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"Order of Ecclesia" ist das mittlerweile dritte und auch letzte
Castlevania-Spiel für den Nintendo DS. Wie bereits die beiden DS-Vorgänger
und die drei Castlevania-Spiele für den Game Boy Advance bietet
es kompromisslose, mit Adventure-Elementen versehene Vampirhatz auf
höchstem Niveau. Einige kleine spielerische Unterschiede drücken
dem Spiel aber einen eigenen Stempel auf und lassen es doch wieder einzigartig
erscheinen. Das Auffälligste an "Order of Ecclesia" ist
die neue Hauptprotagonistin namens Shanoa. Seit Anbeginn der Castlevania-Reihe,
die inzwischen mehr als 20 Spiele umfasst, ist es erst das zweite Mal,
dass die schwierige Bürde, die Wiederauferstehung des Grafen Dracula
zu verhindern, primär einer Frau zufällt. Zusätzlich
wird mit diesem Spiel eine Brücke zu den etwas in der Luft hängenden
Castlevania-Spielen ohne einen Angehörigen des Belmont-Klans geschlagen
und eine weitere Lücke im Gesamtgefüge der langen Castlevania-Erzählung
geschlossen.
Als sich die Spur der Blutlinie des berühmten Belmont-Klans, der
seit dem frühen Mittelalter mit Hilfe der heiligen Peitsche gegen
den immer wiederkehrenden Grafen Dracula kämpft, irgendwann schließlich
gänzlich im unvorhergesehenen und verzweigten Verlauf der Geschichte
verliert, werden viele neue Organisationen gegründet, die auf der
Suche nach einem neuen wirksamen Mittel zur Bekämpfung des Grafen
sind. Eine davon ist die so genannte Ecclesia. Der Gründer der
Ecclesia, ein gewisser Barlowe, erforschte und entwickelte die Möglichkeit,
Dracula mittels von Glyphen zu bekämpfen. Seine Forschung gipfelte
letztendlich in der so genannten Dominus-Glyphe, der stärksten
Glyphe überhaupt. Um diese neue Kraft aber überhaupt nutzen
zu können, bildete er von Kindesalter an zwei spezielle Ecclesia-Krieger
aus und bereitete sie auf die bevorstehende Aufgabe vor. Die Namen dieser
beiden Krieger lauten Shanoa und Albus. Während Shanoa, primär
für die Vernichtung des Grafen Dracula ausgebildet, die einzigartige
Fähigkeit besitzt die Kraft der von ihrem Körper aufgenommenen
Glyphen zu kanalisieren, kann Albus, der zum Forschungsleiter der Ecclesia
und Assistenten von Barlowe wurde, mit seiner verzauberten Schusswaffe
Agartha die Glyphenenergie in die Kugeln leiten und so magische Projektile
erzeugen. Als Albus einmal vorzeitig von einer Mission zurückkehrt,
erfährt er von Shanoa, dass sie während seiner Abwesenheit
von Barlowe zur Trägerin der Dominus-Glyphe auserkoren wurde. Da
seinem Wissen nach er der Träger von Dominus werden sollte, fühlt
sich Albus von seinem Meister belogen und hintergangen. Beim anschließend
stattfindenden Ritual zu Shanoas Vorbereitung auf Dominus greift er
wütend in die Zeremonie ein, bemächtigt sich gewaltsam der
Dominus-Glyphe und löst seine Bindung zu Ecclesia, in deren Obhut
sich auch die Urne mit Draculas Überresten befindet, auf. Shanoa,
die von Albus gerade bei der Aufnahme der Glyphe gestört wurde,
verliert dabei ihr Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kommt, fehlt
ihr jegliche Erinnerung. So wird sie einige Wochen später nach
einem vorbereitenden Training von Barlowe ausgeschickt, um Albus zu
finden und die Dominus-Glyphe um jeden Preis zurückzuholen. Die
Suche nach ihrem einstigen Mitstreiter, der immer wie ein Bruder zu
ihr war, bringt aber nicht nur neue Erkenntnisse über seine Motive
und das wahre Wesen der Dominus-Glyphe, sondern auch die ganze Wahrheit
über Barlowe und seine Ecclesia-Organisation zutage. Was sich nun
genau dahinter verbirgt, sollte der gewilligte Spieler aber schon selbst
herausfinden.
