Galaxy Gayvan
Beat´em up

Minrod
Juli 09
 

Beat´em up´s haben es auf der PC-Engine nicht leicht, eifern doch die meisten Vertreter dieses Genres den großen Arcade- und Neo Geo-Vorbildern nach, ohne nur annähernd an deren Qualität heranzukommen. Trotz großer Kämpfersprites vermögen sie aufgrund mangelnder Animationen und unbeholfener Bewegungsabläufe nicht so richtig zu überzeugen, auch wenn sie der PC-Engine wirklich alles abverlangen. Es gibt aber auch einige Ausreißer, die sich der Leistungsfähigkeit des Systems angepasst haben und trotz kleinen Spielfiguren eine Menge Spaß machen. Eines dieser Spiele, das ich euch nun vorstellen möchte, heißt "Galaxy Gayvan".

Mit zwei schlagfertigen Detektiven, dem Galaxy Gayvan Hiro und seiner Partnerin Mittchi, mischt man hier eine Bande fieser Weltraumschurken auf. Um den Kopf der Ganoven unschädlich zu machen, muss man sich alleine oder zu zweit durch insgesamt sieben Spielabschnitte durchprügeln, die auf einer geraden Linie von links nach rechts scrollen. Damit erinnert das Spiel etwas an Irems "Kung Fu Master", mit dem Science-Fiction-Setting, der lustigen Comicgrafik sowie einer überraschend breiten Angriffspalette setzt es aber viele eigene Akzente.

Eine Besonderheit stellen die mechanischen Kampfanzüge der beiden Protagonisten dar, in die sie, sofern ausreichend Energie vorhanden, jederzeit schlüpfen können. Dadurch ist man nicht nur stärker und schneller, sondern kann auch auf einige nützliche Superattacken zurückgreifen. Sie werden durch etwas umständliche Gamepad-Abfragen, die glücklicherweise im japanschen Handbuch verständlich dargestellt werden, abgerufen und verbrauchen einen guten Teil der Energie. Die Energieleiste des Kampfanzugs schrumpft bei dessen Einsatz langsam von alleine, lädt sich bei Nichtinanspruchnahme wiederum selbständig auf. Durch den daraus resultierenden häufigen Wechsel zwischen dem gepanzerten und nichtgepanzerten Kampfmodus erhält das Spiel eine gewisse taktische Note.

Der Schwierigkeitsgrad ist variabel und lässt sich in den Spieloptionen von "Normal" auf "Easy" oder "Hard" ändern, was sich in der Stärke der Gegner auswirkt. Das Spiel ist bereits im einfachen Schwierigkeitsgrad anspruchsvoll und gegen Ende schwierig. Die übelgelaunten Schurken greifen von beiden Seiten an und werden im Verlauf des Einsatzes immer trickreicher. Die Endgegner, die mit Ausnahme des sechsten am Ende eines jeden Spielabschnitts warten, sind sehr hartnäckig und keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen. Mit Übung und etwas Geduld, die aufgrund eines Zeitlimits jedoch nicht überstrapaziert werden sollte, sind sie zu knacken. Der finale Boss hat mir aber dennoch einige Kopfschmerzen bereitet. Seine schnellen Angriffe sind äußerst effektiv und lassen den Lebensbalken unserer Helden extrem stark schrumpfen. Sofern die Continue-Funktion in den Optionen aktiviert wurde, muss man im Fall einer Niederlage nicht ganz von vorne anfangen, sondern kann das Abenteuer am Anfang des zuletzt erreichten Spielabschnitts beginnen. Nur gegen Ende müssen die beiden letzten Levels am Stück durchgespielt werden.

Von der technischen Darbietung her kann "Galaxy Gayvan" als gehobenen angesehen werden. Die recht kleinen Figuren samt zahlreichen Animationen sind sehr gelungen, die vorwiegend leblosen Hintergründe sind dagegen recht eintönig. Die Steuerung klappt dagegen anstandslos und auch die Spezialangriffe gehen gut von der Hand. Der simultane 2-Spieler-Modus spricht für sich. Die musikalische Untermalung plätschert dagegen nur so vor sich hin und überzeugt selten.

Nichtsdestotrotz haben wir hier einen der besten Beat´em up´s für die Engine vorliegen, das von Genreliebhabern nicht ignoriert werden sollte. Mit dem zusätzlichen Omake VS-Modus darf man sich hier sogar noch miteinander messen, was der Abwechslung zu Gute kommt.