Hagane - The Final Conflict
Action

Lyrion
Juni 04

Mit diesem exotischen Titel erwartet den Spieler ein einzigartiges und actiongeladenes Cyber-Ninja-Abenteuer, das wirklich in jeder Hinsicht zu überzeugen weiß. Schon nach einer kurzen Einspielphase hat Hagane bei mir den Eindruck erweckt, dass es sich hierbei um eine wirklich sehr gelungene Mischung aus Turrican, Probotector (Contra) und Shinobi handeln muss, denn vieles an den zahlreichen Moves der Hauptfigur Hagane, der Steuerung und dem Leveldesign hat mich sogleich an diese drei bekannten Spielgrößen erinnert.

Hagane ist ein sehr kampflustiger Ninja, ein Cyber-Ninja um genauer zu sein, der über eine übermenschliche Schnelligkeit und ungeheuerliche Kampfkraft verfügt. Dies war aber nicht immer so. Bevor er zu einem Cyborg wurde, war Hagane ein mächtiger menschlicher Ninja aus Fleisch und Blut, der dem Fuma-Clan angehörte. Dieser Ninja-Organisation, die die geheimen Ninja-Künste sowie die schwarze Magie beherrschte, oblag die Bewachung des Heiligen Grals (es ist schon wirklich unglaublich, wo der Heilige Gral überall auftaucht), der der Sage nach die große Macht hat, die gesamte Welt zu vernichten. Eines Tages aber wurde der Fuma-Clan plötzlich von dem Koma-Clan überfallen, einer ähnlichen Ninja-Gruppierung, welche die Erde mit Hilfe der zerstörerischen Kraft des Heiligen Grals in Schutt und Asche legen möchte. Bei diesem unverhofften Angriff kamen alle Angehörigen des Fuma-Clans mit einer Ausnahme ums Leben. Hagane, schon auf der Schwelle des Todes liegend, wurde von einem geheimnisvollen Greis namens Momochi geborgen und mit fortschrittlichster Cyborg-Technologie zu neuem Leben erweckt. Doch nur Haganes Gehirn blieb am Leben. Voller Hass kennt Hagane jetzt nur noch den Gedanken an Rache.

Mit seinem neuen und anorganischen Cyborg-Körper kann Hagane eine große Vielzahl an verschiedenen Angriffen ausführen, die ihn zu einem nahezu unbesiegbaren Rache-Engel machen. Das Katana-Schwert, dessen Schneide während eines Angriffs von einer blauen Energie-Plasmaschicht umgeben wird und dadurch sogar einen halben Meter dicken Stahl wie Butter schneidet, ist Haganes Hauptwaffe für den Nahkampf, die er blitzschnell ziehen und richtig einzusetzen weiß. Für Distanzangriffe kommen Shurikens, die in Haganes Cyborg-Hand zu kleinen Geschossen werden, sowie eine Kette (Genbu) und sehr starke Bomben (Byakko) zum Einsatz, dessen Gebrauch aber leider begrenzt ist. Besiegte Gegner sorgen aber für genügend Nachschub, und es gibt auch viele versteckte "Waffenkammern", die mit etwas Neugierde leicht aufgespürt werden können. Und natürlich beherrscht Hagane noch seine speziellen und tödlichen Ninja-Angriffe, welche aus einer Rotationsbewegung heraus ausgeführt werden. Je nachdem in welcher Phase der Rotationsbewegung sich Hagane gerade befindet (es gibt drei Phasen: in der ersten sieht Hagane wie üblich aus, bei der zweiten flimmert er blau und bei der dritten gelb) und welchen Angriffsbutton man drückt, wird eine von den folgenden sechs möglichen Spezialtechniken aktiviert: Wolfskraft, Sturmwind-Kick, Kami-Kick, Feuervogel, Drachenbombe oder Todeskick. Diese Techniken sind alle sehr stark und sehen zudem noch sehr spektakulär aus, was eine reine Augenweide ist. Allerdings sind sie nicht unbedingt sehr brauchbar, da sie meiner Meinung nach ein wenig unberechenbar sind. Notwendig sind sie aber zum Glück auch nicht. Ohne sie kommen weniger geübte Spieler vielleicht sogar besser zurecht. Echte Gamepad-Akrobaten werden aber bei diesen Spezialangriffen mit Sicherheit eine ganze Menge Freude haben. Der stärkste aller Angriffe aus Haganes Repertoire ist die Ninja-Kunst, die wie eine Smartbombe funktioniert und alle normalen Gegner sofort ins Pixel-Nirvana schickt.

Die einzelnen Levelabschnitte sind nicht nur grafisch sondern auch spielerisch wirklich sehr schön und abwechslungsreich gestaltet, und es gibt auch viel zu erkunden und eine Menge an Extras wie z.B. neue Ninja-Kunst, neue Lebensenergie und zusätzliche Lebenspunkte zu entdecken. Zwischendurch muss man auch mal das Weite vor flächendeckenden Explosionen suchen, schnellstens nach oben klettern oder die richtige Tür in einem labyrinthartigen Level suchen. Dabei sollte man nicht unbedingt bummeln, denn die bemessene Zeit kann des öfteren ganz schön knapp werden, und dann ist eines der wenigen Leben hinüber. Um all die vielen Hindernisse zu überwinden, kann Hagane neben dem obligatorischen einfachen Sprung noch einen Wirbelsprung und einen Mauersprung ausführen, sowie auf dem Boden gleiten und sich an Decken oder anderen Gegenständen entlang hangeln. Durch diese Vielfalt an Aktionen bleibt das Spiel immer spannend und interessant, und der recht hohe Schwierigkeitsgrad, der zum Ende hin wirklich extrem hoch wird, hält die Motivation zusätzlich noch aufrecht, da mit etwas Übung und viel Ausdauer sich alles irgendwann schaffen lässt. Letztendlich muss man all die interessanten und teilweise riesigen Endgegner gesehen haben, die durch ihr hoch interessantes Design hervorstechen.

Hagane ist ein sehr gut spielbares und erfrischend anderes Action-Abenteuer für das Super Nintendo, das sich kein Ninja-Fan entgehen lassen sollte, und das in jeder gepflegten Spielesammlung stehen muss. Mit diesem Spiel haben Red und Hudson Soft einen echten Knaller abgeliefert!