Basierend auf den Geschichten von Terry Pratchetts Scheibenwelt erblickte
Mitte der neunziger Jahre des vorangegangen Jahrhunderts die gleichnamige
Adventure-Reihe das Licht der Welt. Der erste Teil mit dem schlichten
Namen Discworld erschien zunächst auf dem PC, wurde kurze Zeit später
aber auch für die damals aktuelle Konsolengeneration von Sega und
Sony umgesetzt. Wurde der Saturn noch mit deutschen Texten und englischer
Sprachausgabe bedacht, entschied man sich bei der etwas späteren
Veröffentlichung der Playstation-Version, dem deutschen Markt eine
komplett synchronisierte Fassung zu spendieren. Die Fassungen unterscheiden
sich dann auch lediglich durch minimale Nuancen in den Ladezeiten und
natürlich in der Sprachausgabe, weswegen sie im Folgenden gleich
behandelt werden sollen.
In der Rolle des wenig begabten Zauberers Rincewind gilt es die Stadt
Ankh-Morpork von einem feuerspeienden Drachen zu befreien, der den Einwohnern
ihr Vermögen stiehlt und sie anschließend mit Vorliebe röstet.
Im Laufe der sehr gut erzählten Geschichte erfährt der geneigte
Spieler, dass der Drache dies nicht freiwillig tut, sondern von einem
bösen Schattenkult für die nächtlichen Raubzüge
missbraucht wird.
Wie von klassischen Point & Clicks gewohnt, sucht ihr an den schönsten
und abstoßendsten Stellen der Stadt nach Verwertbarem und redet
mit allen Personen auf der Jagd nach Hinweisen zur Aufklärung der
seltsamen Vorkommnisse in der Stadt. Die Dialoge sind dabei sehr gut
getextet und lassen euch Raum für Konversationen, indem ihr wählt,
ob ihr freundlich oder launisch, fragend oder spöttisch mit eurem
Gegenüber reden wollt. Häufig ziehen sich die Dialoge dabei
arg in die Länge, wer aber auf englischen Humor und witzige Texte
steht, wird sich nur selten langweilen.
Führt ihr grade keine Gespräche, seid ihr mit dem Kombinieren
und Suchen von Gegenständen, die ihr in eurer laufenden Truhe mit
euch führt, beschäftigt. Dies gerät teilweise zu einer
herben Geduldsprobe, da sich einem viele der komplizierten Rätsel
nur mit ständigem Ausprobieren erschließen.
Grafisch wird euch viel geboten, sehr schön gezeichnete Hintergründe
sowie witzige Animationen versüßen euch das Suchen und Rätseln.
Auch der Soundtrack ist wirklich gelungen und begeistert mit schönen
mittelalterlichen Klängen, die stets gut zur Szenerie passen. Ebenso
gut gelungen ist die Sprachausgabe, sowohl in Englisch wie in Deutsch,
wobei Puristen die englische Fassung wohl bevorzugen dürften.
Die Ladezeiten bei den Konsolenfassungen sind dabei erträglich,
viel schlimmer ist teilweise das Tempo unseres feigen Zauberers, der
manchmal recht lange braucht, um in den nachziehenden Szenarien hinterherzukommen.
Eine Komplettlösung ist bei diesem, meines Erachtens nach, überaus
gelungenen Abenteuer sicherlich nicht fehl am Platze und niemand braucht
sich schämen, wenn er die abstrusen Rätsel nicht sofort alleine
gestemmt bekommt.
Insgesamt stellt Discworld für mich eines der besten Spiele seiner
Zunft dar und ist jedem Freund von Adventures und/oder englischem Humor
ans Herz zu legen. Der haarsträubende Schwierigkeitsgrad lässt
sich mit etwas Hilfe gut entschärfen und wird durch eine enorm
dichte Atmosphäre und tolle Dialoge aufgefangen.
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