Discworld
Adventure

Barto
März 09
 

Basierend auf den Geschichten von Terry Pratchetts Scheibenwelt erblickte Mitte der neunziger Jahre des vorangegangen Jahrhunderts die gleichnamige Adventure-Reihe das Licht der Welt. Der erste Teil mit dem schlichten Namen Discworld erschien zunächst auf dem PC, wurde kurze Zeit später aber auch für die damals aktuelle Konsolengeneration von Sega und Sony umgesetzt. Wurde der Saturn noch mit deutschen Texten und englischer Sprachausgabe bedacht, entschied man sich bei der etwas späteren Veröffentlichung der Playstation-Version, dem deutschen Markt eine komplett synchronisierte Fassung zu spendieren. Die Fassungen unterscheiden sich dann auch lediglich durch minimale Nuancen in den Ladezeiten und natürlich in der Sprachausgabe, weswegen sie im Folgenden gleich behandelt werden sollen.

In der Rolle des wenig begabten Zauberers Rincewind gilt es die Stadt Ankh-Morpork von einem feuerspeienden Drachen zu befreien, der den Einwohnern ihr Vermögen stiehlt und sie anschließend mit Vorliebe röstet. Im Laufe der sehr gut erzählten Geschichte erfährt der geneigte Spieler, dass der Drache dies nicht freiwillig tut, sondern von einem bösen Schattenkult für die nächtlichen Raubzüge missbraucht wird.

Wie von klassischen Point & Clicks gewohnt, sucht ihr an den schönsten und abstoßendsten Stellen der Stadt nach Verwertbarem und redet mit allen Personen auf der Jagd nach Hinweisen zur Aufklärung der seltsamen Vorkommnisse in der Stadt. Die Dialoge sind dabei sehr gut getextet und lassen euch Raum für Konversationen, indem ihr wählt, ob ihr freundlich oder launisch, fragend oder spöttisch mit eurem Gegenüber reden wollt. Häufig ziehen sich die Dialoge dabei arg in die Länge, wer aber auf englischen Humor und witzige Texte steht, wird sich nur selten langweilen.

Führt ihr grade keine Gespräche, seid ihr mit dem Kombinieren und Suchen von Gegenständen, die ihr in eurer laufenden Truhe mit euch führt, beschäftigt. Dies gerät teilweise zu einer herben Geduldsprobe, da sich einem viele der komplizierten Rätsel nur mit ständigem Ausprobieren erschließen.

Grafisch wird euch viel geboten, sehr schön gezeichnete Hintergründe sowie witzige Animationen versüßen euch das Suchen und Rätseln. Auch der Soundtrack ist wirklich gelungen und begeistert mit schönen mittelalterlichen Klängen, die stets gut zur Szenerie passen. Ebenso gut gelungen ist die Sprachausgabe, sowohl in Englisch wie in Deutsch, wobei Puristen die englische Fassung wohl bevorzugen dürften.

Die Ladezeiten bei den Konsolenfassungen sind dabei erträglich, viel schlimmer ist teilweise das Tempo unseres feigen Zauberers, der manchmal recht lange braucht, um in den nachziehenden Szenarien hinterherzukommen.

Eine Komplettlösung ist bei diesem, meines Erachtens nach, überaus gelungenen Abenteuer sicherlich nicht fehl am Platze und niemand braucht sich schämen, wenn er die abstrusen Rätsel nicht sofort alleine gestemmt bekommt.

Insgesamt stellt Discworld für mich eines der besten Spiele seiner Zunft dar und ist jedem Freund von Adventures und/oder englischem Humor ans Herz zu legen. Der haarsträubende Schwierigkeitsgrad lässt sich mit etwas Hilfe gut entschärfen und wird durch eine enorm dichte Atmosphäre und tolle Dialoge aufgefangen.