|
Als die Meldung über ein neues "Giana Sisters" in aller
Munde war, haben viele der mittlerweile alt gewordenen Fans auf ein
kleines Wunder gehofft. Aus der Feder von Armin Gessert, dem Schöpfer
des C-64-Klassikers höchstpersönlich, hätte es der Mario-Killer
schlechthin werden sollen, und das ironischerweise auf dem Nintendo
DS, einem Handheld des unbeliebten Widersachers, der seinerzeit aufgrund
zahlreicher Parallelen zu "Super Mario Bros." das Original
vom Markt entfernen ließ. Dies liegt nun schon mehr als 20 Jahre
zurück. Zwischenzeitlich hat Nintendos Maskottchen Mario unzählige
Höhenflüge hinter sich gebracht, die ihn jedes Mal agiler,
frischer und besser denn je erscheinen ließen. Und da das neue
"Giana Sisters DS" sich krampfhaft an alte Wurzeln klammert,
kann es einem Mario-Spiel nicht mehr im Geringsten gefährlich werden.
Dies alleine wäre noch kein Beinbruch, hätte man den Schwierigkeitsgrad
nicht zu stark heruntergeschraubt. "Giana Sisters DS" ist
dermaßen einfach, dass man es als alter Hase des Genres beinahe
mit geschlossenen Augen durchspielen kann, auch wenn die Levels viel
umfangreicher sind und nicht mehr so gradlinig verlaufen. Erst in den
letzten 20 der insgesamt 80 regulären Levels kommt etwas mehr Schwung
in die zwar sehr liebevoll gestaltete, aber mangels Anspruch auf die
Dauer etwas zu langweilige Jump´n´run-Kost.
Technisch hat man sich dabei wirklich sehr viel Mühe gegeben,
was sich nicht nur in den wunderschönen Grafiken, sondern auch
in der makellosen Handhabung und in der außerordentlich gut arrangierten
Originalmusik von Chris Hülsbeck widerspiegelt. Auf die Sonderfunktionen
des Nintendo DS wird nur in Form des Mikrofons zurückgegriffen,
in den man pusten muss, um die knuffige oder rockige Giana in einer
Kaugummiblase durch die Umgebung zu bewegen. Alternativ kann diese Neuerung
aber auch mittels eines Buttons gehandhabt werden. Als weiteres neues
Spielelement tritt noch die Soda-Flasche, mit der sich Steine kaputt
machen lassen, in Erscheinung.
Weitere Innovationen sind rar gesät. Neben den üblichen blauen
Diamanten, die bei 100 Stück ein Extra-Leben einbringen, gibt es
in jedem Level noch einige, teilweise recht gut versteckte rote Edelsteine.
Diese sollte man unbedingt ausfindig machen, denn nur wenn man innerhalb
einer Welt alle aufliest, wird einem der Zugang zum Bonuslevel gewährt.
Hier kann dann aufgrund der reich vorhandenen Diamantenbestände
das eigene Lebenskonto aufgestockt werden, welches sich gegen Ende des
Spieles bei mir schon fast im dreistelligen Bereich befand. Der immer
fieser und stärker werdende Drache am Ende jeder Welt konnte mir
auch nie ernsthaft schaden. Die Suche nach den roten Klunkern sollte
man aber immerhin noch wegen der letzten Bonusrunde eifrig betreiben,
denn diese setzt sich aus allen Levels des Originalspieles zusammen.
Leider ebenfalls in einer extrem entschärften Fassung. :( Die daraufhin
frei geschaltete neunte Welt fordert dann endlich einigermaßen
heraus, ist aber mit ganzen drei Levels wiederum viel zu kurz.
Fazit: "Giana Sisters DS" ist sicherlich nicht das, was man
sich als Fan der ersten Stunde erhofft hat, da das Spiel einfach zu
kindgerecht ausgefallen ist. Aus Sicht eines erfahrenen Spielers vergebe
ich sechs Punkte, denn immerhin bietet es einen gewissen Unterhaltungsgrad,
schon wegen der putzigen Darstellung und der schönen Musik. Aus
Sicht der neuen Zielgruppe, also unerfahrenen jungen Spielern, könnte
man aber mit Sicherheit acht Punkte in Betracht ziehen, so dass ich
letztendlich sieben Punkte als Kompromiss vergebe.
|