was findet man da? Eine ganze Menge Jump´n´run´s und viele, nein, sehr vieeele Shooter und Action-Spiele. Selbst eine Mischung aus RPG und Tennis ist vertreten. Doch wie sieht es mit einem Genre aus, welches so unscheinbar ist, dass es fast von niemandem bemerkt wird? Nein, ich rede nicht von Angeln. Ich rede auch nicht von den geschätzten 634287 japanischen Mahjong-Spielen. Golf? Nope, niente, nada, nix da! Nein, ich rede von einer Sportart, die viele von euch sicherlich schon mal abends mit Freunden betrieben haben: das Bowling.

Und wenn man Bowling mit den Animaniacs kombiniert, dann kommt dabei eine ganz eigenwillige Mischung heraus. Fangen wir mit der Story an: Es ist mal wieder soweit. Das alljährliche "Ten Pin Alley"-Turnier steht wieder an. Natürlich haben die Warner Brothers Yakko und Wakko sowie die Warner Sister Dot eine Einladung zu diesem Turnier bekommen. Und da eben dieses Turnier in der Öffentlichkeit so aufmerksam verfolgt wird, denken sich natürlich auch unsere zwei Lieblingsmäuse Pinky und Brain... Moment! Nur Brain denkt natürlich nach, wie mit Hilfe des Turniers die Welt erobert werden kann. Pinky denkt natürlich an etwas ganz Triviales: an die nicht bezahlte Rechnung vom letzten Monat, an Brains neue Kleider (als ob er sie jemals anziehen würde) oder über die Maus im nicht erreichbaren Kühlschrank der ACME-Labs - Narf! Aber nicht nur die beiden Mäuse denken daran, dieses Turnier für ihre Zwecke zu benutzen. Auch die kriminelle Tauben-Clique macht dem Spieler mit einem riesigen Magneten das Gewinnen schwer...

Die Animaniacs sind natürlich aus der gleichnamigen (Pinky und Brain ebenfalls aus ihrer eigenen) Warner Bros.-Serie bekannt, welche 1993 bis 1998 von Steven Spielberg produziert wurde (die Pinky & Brain-Serie entstand 1995 bis 1998, vorher hatte man natürlich etliche Auftritte bei den Animaniacs). Bisher musste die Serienlizenz nur für einige Jump´n´run´s herhalten (SNES, Sega Genesis, Playstation 2 und GBA), doch bei "Ten Pin Alley" handelt es sich um ein klassisches Bowlingspiel - wie sollte es auch anders sein. Anfangs kann man sich aus den drei Warner-Geschwistern Yakko, Wakko und Dot sowie Mindy, Dr. S, Brain, Ralphus (der Wächter des Wasserturms), der Krankenschwester und den Warner Bros.-CEO´s eine Figur auswählen. Später kann man noch andere Charaktere wie z.B. Slappy freischalten. Es gibt natürlich auch verschiedene Spielmodi: Open Play, Team Play und Tournament. Im Open Play treten bis zu sechs Charaktere gegeneinander an, während sich im Team Play je 2 Dreierteams miteinander messen und es im Tournament-Modus um die berühmte "Ten Pin Alley"-Trophäe geht, in dem aus insgesamt 64 Teilnehmern der Sieger im KO-Verfahren ermittelt wird. Maximal können 6 menschliche Mitspieler abwechselnd mitmachen. So ist dieses Spiel auch für gesellige Abende mit Freunden gut geeignet.

Des Weiteren gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade. Wenn man z.B. "Kid" einstellt, muss man im Spiel nur die Richtung der Bowlingkugel und die Position der Figur bestimmen. Stellt man "Pin King" ein, so muss man zusätzlich noch die Geschwindigkeit und die Schussrichtung auf einer Leiste durch geschicktes Drücken der X-Taste bestätigen. Also etwas, was auch bei jedem anderen Bowling- und Golfspiel existiert und was ich immer für sehr schwierig halte. Zusätzlich kann man auch noch den Kugeltyp bestimmen. Zwischen "Kid" und "Pin King" gibt es noch zwei weitere Schwierigkeitsstufen. Auch im Tournament-Modus gibt es eine "Pro"- und eine "Amateur"-Stufe, welche den Schwierigkeitsgrad der Gegner ermittelt. Zu guter Letzt kann man auch noch zwischen verschiedenen Optionen die Punkteverteilung wählen. Ihr merkt also, dass dieses Spiel sehr viel an Einstellungen zu bieten hat.

Kommen wir zur Präsentation. Auch die ist hier sehr gut gelungen. Im Spiel selbst gibt es jede Menge Animationen bei den Charakteren sowie den Hintergründen wie z.B. die Tauben-Clique, die sich hinter den Kulissen ärgert, wenn man alle 10 Kegel auf einmal wegfegt, oder sich freut, wenn man nicht so gut abschneidet. Selbst die Kugel ist mit netten Cartoon-Gimmicks ausgestattet. So springt sie mal ab und an quer über die Bahn, rollt in eine der beiden Seitengassen, nur um danach wieder herauszuspringen. Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es beim Abräumen auch noch recht viele unterschiedliche Animationen. Im Tournament-Modus gibt es zudem noch verschiedene Szenen mit Pinky und Brain, die wie immer versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die Musik ist - wie sollte es anders sein - voll und ganz auf Cartoon getrimmt. Demzufolge also sehr witzig. Zum Glück hält sich diese aber im Hintergrund und dient nur zur Untermalung. Dadurch werden die Stücke nie nervig. Ansonsten kommt durch die Geräuschkulisse relativ schnell Bowlingatmosphäre auf, ohne aber den Cartoon-Charakter zu verlieren. Noch ein Wort zur Grafik. Sie ist auf dem oberen PS1-Niveau angesiedelt. Zwar sind die Menüs sehr zweckmäßig gehalten, doch die 5 verschiedenen Bowlingbahnen sind wunderbar gemacht. Die Darstellung der Figuren finde ich ebenso gut gelungen. Nicht zu auffällig, aber auch nicht zu fad. Natürlich haben die Charaktere auch einige unterschiedliche Sprüche drauf.

Fazit: Dieses Spiel ist absolut gelungen und für Bowling- sowie Zeichentrickserien-Fans sehr zu empfehlen. Besonders im Multiplayer-Modus kommt hier viel Freude auf. Da man sich mit dem Spielen immer abwechselt, ist dieses Spiel auch für Kuschelstunden mit der Freundin bzw. mit dem Freund durchaus zu empfehlen. Leider ist "Ten Pin Alley" aber nur in Amerika erschienen. Doch jeder, der seine Sammlung durch einen Top-Titel (welcher zwar nicht wochenlang begeistern kann, aber immer wieder zu einem kurzen Spiel zwischendurch einlädt) ergänzen möchte, kann mit einem Import nichts falsch machen.