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Bis vor einigen Monaten war "Final Fantasy 3" das einzige
Spiel der Reihe, das im Gegensatz zu allen anderen Final Fantasy-Teilen
noch nie in irgendeiner Form, sei es als Original, Neuauflage oder Konvertierung,
außerhalb von Japan veröffentlicht wurde, und selbst im Land
des Lächelns war es bis dato nur als das NES-Original aus dem Jahre
1990 zu haben. Damit ist nun aber endgültig Schluss, denn bedingt
durch den Siegeszug des Nintendo DS hat sich Square Enix dazu entschlossen
endlich diese Lücke zu schließen und "Final Fantasy
3" exklusiv in einer komplett überarbeiteten 3D-Fassung weltweit
auf dieser kleinen Konsole herauszubringen.
Von der Story her schlägt der dritte Teil in die gleiche Kerbe
wie die Vorgänger und auch viele andere ähnliche japanische
Rollenspiele, nur halt mit etwas anderen Schwerpunkten bzw. Nuancen.
Es geht mal wieder um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, um
das Licht und die Dunkelheit, um das Gleichgewicht bzw. die Harmonie
zwischen den beiden und um das ewige Nichts, das alles zu verschlingen
droht. Und nur die Macht der Hoffnung vermag sich dieser übermächtigen
Kraft entgegenzustellen. Es wird hier also ein sehr philosophisches,
wenn nicht sogar ein wenig religiöses Thema behandelt, welches
geschickt in ein unterhaltendes Medium verpackt wurde. Aus dieser Sicht
betrachtet ist auch "Final Fantasy 3" als ein relativ lehrreiches
Phantasie-Abenteuer zu werten, das den Spielern gewisse Werte auf der
Basis der Unterhaltung vermitteln möchte.
Das Abenteuer beginnt mit einem großen Erdbeben. Durch dieses
sollten die vier Kristalle, welche das Licht der Welt darstellen, vernichtet
und somit der Weg der Dunkelheit geebnet werden, was jedoch der dunklen
Macht nicht gänzlich gelungen ist. Die Kristalle, für das
weltliche Gleichgewicht mitverantwortlich, wählen in dieser dunklen
Stunde vier Krieger des Lichts aus, auf deren Schultern die schwere
Bürde lastet die Weltordnung wiederherstellen zu müssen. Später
im Spiel erfährt man auch, dass vor 1000 Jahren bereits ein ähnlicher
Vorfall die Welt beinahe zerstörte, jedoch war es damals genau
umgekehrt. Die Dominanz des Lichtes hatte die Dunkelheit nahezu ganz
verdrängt, und nur durch den Kampf der vier auserwählten Ritter
der Dunkelheit konnte das Schlimmste verhindert werden.
Luneth, ein abenteuerlustiger Junge aus dem Dorf Ur ist der erste Krieger
des Lichts. Beim Erdbeben fällt er in ein Loch, wo er nach einer
Bewährungsprobe vom sich dort befindenden Kristall des Windes für
würdig erachtet und auf die Suche nach den drei weiteren Auserwählten
geschickt wird. Diese sind dann auch relativ schnell gefunden. Gleich
in seinem Heimatdorf trifft Luneth auf seinen besten Freund, den viel
wissenden, aber schüchternen Bücherwurm Arc. Nach dem Besuch
des Nachbardorfes Kazus schließt sich die von zu Hause davongelaufene
Refia den beiden an, und nur kurze Zeit später lernt man den treuen
Soldaten von König Sasune namens Ingus kennen. Gemeinsam macht
man sich anschließend an die erste Herausforderung des Spieles,
die mit dem Fluch eines Dschinns zusammenhängt. Diese kleine Aufgabe
ist schnell gelöst, und schon steht man erneut vor dem Kristall
des Windes. Nun, da die vierköpfige Heldengruppe komplett ist,
wird man auch mit der Kraft des Kristalls gesegnet, was sich in einem
interessanten Feature widerspiegelt, nämlich der Wahl der Berufe.
