Long long ago, three dragons descended from skies above with a rolling
thunder and destroyed a kingdom into darkness.
From lenghty suffering and darkness of the kingdom came one brave fighter.
Mit diesen wenigen Worten beginnt Capcoms Action-Spektakel "Black
Tiger". Warum die westlichen Lokalisierungen den japanischen Originalnamen
"Black Dragon" nicht beibehalten haben, entzieht sich meiner
Kenntnis. Fakt ist aber, dass die japanische Version einen kleinen Tick
härter ist. Black Tiger ist auch der Name des barbarischen Helden,
der mit gehörntem Helm, glänzender Rüstung und großem
Schild eine wirklich sehr imposante Figur abgibt. Mit seinem mächtigen
Morgenstern gedenkt er die Schädel der Drachentyrannen zu zertrümmern,
deren Herrschaft das Land überschattet.
Schon auf den ersten Blick kann das Spiel direkt den klassischen Plattformern
zugeordnet werden. Den schweren, an einer langen Kette befestigten und
von Wurfdolch-Salven begleiteten Morgenstern schwingend, erwehrt man
sich permanent aller anstürmender oder wie aus dem Nichts auftauchender
Gegner, hüpft von einer Plattform zur nächsten und erklettert
diverse säulenartige Gebilde, immer den Richtungspfeilen folgend,
die den Spieler zum Endkampf des gerade aktuellen Levels dirigieren.
Acht relativ verzweigte und gut designte Levels müssen von Black
Tiger bewältigt werden, bevor man dem finalen Endgegner, dem schwarzen
Drachen gegenübertreten darf. Die primär dunkle Höhlen
und alte Gemäuer umfassenden Levels sind mit vielen gemeinen Fallen
gespickt, von denen einige, wie z.B. die von oben herabfallenden Felsbrocken,
äußerst gefährlich und andere, wie die mit messerscharfen
Speeren übersäten Fallgruben, gar direkt tödlich sind.
Kämpferisch ist Black Tiger aber zum Glück keine Mimose und
kann schon einige Treffer einstecken, bevor er sich geschlagen gibt.
Die Anzahl der verkraftbaren Treffer hängt zum einen von der Stärke
der Rüstung und zum anderen von der Vitalität ab. Die anfängliche
Rüstung verträgt nur zwei Treffer, kann aber im Laufe des
Spiels für das hart erkämpfte Geld gegen stärkere mit
vier, sechs oder acht Trefferpunkten ausgetauscht werden. Die Vitalität
kommt erst zum Einsatz, wenn die Rüstung ganz zerschlagen ist.
Von den erspielten Punkten abhängig, verbessert sie sich permanent.
Bei häufigem Gebrauch der Continue-Funktion wird man folglich nie
viel Vitalität erlangen, daher ist ein vorsichtiges Vorgehen bei
diesem doch recht schnellen Action-Spiel der Schlüssel zum Erfolg,
auch wenn das Zeitlimit zur Eile drängt. Aber es gibt auch viele
Bonus-Items. So gibt es auf dem Weg nicht nur genügend das Zeitkonto
aufstockende Sanduhren und Pow-Symbole, welche wie Smartbomben fungieren,
auch verschlossene Truhen und versteinerte weise Männer sind überall
im Spiel auszumachen. Die alten Weisen sind dabei besonders wichtig,
da sie unseren Helden nicht nur gute Ratschläge erteilen, sondern
ihm auch neue Ausrüstung, Truhenschlüssel und Gegengifttränke
verkaufen. Neben den bereits erwähnten Rüstungen bieten die
Weisen auch noch vier stärkere Morgensterne an, die für das
Weiterkommen unentbehrlich sind. Spezielle Dungeons, die mit besonders
vielen Schätzen aufwarten, lockern das Spiel noch gelegentlich
etwas auf.
Vom Schwierigkeitsgrad her ist "Black Tiger" recht moderat
ausgefallen, wenn man in die Betrachtung miteinbezieht, dass es sich
hierbei um ein Arcade-Spiel handelt. Hat man einmal die wenigen Knackstellen
und die richtigen Taktiken für die Bosse stets vor Augen, so wird
man relativ zügig weit, wenn nicht sogar bis zum Ende, kommen.
Lediglich einige schwierige Sprungpassagen im dritten Level können
schon mal für den einen oder anderen barbarischen Fluch gut sein,
da sie wirklich eine exakte und pixelgenaue Abfrage verlangen. Ein weiterer
etwas negativer Aspekt dieses ansonsten tadellosen Action-Spektakels
ist die Wiederholung der Endgegner. Eine bloße Änderung der
Farbe wie z.B. bei den drei Drachen ist etwas phantasielos. Mehr Kreativität
hätte ich den Entwicklern schon zugestanden. Aber alles andere
ist sehr gut gelungen, ob die Steuerung, die Soundkulisse, die Grafik
oder die dichte barbarische Atmosphäre, die selbst Conan gut zu
Gesicht stehen würde. Daher acht dicke Punkte für dieses tolle
Action-Vergnügen.
Auch "Black Tiger" wurde seinerzeit für einige Heimcomputer
umgesetzt, unter anderem für den Commodore Amiga und den Atari
ST. Auch wenn diese beiden Versionen optisch wirklich gut aussehen,
wird man spätestens bei der ersten Bewegung mit Black Tiger merken,
dass U.S. Gold mal wieder einen tollen Titel in den Sand gesetzt hat.
Ein wirklich hundsmiserables Scrolling und damit verbunden eine grausige
Steuerung ersticken den Spielspaß direkt im Keim. Nur jemandem
mit der Ausdauer eines Barbaren kann eines dieser Machwerke empfohlen
werden. Ich für meinen Teil greife lieber zum Original, das auf
einer der "Capcom Classics Collection" mittlerweile zu haben
ist, oder weiche viel lieber auf die kleine C-64- Fassung aus. Diese
ebenfalls von U.S. Gold vermarktete, aber von Softworx entwickelte Version
bietet zwar nur sechs im Design etwas vereinfachte Levels, kaum Hintergründe
und eine sehr klein gehaltene und pixelige Grafik, weiß aber mit
einer schnellen und flüssigen Spielbarkeit ähnlich dem Original
zu überzeugen. Nervig ist hier bloß die Tatsache, dass man
während des Springens nicht gleichzeitig mit dem Morgenstern angreifen
kann.
|