Mit diesem exotischen Titel erwartet den Spieler ein einzigartiges und
actiongeladenes Cyber-Ninja-Abenteuer, das wirklich in jeder Hinsicht
zu überzeugen weiß. Schon nach einer kurzen Einspielphase hat
Hagane bei mir den Eindruck erweckt, dass es sich hierbei um eine wirklich
sehr gelungene Mischung aus Turrican, Probotector (Contra) und Shinobi
handeln muss, denn vieles an den zahlreichen Moves der Hauptfigur Hagane,
der Steuerung und dem Leveldesign hat mich sogleich an diese drei bekannten
Spielgrößen erinnert.
Hagane ist ein sehr kampflustiger Ninja, ein Cyber-Ninja um genauer
zu sein, der über eine übermenschliche Schnelligkeit und ungeheuerliche
Kampfkraft verfügt. Dies war aber nicht immer so. Bevor er zu einem
Cyborg wurde, war Hagane ein mächtiger menschlicher Ninja aus Fleisch
und Blut, der dem Fuma-Clan angehörte. Dieser Ninja-Organisation,
die die geheimen Ninja-Künste sowie die schwarze Magie beherrschte,
oblag die Bewachung des Heiligen Grals (es ist schon wirklich unglaublich,
wo der Heilige Gral überall auftaucht), der der Sage nach die große
Macht hat, die gesamte Welt zu vernichten. Eines Tages aber wurde der
Fuma-Clan plötzlich von dem Koma-Clan überfallen, einer ähnlichen
Ninja-Gruppierung, welche die Erde mit Hilfe der zerstörerischen
Kraft des Heiligen Grals in Schutt und Asche legen möchte. Bei
diesem unverhofften Angriff kamen alle Angehörigen des Fuma-Clans
mit einer Ausnahme ums Leben. Hagane, schon auf der Schwelle des Todes
liegend, wurde von einem geheimnisvollen Greis namens Momochi geborgen
und mit fortschrittlichster Cyborg-Technologie zu neuem Leben erweckt.
Doch nur Haganes Gehirn blieb am Leben. Voller Hass kennt Hagane jetzt
nur noch den Gedanken an Rache.
Mit seinem neuen und anorganischen Cyborg-Körper kann Hagane eine
große Vielzahl an verschiedenen Angriffen ausführen, die
ihn zu einem nahezu unbesiegbaren Rache-Engel machen. Das Katana-Schwert,
dessen Schneide während eines Angriffs von einer blauen Energie-Plasmaschicht
umgeben wird und dadurch sogar einen halben Meter dicken Stahl wie Butter
schneidet, ist Haganes Hauptwaffe für den Nahkampf, die er blitzschnell
ziehen und richtig einzusetzen weiß. Für Distanzangriffe
kommen Shurikens, die in Haganes Cyborg-Hand zu kleinen Geschossen werden,
sowie eine Kette (Genbu) und sehr starke Bomben (Byakko) zum Einsatz,
dessen Gebrauch aber leider begrenzt ist. Besiegte Gegner sorgen aber
für genügend Nachschub, und es gibt auch viele versteckte
"Waffenkammern", die mit etwas Neugierde leicht aufgespürt
werden können. Und natürlich beherrscht Hagane noch seine
speziellen und tödlichen Ninja-Angriffe, welche aus einer Rotationsbewegung
heraus ausgeführt werden. Je nachdem in welcher Phase der Rotationsbewegung
sich Hagane gerade befindet (es gibt drei Phasen: in der ersten sieht
Hagane wie üblich aus, bei der zweiten flimmert er blau und bei
der dritten gelb) und welchen Angriffsbutton man drückt, wird eine
von den folgenden sechs möglichen Spezialtechniken aktiviert: Wolfskraft,
Sturmwind-Kick, Kami-Kick, Feuervogel, Drachenbombe oder Todeskick.
Diese Techniken sind alle sehr stark und sehen zudem noch sehr spektakulär
aus, was eine reine Augenweide ist. Allerdings sind sie nicht unbedingt
sehr brauchbar, da sie meiner Meinung nach ein wenig unberechenbar sind.
Notwendig sind sie aber zum Glück auch nicht. Ohne sie kommen weniger
geübte Spieler vielleicht sogar besser zurecht. Echte Gamepad-Akrobaten
werden aber bei diesen Spezialangriffen mit Sicherheit eine ganze Menge
Freude haben. Der stärkste aller Angriffe aus Haganes Repertoire
ist die Ninja-Kunst, die wie eine Smartbombe funktioniert und alle normalen
Gegner sofort ins Pixel-Nirvana schickt.
Die einzelnen Levelabschnitte sind nicht nur grafisch sondern auch
spielerisch wirklich sehr schön und abwechslungsreich gestaltet,
und es gibt auch viel zu erkunden und eine Menge an Extras wie z.B.
neue Ninja-Kunst, neue Lebensenergie und zusätzliche Lebenspunkte
zu entdecken. Zwischendurch muss man auch mal das Weite vor flächendeckenden
Explosionen suchen, schnellstens nach oben klettern oder die richtige
Tür in einem labyrinthartigen Level suchen. Dabei sollte man nicht
unbedingt bummeln, denn die bemessene Zeit kann des öfteren ganz
schön knapp werden, und dann ist eines der wenigen Leben hinüber.
Um all die vielen Hindernisse zu überwinden, kann Hagane neben
dem obligatorischen einfachen Sprung noch einen Wirbelsprung und einen
Mauersprung ausführen, sowie auf dem Boden gleiten und sich an
Decken oder anderen Gegenständen entlang hangeln. Durch diese Vielfalt
an Aktionen bleibt das Spiel immer spannend und interessant, und der
recht hohe Schwierigkeitsgrad, der zum Ende hin wirklich extrem hoch
wird, hält die Motivation zusätzlich noch aufrecht, da mit
etwas Übung und viel Ausdauer sich alles irgendwann schaffen lässt.
Letztendlich muss man all die interessanten und teilweise riesigen Endgegner
gesehen haben, die durch ihr hoch interessantes Design hervorstechen.
Hagane ist ein sehr gut spielbares und erfrischend anderes Action-Abenteuer
für das Super Nintendo, das sich kein Ninja-Fan entgehen lassen
sollte, und das in jeder gepflegten Spielesammlung stehen muss. Mit
diesem Spiel haben Red und Hudson Soft einen echten Knaller abgeliefert!
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