Mit "Final Fantasy 3" wurde seinerzeit zum ersten Mal dieses
neuartige Element mit ins Spielgeschehen integriert, welches wohl viel
mehr Abwechslung bieten, die Motivation ankurbeln und zudem jedem Spieler
erlauben sollte sich seine eigene recht individuell gestaltete Abenteurergruppe
zusammenzustellen. Jedes Mal, wenn man einen anderen der vier Kristalle,
die den vier Naturelementen entsprechen, aufspürt, werden einige
neue Berufe der Auswahl hinzugefügt, wobei man die allerbesten
und stärksten natürlich erst vom zuletzt gefundenen Kristall
erhält. Zusammen mit dem anfänglichen Freiberufler kann man
im Laufe des Spieles auf folgende 22 Berufe zurückgreifen, welche
die Entwicklung der Charaktere natürlich unterschiedlich beeinflussen
und ihnen spezifische Fähigkeiten verleihen:
1. Freiberufler - der Allrounder sozusagen, ohne Vor- und Nachteile.
Als besondere Fähigkeit kann der Freiberufler weiße und schwarze
Magie der ersten Stufe wirken.
2. Krieger - der obligatorische Kämpfer, wenn es um den Umgang
mit den meisten Waffen geht. Seine besondere Fähigkeit ist der
Ausfall, mit dem er im Kampf mehr Schaden als mit dem Standardangriff
zufügen kann.
3. Weißmagier - der klassische und unverzichtbare Beruf, kann
der Weißmagier doch alle Wunden, Krankheiten und Zustandsveränderungen
heilen sowie auch gefallenen Charakteren neue Lebensgeister einhauchen.
Er kann die weiße Magie allerdings nur bis zur siebten Stufe wirken.
Die achte und letzte Stufe bleibt ihm verwehrt.
4. Schwarzmagier - als der Gegenpart zum Weißmagier ist der Schwarzmagier
auf zerstörerische Angriffsmagie spezialisiert. Er kann die schwarze
Magie ebenfalls nur bis zur siebten Stufe erlernen. Die achte und letzte
Stufe bleibt auch ihm für immer verwehrt.
5. Mönch - ein Kämpfer, der sich lieber auf seine Fäuste
als auf den blanken Stahl verlässt. Mit der Rache-Fähigkeit,
welche Konterangriffe erlaubt, ist dieser Beruf ideal für etwas
unsichere Spieler.
6. Rotmagier - dieser Beruf ist eigentlich eine Fusion aus den Fähigkeiten
des Weiß- und Schwarzmagiers, so dass der Rotmagier sowohl die
weiße wie auch die schwarze Magie bis zur siebten Stufe wirken
kann.
7. Dieb - Stehlen und sich vom Acker machen, das sind die großen
Talente des flinken und wendigen Diebes, aber auch das Öffnen verschlossener
Türen ist für ihn eine der leichtesten Übungen. Das ist
der Beruf, in dem man am schnellsten die 99. Stufe erreichen kann.
8. Waldläufer - mit Pfeil und Bogen ausgerüstet kann er gleichzeitig
vier zufällige Ziele unter Beschuss nehmen.
9. Ritter - ein gut gepanzerter Kämpfer mit einer hohen Abwehr
und der Fähigkeit die Weißmagie der ersten Stufe zu sprechen.
Die ehrenvollen Ritter stellen sich schon mal schützend vor andere
Charaktere, um sie so vor großem Schaden zu bewahren.
10. Gelehrter - Studieren ist seine Vorliebe, das Wissen über die
Schwächen der vielen Gegner sein Verdienst (Analyse). Zudem ist
der Gelehrte auch noch auf dem Gebiet beider Magieschulen bewandt, allerdings
nur bis zur dritten Stufe.
11. Geomant - mit dem Befehl Terrain kann er eine zufällige Kraft
der Natur anzapfen und auf diese Weise starke Elementarzauber hervorrufen.
Ein sehr interessanter und vielseitiger Beruf.
