Beat´em up´s haben es auf der PC-Engine nicht leicht, eifern
doch die meisten Vertreter dieses Genres den großen Arcade- und
Neo Geo-Vorbildern nach, ohne nur annähernd an deren Qualität
heranzukommen. Trotz großer Kämpfersprites vermögen sie
aufgrund mangelnder Animationen und unbeholfener Bewegungsabläufe
nicht so richtig zu überzeugen, auch wenn sie der PC-Engine wirklich
alles abverlangen. Es gibt aber auch einige Ausreißer, die sich
der Leistungsfähigkeit des Systems angepasst haben und trotz kleinen
Spielfiguren eine Menge Spaß machen. Eines dieser Spiele, das ich
euch nun vorstellen möchte, heißt "Galaxy Gayvan".
Mit zwei schlagfertigen Detektiven, dem Galaxy Gayvan Hiro und seiner
Partnerin Mittchi, mischt man hier eine Bande fieser Weltraumschurken
auf. Um den Kopf der Ganoven unschädlich zu machen, muss man sich
alleine oder zu zweit durch insgesamt sieben Spielabschnitte durchprügeln,
die auf einer geraden Linie von links nach rechts scrollen. Damit erinnert
das Spiel etwas an Irems "Kung Fu Master", mit dem Science-Fiction-Setting,
der lustigen Comicgrafik sowie einer überraschend breiten Angriffspalette
setzt es aber viele eigene Akzente.
Eine Besonderheit stellen die mechanischen Kampfanzüge der beiden
Protagonisten dar, in die sie, sofern ausreichend Energie vorhanden,
jederzeit schlüpfen können. Dadurch ist man nicht nur stärker
und schneller, sondern kann auch auf einige nützliche Superattacken
zurückgreifen. Sie werden durch etwas umständliche Gamepad-Abfragen,
die glücklicherweise im japanschen Handbuch verständlich dargestellt
werden, abgerufen und verbrauchen einen guten Teil der Energie. Die
Energieleiste des Kampfanzugs schrumpft bei dessen Einsatz langsam von
alleine, lädt sich bei Nichtinanspruchnahme wiederum selbständig
auf. Durch den daraus resultierenden häufigen Wechsel zwischen
dem gepanzerten und nichtgepanzerten Kampfmodus erhält das Spiel
eine gewisse taktische Note.
Der Schwierigkeitsgrad ist variabel und lässt sich in den Spieloptionen
von "Normal" auf "Easy" oder "Hard" ändern,
was sich in der Stärke der Gegner auswirkt. Das Spiel ist bereits
im einfachen Schwierigkeitsgrad anspruchsvoll und gegen Ende schwierig.
Die übelgelaunten Schurken greifen von beiden Seiten an und werden
im Verlauf des Einsatzes immer trickreicher. Die Endgegner, die mit
Ausnahme des sechsten am Ende eines jeden Spielabschnitts warten, sind
sehr hartnäckig und keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen.
Mit Übung und etwas Geduld, die aufgrund eines Zeitlimits jedoch
nicht überstrapaziert werden sollte, sind sie zu knacken. Der finale
Boss hat mir aber dennoch einige Kopfschmerzen bereitet. Seine schnellen
Angriffe sind äußerst effektiv und lassen den Lebensbalken
unserer Helden extrem stark schrumpfen. Sofern die Continue-Funktion
in den Optionen aktiviert wurde, muss man im Fall einer Niederlage nicht
ganz von vorne anfangen, sondern kann das Abenteuer am Anfang des zuletzt
erreichten Spielabschnitts beginnen. Nur gegen Ende müssen die
beiden letzten Levels am Stück durchgespielt werden.
Von der technischen Darbietung her kann "Galaxy Gayvan" als
gehobenen angesehen werden. Die recht kleinen Figuren samt zahlreichen
Animationen sind sehr gelungen, die vorwiegend leblosen Hintergründe
sind dagegen recht eintönig. Die Steuerung klappt dagegen anstandslos
und auch die Spezialangriffe gehen gut von der Hand. Der simultane 2-Spieler-Modus
spricht für sich. Die musikalische Untermalung plätschert
dagegen nur so vor sich hin und überzeugt selten.
Nichtsdestotrotz haben wir hier einen der besten Beat´em up´s
für die Engine vorliegen, das von Genreliebhabern nicht ignoriert
werden sollte. Mit dem zusätzlichen Omake VS-Modus darf man sich
hier sogar noch miteinander messen, was der Abwechslung zu Gute kommt.
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