Deep Core
Action

Minrod
März 09
 

"Gods" im Science-Fiction-Gewand! Dieser Ausruf passt auf "Deep Core" wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Eine kantige Spielfigur, riesige Sprites sowie ein recht komplexes Leveldesign lassen das Plattformspiel wie einen Zwilling des gepriesenen Werkes der Bitmap Brothers erscheinen. Dennoch wird es von zahlreichen Amiga-Spielern als billige Nachahmung abgestempelt. Meine ersten Erfahrungen mit "Deep Core" ließen an dieser Aussage jedoch einige Zweifel aufkommen, weshalb ich es gründlich auf Herz und Nieren testen musste. Das Ergebnis dieser medizinischen Untersuchung möchte ich euch nun vorstellen.

Captain Downrazor heißt der muskulöse Protagonist des Spieles, der nach dem Absturz eines unbekannten Objektes im Indischen Ozean in einer Unterwasser-Forschungsstation für Nukleartechnologie nach dem Rechten sehen soll. Und was er in den tiefsten Tiefen vorfindet, dürfte jedem Spieler von Anfang an klar sein: bösartige Aliens, die mal wieder nichts Besseres im Sinn haben, als die menschliche Rasse auszulöschen.

Im Taucheranzug und nur mit einer Standardkanone ausgerüstet betritt man furchtlos die schon zum Teil überflutete Station. Die in vielen Blautönen gehaltene Grafik fängt die Unterwasser-Atmosphäre gut ein, die im Zusammenhang mit der sehr großen Spielfigur und ebenso großen Gegnern sogar ein Gefühl der Klaustrophobie vermitteln kann, als ob man sich in einem feuchten Sarg aufhalten würde. Man sollte aber nicht allzu lange bei der Betrachtung der Umgebung verweilen, da der mitgeführte Sauerstoffvorrat in Form einer Oxygen-Anzeige stetig abnimmt und im schlimmsten Fall zum Verlust eines der drei Leben führt. Eile ist jedoch genauso wenig angesagt, da man sonst nicht allzu weit kommt. Unbedachte Aktionen führen schnell zu unnötigem Kontakt mit Gegnern und Fallen, dem der recht kurze Energiebalken unseres Helden in der Regel nicht standhält. Aus diesem Grund mag das Spiel anfangs auf viele recht schwer wirken.

Mit Umsicht ist es allerdings sehr gut zu handhaben, da Captain Downrazor als waschechter Militär den Joystickbefehlen vorbildlich gehorcht. Nach kurzer Zeit darf die Feuerwaffe aufgewertet oder gänzlich durch eine stärkere ersetzt werden. Diverse Plasma- und Laserkanonen stehen einem dabei zur Verfügung, die durch das mehrmalige Aufsammeln des gleichen Symbols gehörig verstärkt werden können. Beim Wechsel ist jedoch Vorsicht geboten, da jede neu aufgelesene Waffe immer den schwächsten Feuerlevel aufweist. Zusätzlich dürfen noch einige Smart-Bombs mit sich getragen werden, die bei Bedarf durch das Halten des Feuerbuttons aktiviert werden. Da das Inventar jedoch nur Platz für ganze drei Gegenstände bietet, kann man sie sich meistens nicht für einen günstigen Zeitpunkt aufsparen, da zahlreiche Schlüssel, ohne die man nicht weiterkommt, zwangsläufig aufgesammelt werden wollen. Die Levelgestaltung fällt dabei nicht so verzweigt wie beim Vorbild aus, um das Auswendiglernen der optimalen Ablauffolge kommt man hier aber trotzdem nicht herum. Mehrere Anläufe pro Level sollte man somit einkalkulieren, da unvertraute Gegner und Hindernisse sowie unnötige Laufstrecken schnell an den Energie- und Sauerstoffreserven zehren.

Aufgelockert wird die Alien-Jagd durch zahlreiche Bonusräume sowie einen Jetpack-Abschnitt im dritten Level. Und in diesem trifft man ebenfalls auf den ersten großen Boss. Leider auch den letzten und somit einzigen im ganzen Spiel, das mit nur drei Levels insgesamt etwas zu kurz ausfällt. Als ich den Abspann zu Gesicht bekam, war ich etwas enttäuscht, da mir "Deep Core" wirklich viel Spaß gemacht hat. Auch wenn es nicht ganz an das Vorbild herankommt, so ist es verdammt gut. Musikalisch wird hier leider ebenfalls zu wenig geboten. Nur der Titelbildschirm weist einen netten Track auf, das Spiel selbst verzichtet auf jegliche Untermalung.

Für alle, die sich mit dem Spiel etwas schwer tun, hier die Passwörter, die im Startbildschirm durch das Drücken der Leertaste eingetippt werden können:

Level 2: Reanimator
Level 3: Psychonaut