D/Generation
Action-Adventure

Minrod
Januar 10
 

Singapur am 27. Juni des Jahres 2021. Im Labor des Biowaffenriesen Genoq gerät ein Experiment außer Kontrolle, woraufhin der gesamte Gebäudekomplex zu einer tödlichen Falle für alle Insassen wird. Blöd nur, dass der als Kurier beschäftigte Protagonist des Action-Adventure-Klassikers "D/Generation" gerade an diesem unglücklichen Tag ein Paket an einen Forscher von Genoq ausliefern muss. Als er das 80. Stockwerk des Hochhauses betritt, wird er ebenfalls in dem Gebäude eingeschlossen, mitsamt einem verrückt spielenden Sicherheitssystem sowie einer Horde undefinierbarer, tödlicher Lebewesen. Ohne Fluchtmöglichkeit bleibt ihm nichts anderes übrig, als seinen Kunden, den geheimnisvollen Dr. Derrida, aufzusuchen.

Das gesamte Geschehen findet aus der isometrischen Perspektive statt. Das 1991 bei uns erschienene Spiel für den PC (DOS), Commodore Amiga sowie Atari ST kann dabei präzise mit der Tastatur bedient werden. Nur die zwei Jahre später veröffentlichte und etwas aufpolierte Neuauflage für den Amiga CD32 greift systembedingt auf ein Gamepad zurück, was zu einer etwas ungenauen Steuerung der Spielfigur führt. Ansonsten ist "D/Generation" auf allen Systemen nahezu identisch, da es mit einer recht simplen und nahezu minimalistischen grafischen Gestaltung daherkommt. Die vorwiegend in schwarz und blau gehaltene Optik bot schon seinerzeit genug Anlass zu negativer Kritik. Diese wurde jedoch aufgrund des sehr anspruchsvollen und ausgetüftelten Gameplays kollektiv rasch im Keim erstickt. Musik- und soundtechnisch wird hier praktisch so gut wie nichts geboten.

Die Stärke von "D/Generation" liegt in den zahlreichen Puzzle-Aufgaben, die, mit der damals recht neuen Survival-Horror-Thematik kombiniert, eine unglaublich spannende Herausforderung darstellten. Es ging nicht nur einfach darum eine bestimmte Aufgabe zu lösen, sondern auch zu überleben. Die zugegeben recht unspektakulär wirkenden Feinde wie rote Gummibälle oder blaue Kautschukstangen konnten einen wirklich in Stücke reißen, was trotz ihrer harmlosen Erscheinung sehr gruselig wirkte. So betrachtet kann man "D/Generation" als einen Vorläufer der modernen Survival-Horror-Spiele ansehen, die erst mit "Resident Evil" so richtig populär wurden.

Aber zurück zum eigentlichen Spiel. Das Ziel von "D/Generation" ist es, das 89. Stockwerk zu erreichen, in dem sich Dr. Derrida angeblich befinden soll. Somit besteht das Spiel aus zehn Stockwerken, die jeweils ein Level symbolisieren. Auch wenn überall im Spiel gespeichert werden darf, fängt man nach jedem Laden immer am Anfang des zuletzt erreichten Stockwerks an, so dass jeder Level am Stück bewältigt werden muss. Den Schlüssel zum Erfolg stellt die am Anfang des Spieles aufgefundene Laser-Pistole dar, mit der nicht nur Feinde vernichtet, sondern auch zahlreiche Schalter aktiviert oder deaktiviert werden. Dabei muss man oft über Ecken schießen, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Unzählige Selbstschussanlagen, versteckte Fallen und zahlreiche Teleporter regen die Gehirnzellen des Spielers im fortgeschrittenen Spielverlauf noch mehr an, so dass man nie zum Verschnaufen kommt. Jeder einzelne Raum stellt ein in sich abgeschlossenes Rätsel dar, das es zu knacken gilt, will man es unversehrt passieren. Die überall verschanzten und verschreckten Genoq-Mitarbeiter sollten unbedingt gerettet werden, aber erst wenn der jeweilige Raum gesichert ist. Als Belohnung winken immer ein Zusatzleben und ab und zu nützliche Informationen über die seltsamen Vorkommnisse oder gar ein Passwort, ohne das man gar nicht weiterkommt. Granaten oder gar Bomben sind sporadisch im Hochhaus verstreut und sollten sorgsam benutzt werden. Während sich die Granaten am besten zur Ausschaltung störender Selbstschussanlagen eignen, fungieren die Bomben als eine Art Freikarte für alles, da sie auch verschlossene Türen zerstören.

Fazit: "D/Generation" ist ein wirklich solides und trotz der bescheidenen Präsentation unterhaltsames Spiel, das noch heute durchaus fesseln kann. In Anbetracht der Weiterentwicklung wird man es aber als viel zu kurz und einseitig empfinden, so dass es trotz des verdienten Kultstatus nicht besser als gut ist. Natürlich auf allen erwähnten Systemen.