12. Wikinger - das Reizen der Gegner mit dem Nebeneffekt der Lenkung
ihrer Aufmerksamkeit auf sich selbst und der Senkung ihrer Abwehr ist
die Spezialität des Äxte schwingenden robusten Kämpfers.
13. Dragoon - ein mit Speeren kämpfender Drachenritter, welcher
mit seiner Sprung-Attacke besonders fliegenden Gegnern einen enormen
Schaden zufügen kann.
14. Karateka - die Boost-Fähigkeit verstärkt seine nachfolgenden
Angriffe, man sollte es aber nicht übertreiben.
15. Dunkelritter - einen kleinen Teil seiner Lebensenergie opfern, um
auf diese Art allen Gegnern großen Schaden zuzufügen, das
kann man nur als Dunkelritter. In Verbindung mit einem Weißmagier
ein sehr brauchbarer Beruf.
16. Beschwörer - wie der Name schon sagt, beschwört er mittels
Magie Helfer herauf, welche im Kampf entweder einen positiven weißmagischen,
sich auf die Gruppe auswirkenden oder einen starken schwarzmagischen
auf die Gegner abzielenden Zauber bzw. Angriff bewirkt. Der Gruppe stehen
unterstützend folgende Wesen zur Seite: Chocobo, Shiva, Ramuh,
Ifrit, Titan, Odin, Leviathan und Bahamut.
17. Barde - mit seiner Harfe und seinem Gesang kann er die Moral der
Gruppe steigern oder die der Gegner senken.
18. Hexer - als die Vervollkommnung des Schwarzmagiers kann man mit
dem Beruf des Hexers die stärksten Angriffszauber überhaupt,
die der achten Stufe, sprechen.
19. Schamane - mit diesem Beruf steht dem Spieler endlich die achte
und letzte Stufe der weißen Magie zur Verfügung. Gerade der
Wiederbelebungszauber Erzengel ist später sehr wichtig.
20. Evokateur - ein Perfektionist unter den Beschwörern, welcher
den beschworenen Wesen sowohl den Weiß- wie auch Schwarzmagie-Effekt
gleichzeitig entlocken kann.
21. Weiser - der Beherrscher aller Magie- wie auch Beschwörungszauber
bis hin zur letzten Stufe.
22. Ninja - der Beruf des Ninja ist vielleicht der wichtigste, denn
mit seiner Wurf-Fähigkeit kann man alle Waffen als starke Geschosse
verwenden. Der Shuriken, die stärkste und teuerste Wurfwaffe im
ganzen Spiel (welche in großer Menge beim versteckten Händler
in Eureka erworben werden kann) macht selbst beim allerletzten Endgegner
noch satte 9999 Schadenspunkte.
Da es doch recht viele Berufe gibt, wird man in der Regel sowieso nicht
alle meistern können, es sei denn man investiert eine Unmenge an
Zeit in dieses Spiel. Daher ist es ratsamer sich für einige einem
zusagende Jobs zu entscheiden. Im Spiel gibt es allerdings einige Stellen,
welche mit bestimmten Berufen viel leichter zu bewältigen sind,
wozu z.B. einige Endgegnerkämpfe gehören. Da lohnt es sich
die Ratschläge der Bewohner zu beherzigen, zwingend erforderlich
ist es aber nicht. Mag man z.B. unter gar keinen Umständen einen
Dieb in seinen Reihen haben, welcher in dem goldenen Schloss mit zig
verschlossenen Türen eigentlich die erste Wahl ist, kann man sich
auch wahlweise in einem kleinen Dorf mit magischen Schlüsseln eindecken,
die ebenfalls jede Tür öffnen. Dieses Beispiel lässt
sich eigentlich auf alle berufsbedingten Situationen im Spiel ummünzen,
so dass der Spieler letztendlich immer die Entscheidungsfreiheit besitzt
die Berufe wählen zu können, die er möchte. Die einzige
Ausnahme bilden die Abschnitte, in denen man unter dem Einfluss des
Zaubers Wicht unterwegs ist. Da muss man eigentlich nur Magiekundige
in der Gruppe haben, denn mit physischen Attacken kann man aufgrund
dieser Zustandsveränderung nichts gegen die Gegner ausrichten.
