Crosswize
Shoot´em up

Lyrion
März 09
 

Es weiß sicherlich nicht jeder, dass es zu dem doch relativ bekannten Spiel "Sidewize" auch eine Fortsetzung gibt. "Crosswize" heißt sie und ist ausschließlich auf dem ZX Spectrum erschienen.

Bei "Crosswize" muss der Jetpack-Kämpfer aus "Sidewize", welcher sich durch den erfolgreichen Abschluss seiner Mission einen legendären Ruf in der gesamten Galaxie erworben hat, erneut eine sehr gefährliche Aufgabe übernehmen. Der Planet Luna Sys Ref 7091 wird von Aliens angegriffen, und es gibt scheinbar niemanden sonst, der sich ihnen entgegenstellen und die Bevölkerung dieses Planeten vor dem sicheren Untergang retten könnte. Also muss der Sidewize-Spieler wieder ran an den Kempston Joystick.

Unter technischen und spielerischen Aspekten betrachtet gleicht "Crosswize" so ziemlich dem Vorgänger, jedoch mit einigen kleinen Unterschieden, die dann doch ein etwas anderes Spielgefühl vermitteln. Am auffälligsten ist wohl die nicht mehr komplett monochrom gehaltene Grafik, so dass man nun mehrere Farben gleichzeitig auf dem Bildschirm bewundern kann. Wow, was für ein Fortschritt! =) Allerdings sind die einzelnen Elemente immer einfarbig gehalten, wie vom ZX Spectrum halt gewohnt, und sie verfärben sich schon mal, z.B. wenn ein fliegendes Gegnersprite ein andersfarbiges Grafikelement passiert. Des Weiteren gibt es bei "Crosswize" keine Hintergründe sondern nur noch Vordergründe, welche bei einer Kollision direkt ein Leben kosten. Da diese meistens viel Platz für sich beanspruchen, hat man auch oftmals viel weniger Raum zum Manövrieren. Dies wird aber dadurch ausgeglichen, dass unser Jetpack-Kämpfer sich nun umdrehen und nach hinten feuern kann, was eine wirklich große spielerische Verbesserung darstellt. Einen definitiven Rückschritt bildet aber das Vorhandensein des zusätzlichen zweistufigen Energiebalkens, welcher selbstständig und kontinuierlich immer mehr abnimmt. Befindet sich der Energielevel im gelben Bereich, ist noch alles in bester Ordnung, sinkt er in den roten Bereich ab, verliert die Spielfigur an Fluggeschwindigkeit, und erreicht er den Wert Null, ist ein Leben fällig. Auf dem Flug gibt es aber immer genügend Energy Pods zum Aufsammeln, so dass man auf diese Weise eigentlich nie ein Leben verlieren sollte. Dennoch, dies ist eine wirklich etwas seltsame Gegebenheit. Ebenso fragwürdig ist das neue Waffensystem, bei dem die als Weaponry Instalations bezeichneten Power up´s optisch mit einem Fragezeichen unterlegt sind. Beim Überfliegen des Symbols wird auf der Statusleiste durch Blinken angezeigt, um welche Waffe (Laser Fire, Bullet Fire, Surround Fire, Shield und Smart Bomb) es sich dabei handelt. Bei Bedarf kann sie per Knopfdruck aufgenommen werden. Wird das entsprechende Symbol anschließend weiß markiert, ist die neue Waffe stärker, bei gelb dagegen schwächer. Richtig wild um sich ballern kann man mit den aufgelesenen Waffen aber nicht, da sie im Gebrauch stark limitiert sind, was eher ein sparsames und umsichtiges Vorgehen verlangt. Kriegt man jedoch in der Zwischenzeit ein weiteres gleichartiges Power up in die Finger, so wird die Waffe noch um ein weiteres Mal verstärkt. Dies ist aber eigentlich durch die vordefinierte Platzierung der Weaponry Instalations immer vorbestimmt, genauso wie der Zustand des Energiebalkens, denn die Geschwindigkeit des Scrollings lässt sich nicht beeinflussen. Dadurch verliert dieses aufwendige Waffen- und Energiesystem aus meiner Sicht etwas an Bedeutung.

Insgesamt betrachtet ist "Crosswize" ein gutes, aber auch ein sehr schwieriges Spiel, das vor allem an Profis gerichtet ist. Die drei relativ kurzen Levels muss man sich wirklich gut einprägen, um bei den Knackstellen immer auf das Kommende vorbereitet zu sein. Andernfalls kommt man nicht allzu weit. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger ist "Crosswize" aber definitiv schwächer. Auch die dichte Atmosphäre, welche "Sidewize" auszeichnet, vermisse ich hier. Die im Design sehr langweiligen und eigentlich immer gleich aussehenden Endgegner reißen das Spiel ebenfalls ein wenig in das Bewertungstief.