Giana Sisters DS
Jump´n´run


Minrod
Oktober 09

 


Als die Meldung über ein neues "Giana Sisters" in aller Munde war, haben viele der mittlerweile alt gewordenen Fans auf ein kleines Wunder gehofft. Aus der Feder von Armin Gessert, dem Schöpfer des C-64-Klassikers höchstpersönlich, hätte es der Mario-Killer schlechthin werden sollen, und das ironischerweise auf dem Nintendo DS, einem Handheld des unbeliebten Widersachers, der seinerzeit aufgrund zahlreicher Parallelen zu "Super Mario Bros." das Original vom Markt entfernen ließ. Dies liegt nun schon mehr als 20 Jahre zurück. Zwischenzeitlich hat Nintendos Maskottchen Mario unzählige Höhenflüge hinter sich gebracht, die ihn jedes Mal agiler, frischer und besser denn je erscheinen ließen. Und da das neue "Giana Sisters DS" sich krampfhaft an alte Wurzeln klammert, kann es einem Mario-Spiel nicht mehr im Geringsten gefährlich werden. Dies alleine wäre noch kein Beinbruch, hätte man den Schwierigkeitsgrad nicht zu stark heruntergeschraubt. "Giana Sisters DS" ist dermaßen einfach, dass man es als alter Hase des Genres beinahe mit geschlossenen Augen durchspielen kann, auch wenn die Levels viel umfangreicher sind und nicht mehr so gradlinig verlaufen. Erst in den letzten 20 der insgesamt 80 regulären Levels kommt etwas mehr Schwung in die zwar sehr liebevoll gestaltete, aber mangels Anspruch auf die Dauer etwas zu langweilige Jump´n´run-Kost.

Technisch hat man sich dabei wirklich sehr viel Mühe gegeben, was sich nicht nur in den wunderschönen Grafiken, sondern auch in der makellosen Handhabung und in der außerordentlich gut arrangierten Originalmusik von Chris Hülsbeck widerspiegelt. Auf die Sonderfunktionen des Nintendo DS wird nur in Form des Mikrofons zurückgegriffen, in den man pusten muss, um die knuffige oder rockige Giana in einer Kaugummiblase durch die Umgebung zu bewegen. Alternativ kann diese Neuerung aber auch mittels eines Buttons gehandhabt werden. Als weiteres neues Spielelement tritt noch die Soda-Flasche, mit der sich Steine kaputt machen lassen, in Erscheinung.

Weitere Innovationen sind rar gesät. Neben den üblichen blauen Diamanten, die bei 100 Stück ein Extra-Leben einbringen, gibt es in jedem Level noch einige, teilweise recht gut versteckte rote Edelsteine. Diese sollte man unbedingt ausfindig machen, denn nur wenn man innerhalb einer Welt alle aufliest, wird einem der Zugang zum Bonuslevel gewährt. Hier kann dann aufgrund der reich vorhandenen Diamantenbestände das eigene Lebenskonto aufgestockt werden, welches sich gegen Ende des Spieles bei mir schon fast im dreistelligen Bereich befand. Der immer fieser und stärker werdende Drache am Ende jeder Welt konnte mir auch nie ernsthaft schaden. Die Suche nach den roten Klunkern sollte man aber immerhin noch wegen der letzten Bonusrunde eifrig betreiben, denn diese setzt sich aus allen Levels des Originalspieles zusammen. Leider ebenfalls in einer extrem entschärften Fassung. :( Die daraufhin frei geschaltete neunte Welt fordert dann endlich einigermaßen heraus, ist aber mit ganzen drei Levels wiederum viel zu kurz.

Fazit: "Giana Sisters DS" ist sicherlich nicht das, was man sich als Fan der ersten Stunde erhofft hat, da das Spiel einfach zu kindgerecht ausgefallen ist. Aus Sicht eines erfahrenen Spielers vergebe ich sechs Punkte, denn immerhin bietet es einen gewissen Unterhaltungsgrad, schon wegen der putzigen Darstellung und der schönen Musik. Aus Sicht der neuen Zielgruppe, also unerfahrenen jungen Spielern, könnte man aber mit Sicherheit acht Punkte in Betracht ziehen, so dass ich letztendlich sieben Punkte als Kompromiss vergebe.