Darius Burst
Shoot´em up


Minrod
Februar 10

 


Die Shoot´em up´s von Taito, denen die Geschichte des Planeten "Darius", der neuen Wahlheimat der Menschen, zugrunde liegt, zählen neben den R-Type- und Gradius-Spielen zu den langlebigsten und bekanntesten ihrer Zunft. Mit dem Slogan "Warning! A huge battleship is approaching fast." hat sich die Darius-Reihe ebenfalls einen sowohl charakteristischen als auch hervorragenden Ruf erarbeitet. Die daraufhin folgenden riesigen Kampfschiffe, die immer an biomechanische Fische und andere maritime Lebewesen erinnern, machen alle Darius-Spiele unverwechselbar. Als frühere Bewahrer der Erde möchten sie sich an der Menschheit rächen, die ihrem völlig ausgebeuteten und verwahrlosten Heimatplaneten den Rücken gekehrt hat. Somit behandeln diese relativ unkomplizierten Spiele bereits seit 1986 ein brisantes und immer mehr in den Vordergrund rückendes Problem der realen Welt. Nicht allzu anders wird es sich bei "Darius Burst" für die PSP verhalten, das als letzter Teil der Reihe erst vor einem Monat in Japan erschienenen ist und nun zu Sprache kommen soll.

Im Cockpit eines Silver Hawk sitzend geht es nach dem Start des Arcade-Modus sofort mit berauschender Geschwindigkeit los. Man flitzt durch wirklich wunderschöne Landschaften und erfreut sich dabei einer gelungenen musikalischen Untermalung, die aufgrund der Unterstützung einer weiblichen Stimme an "Darius Gaiden" erinnert. Die Bewaffnung des eigenen Raumgleiters ist dabei nach wie vor mit der des allerersten Darius-Spieles identisch. Man verfügt über ein Frontalgeschoss, unterstützende Raketen sowie Schutzschilde, die erst nach Aufnahme des passenden Power up´s aktiviert werden. Durch das Einsammeln weiterer Power up´s wird die Bewaffnung nach und nach ausgebaut, so dass man nach einiger Zeit über eine starke Feuerkraft verfügt. Und diese geht beim Ableben auch nicht verloren, wie es bislang immer der Fall war. Nur im Schwierigkeitsgrad "Hard" wird die Bewaffnung um eine einzige Stufe zurückgeschraubt, was im Vergleich mit den vorangegangenen Darius-Spielen lapidar ist, da man bei ihnen immer aller Power up´s beraubt wurde, sofern nicht einer der zwei Waffen-Checkpoints erreicht wurde, die im Fall der Frontalbewaffnung den Vulcan- jeweils zum Laser- bzw. Plasma-Geschoss ausbauen. Somit spielt sich "Darius Burst" wesentlich besser und entspannter als alle Vorgänger, zumal man beim Verlust eines Lebens sofort wieder an Ort und Stelle ins Spiel einsteigen darf. Rücksetzpunkte gehören hier ebenfalls der Vergangenheit an. Durch den titelgebenden Burst-Beam, mit dem sich noch leichter alles wegputzen lässt, spricht das ganze Unterfangen auch Shoot´em up-Neulinge an, die mit dem Arcade-Modus wirklich keine Probleme haben dürften.

Trotz der auf Anhieb erkennbaren spielerischen Weiterentwicklung stellte sich bei mir nach dem Beenden des ersten Levels eine gewisse Enttäuschung ein. Anstatt wie erwartet vor die Wahl zwischen Zone B und C gestellt zu werden, geht es hier automatisch weiter, was für die Reihe absolut untypisch ist. Die Splitterung erfolgt dann doch noch im nächsten Level. Die in den letzten Darius-Spielen ausgelebte hohe Vielseitigkeit geht dadurch aber verloren, zumal man bereits nach dem fünften Level den Abspann zu sehen bekommt. Somit bietet das Spiel insgesamt nur elf Levels mit vier unterschiedlichen Endbossen. Alle vorherigen Zwischenbosse sind trotz unterschiedlicher Zonen identisch, was für einen weiteren Dämpfer sorgt.

Zwei freispielbare Raumschiffe, die sich jedoch zu wenig vom ersten abheben, sowie der Burst- und Mission-Modus sorgen aber noch für eine frische Brise und somit zusätzliche Motivation. Im Burst-Modus darf man erwartungsgemäß nach Lust und Laune mit dem Burst-Beam hantieren, da dieser sich selbständig wieder auflädt. Die Gegnerschar nimmt dagegen erheblich zu und die Standardbewaffnung ist auf einem recht niedrigen Level fixiert. Zudem verfügt man nur über ein einziges Leben, dafür aber von Anfang an über ein recht starkes Schutzschild. Der Mission-Modus setzt einem diverse Spielabschnitte mit bestimmten Voraussetzungen vor die Nase, die ebenfalls mit einem einzigen Leben gemeistert werden müssen. Der Schwierigkeitsgrad nimmt hier für meine Verhältnisse aber dermaßen schnell zu, dass ich als Gelegenheitspilot schnell die Flinte ins Korn werfen musste. Das ist eindeutig der Modus, der hartgesottene Shooter-Liebhaber am meisten ansprechen wird.

Fazit: "Darius Burst" ist aus spielerischer und technischer Sicht zweifellos ein gelungener Shooter und kann deshalb mit Sicherheit als das beste portable Spiel der Reihe bezeichnet werden. Die mangelnde Abwechslung für Gelegenheitsspieler, die einerseits mit dem Arcade-Modus unter- und andrerseits mit dem Mission-Modus überfordert werden, sorgt für einige Abstriche, so dass ich letztendlich nur das Prädikat "Gut" vergeben kann. Profi-Spieler können die Gesamtwertung für sich aber bedenkenlos um einen Punkt erhöhen, zumal hier noch einige weitere Extras freigespielt werden können.