Auf der Suche nach den drei weiteren Kristallen durchquert man in gewohnter
Manier den gesamten Kontinent, immer von einem Punkt zum nächsten,
den erhaltenen Hinweisen und Informationen entsprechend folgend. Während
dieser Reise bringt man viele Dinge in Erfahrung, z.B. dass es sich
bei den vier Helden allesamt um Waisenkinder handelt, dass der schwebende
Kontinent nur einen kleinen Teil der Welt darstellt, dass hinter dem
großen Erdbeben ein gewisser Xande steckt usw. "Final Fantasy
3" ist noch sehr klassisch und geradlinig aufgebaut, eine Abweichung
vom vorgeschriebenen Weg ist eigentlich so gut wie nicht möglich.
Den Hauptkern der Aufgabe stellt meiner Ansicht nach die Suche nach
verschiedenen Flugschiffen dar, mit denen bestimmte Hindernisse überwunden
werden können. Hier und da trifft man noch auf einige Nebencharaktere,
welche die Gruppe temporär begleiten und gelegentlich auch aktiv
im Kampf unterstützen.
Wirklich positiv sind die technischen Aspekte des Spieles. Komplett
in schönen 3D-Grafiken gehalten, von denen das Intro ganz besonders
hervorsticht, weiß es den Next-Generation-Spielern sicherlich
zu gefallen. Ich für meinen Teil hätte das Spiel lieber in
einer bunten und verbesserten 2D-Grafik gesehen, ähnlich den Playstation-,
GBA- und PSP-Remakes der anderen Final Fantasy-Teile. Nun, es ist aber
wie es ist, meckern muss man hier definitiv nicht, also höre ich
auch damit auf. Wirklich toll gelungen ist die musikalische Darbietung
von "Final Fantasy 3", besonders in den späteren Levels
und beim allerletzten Endkampf. Und auch die Touchscreen-Steuerung wie
die Nutzung der beiden Bildschirme (oben findet man z.B. immer die Landkarte)
verdient ein Lob, wobei ich zur Steuerung sagen muss, dass mich die
Eingabe der Kampfbefehle schon etwas genervt hat, da ich anstelle einer
Bestätigung des Öfteren einen Abbruch des Befehls ausgelöst
habe, wenn ich nicht exakt den gewünschten Charakter getroffen
habe. Notfalls kann man aber immer noch auf die Buttons zurückgreifen.
Ein wenig lästig empfand ich ebenfalls das ständige Zoomen
der Umgebung, stets auf der Suche nach einem Funkeln, das den Standort
auffindbarer Gegenstände wie z.B. der seltenen Elixiere preisgibt,
sowie die Tatsache, dass nach jedem Berufswechsel die Charaktere komplett
neu ausgerüstet werden müssen. Vergisst man es einmal, was
mir auch einige Male passiert ist, steht man im nächsten Kampf
den Gegnern so gut wie nackt gegenüber und muss das Weite suchen.
Positiv empfand ich aber, dass man Kämpfer mit zwei Waffen ausrüsten
darf, was die ewig vielen und gleichen Kämpfe auf jeden Fall ein
wenig beschleunigt.
Abschließend kann ich sagen, dass "Final Fantasy 3"
ziemlich gut gelungen ist und mindestens an die 30 Stunden lang gute
Unterhaltungskost bietet. Allerdings ist das ganze Spiel an heutigen
Maßstäben gemessen etwas zu überschaubar, und durch
den Einsatz der neumodernen 3D-Grafik wollte bei einem Retro-Spieler
wie mir der Funken nicht so ganz überspringen wie bei den anderen
2D-Remakes. Auch das recht interessante, jedoch durch die große
Vielfalt - sprich Qual der Wahl - stellenweise etwas nervende Berufssystem,
welches im fünften Teil der Reihe in einer überarbeiteten
Version erneut Anwendung fand, lässt mich nur acht Punkte an dieses
Spiel vergeben.
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