Da "Order of Ecclesia" sich wirklich nur im Detail von den
anderen Castlevania-Spielen unterscheidet und sich ansonsten genauso
spielt wie die oben genannten Vorgänger, will ich mich hauptsächlich
auf die neuen Gegebenheiten beschränken. Shanoas Waffen, die Glyphen,
sind auf jeden Fall neu, auch wenn ihre Handhabung vom Prinzip her stark
an Somas Seelenaufsaugtechnik erinnert. Auch sie müssen erst von
Shanoa absorbiert werden, bevor man sie sich zu Nutze machen kann. Drei
von ihnen können dann Shanoa nach Belieben als Haupt-, Zweit- und
Rückenglyphe zugewiesen werden. Die beiden erstgenannten Glyphen
gehen dabei einen so genannten Glyphenverbund ein und sind einzeln für
normale und gemeinsam für schnelle Kombinations- und mächtige
magische Spezialangriffe zuständig. Die Fähigkeiten der großen
Rückenglyphe sind dagegen passiver Natur und bewirken metamorphosische
Veränderungen, beschwören einen Helfer herbei oder wirken
sich positiv auf die Statuswerte aus. Das Experimentieren mit den zahlreichen
Glyphen führt zu vielen neuen Angriffen und Effekten und ist wohl
das spielerische Herzstück von "Order of Ecclesia". Neu
ist auch das Vorhandensein einer Weltkarte, auf der die einzelnen, meist
doch ziemlich linear und nicht allzu lang geratenen Levels nach und
nach aufgedeckt werden. Alle vorhandenen Locations dürfen und müssen
dann von Shanoa mehrmals aufgesucht werden, denn nicht selten bergen
sie Geheimnisse, die man erst später lüften kann. Einer der
ersten Orte auf der Landkarte ist ein Dorf, dessen Bewohner von Albus
entführt und für sein Experiment missbraucht wurden. Daher
muss man überall im Spiel Ausschau nach verschleppten Dorfbewohnern
halten und sie aus ihrer misslichen Lage befreien, damit sie in das
geheimnisumwitterte Dorf zurückkehren können. Wenn man sie
später dort besucht, bedanken sie sich bei Shanoa, indem sie ihr
bei ihrer Aufgabe helfen. So erstellt der Heiler neue und stärkere
Heilgegenstände, der Schmied neue und bessere Rüstungen, die
Näherin neue Stoffkreationen oder man bekommt direkt eine brauchbare
Sache in die Hand gedrückt. Allerdings muss man für die betroffenen
Personen vorher immer noch etwas besorgen oder eine bestimmte Aufgabe
für sie erledigen, wie z.B. Kräuter oder Erze beschaffen,
einige spezielle Fotos aufnehmen oder irgendwelche Monster beseitigen.
Diese Missionen machen besonders viel Spaß und motivieren ungemein.
Neu sind auch die verstreuten Truhen, die je nach Aussehen gewöhnliche
oder sehr seltene Gegenstände beherbergen können. Alles andere
ist gewohnte Kost, heißt Erfahrungspunkte anhäufen, Treffer-,
Magiepunkte und Herzen permanent aufstocken, Gold sammeln sowie Ausschau
nach besseren Rüstungsgegenständen, Ringen und den wenigen,
aber fürs Weiterkommen äußerst wichtigen Reliquien halten.
Grafisch und akustisch zeigt sich "Order of Ecclesia" natürlich
auch von der besten Seite, mit tollen und stimmungsvollen Hintergründen
sowie eingängigen und verspielten Melodien. Dazu gesellen sich
wirklich abwechslungsreiche und fordernde Bosskämpfe, die wahrlich
die ganze Kreativität der Entwickler widerspiegeln. "Order
of Ecclesia" ist insgesamt ein wenig anspruchsvoller ausgefallen
als die beiden Vorgänger, was allerdings positiv zu werten ist.
Zwei geheime Levels und der Albus-Spielmodus, bei dem als einzige Ausnahme
die Touchpen-Steuerung zwecks Teleportation benötigt wird, sowie
weitere Spielmodi runden das Gesamtpaket dieses gelungenen Castlevania-Spieles
ab.
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