Es weiß sicherlich nicht jeder, dass es zu dem doch relativ bekannten
Spiel "Sidewize" auch eine Fortsetzung gibt. "Crosswize"
heißt sie und ist ausschließlich auf dem ZX Spectrum erschienen.
Bei "Crosswize" muss der Jetpack-Kämpfer aus "Sidewize",
welcher sich durch den erfolgreichen Abschluss seiner Mission einen
legendären Ruf in der gesamten Galaxie erworben hat, erneut eine
sehr gefährliche Aufgabe übernehmen. Der Planet Luna Sys Ref
7091 wird von Aliens angegriffen, und es gibt scheinbar niemanden sonst,
der sich ihnen entgegenstellen und die Bevölkerung dieses Planeten
vor dem sicheren Untergang retten könnte. Also muss der Sidewize-Spieler
wieder ran an den Kempston Joystick.
Unter technischen und spielerischen Aspekten betrachtet gleicht "Crosswize"
so ziemlich dem Vorgänger, jedoch mit einigen kleinen Unterschieden,
die dann doch ein etwas anderes Spielgefühl vermitteln. Am auffälligsten
ist wohl die nicht mehr komplett monochrom gehaltene Grafik, so dass
man nun mehrere Farben gleichzeitig auf dem Bildschirm bewundern kann.
Wow, was für ein Fortschritt! =) Allerdings sind die einzelnen
Elemente immer einfarbig gehalten, wie vom ZX Spectrum halt gewohnt,
und sie verfärben sich schon mal, z.B. wenn ein fliegendes Gegnersprite
ein andersfarbiges Grafikelement passiert. Des Weiteren gibt es bei
"Crosswize" keine Hintergründe sondern nur noch Vordergründe,
welche bei einer Kollision direkt ein Leben kosten. Da diese meistens
viel Platz für sich beanspruchen, hat man auch oftmals viel weniger
Raum zum Manövrieren. Dies wird aber dadurch ausgeglichen, dass
unser Jetpack-Kämpfer sich nun umdrehen und nach hinten feuern
kann, was eine wirklich große spielerische Verbesserung darstellt.
Einen definitiven Rückschritt bildet aber das Vorhandensein des
zusätzlichen zweistufigen Energiebalkens, welcher selbstständig
und kontinuierlich immer mehr abnimmt. Befindet sich der Energielevel
im gelben Bereich, ist noch alles in bester Ordnung, sinkt er in den
roten Bereich ab, verliert die Spielfigur an Fluggeschwindigkeit, und
erreicht er den Wert Null, ist ein Leben fällig. Auf dem Flug gibt
es aber immer genügend Energy Pods zum Aufsammeln, so dass man
auf diese Weise eigentlich nie ein Leben verlieren sollte. Dennoch,
dies ist eine wirklich etwas seltsame Gegebenheit. Ebenso fragwürdig
ist das neue Waffensystem, bei dem die als Weaponry Instalations bezeichneten
Power up´s optisch mit einem Fragezeichen unterlegt sind. Beim
Überfliegen des Symbols wird auf der Statusleiste durch Blinken
angezeigt, um welche Waffe (Laser Fire, Bullet Fire, Surround Fire,
Shield und Smart Bomb) es sich dabei handelt. Bei Bedarf kann sie per
Knopfdruck aufgenommen werden. Wird das entsprechende Symbol anschließend
weiß markiert, ist die neue Waffe stärker, bei gelb dagegen
schwächer. Richtig wild um sich ballern kann man mit den aufgelesenen
Waffen aber nicht, da sie im Gebrauch stark limitiert sind, was eher
ein sparsames und umsichtiges Vorgehen verlangt. Kriegt man jedoch in
der Zwischenzeit ein weiteres gleichartiges Power up in die Finger,
so wird die Waffe noch um ein weiteres Mal verstärkt. Dies ist
aber eigentlich durch die vordefinierte Platzierung der Weaponry Instalations
immer vorbestimmt, genauso wie der Zustand des Energiebalkens, denn
die Geschwindigkeit des Scrollings lässt sich nicht beeinflussen.
Dadurch verliert dieses aufwendige Waffen- und Energiesystem aus meiner
Sicht etwas an Bedeutung.
Insgesamt betrachtet ist "Crosswize" ein gutes, aber auch
ein sehr schwieriges Spiel, das vor allem an Profis gerichtet ist. Die
drei relativ kurzen Levels muss man sich wirklich gut einprägen,
um bei den Knackstellen immer auf das Kommende vorbereitet zu sein.
Andernfalls kommt man nicht allzu weit. Im direkten Vergleich mit dem
Vorgänger ist "Crosswize" aber definitiv schwächer.
Auch die dichte Atmosphäre, welche "Sidewize" auszeichnet,
vermisse ich hier. Die im Design sehr langweiligen und eigentlich immer
gleich aussehenden Endgegner reißen das Spiel ebenfalls ein wenig
in das Bewertungstief.
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