Fortified Zone / Ikari no Yousai
Action

Minrod
März 09
 

In besonders schweren Krisenzeiten führt meistens kein Weg an einem Sonderkommando vorbei. So auch im japanischen Game Boy-Spiel "Ikari no Yousai", das in Amerika ebenfalls als "Fortified Zone" bekannt sein dürfte. In Form eines Overhead-Shooters muss eine militante, aus nur zwei Mann bestehende Spezialeinheit in eine feindliche Festung eindringen, um dem dort stattfindenden Aufbau biomechanischer Einheiten ein Ende zu setzen. So in etwa würde ich die Story aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Spiel interpretieren, denn dem japanischen Handbuch vermag ich bis auf die Namen der beiden Protagonisten wieder mal nichts zu entlocken.

Der muskelbepackte Rambo-Verschnitt Masato Kanzaki ist ein echter Waffenexperte. Naben der schweren Standardkanone kann er auf alle von Gegnern hinterlassenen Feuerwaffen zurückgreifen. Darunter finden sich nicht nur Maschinengewehre sondern auch Granaten und Flammenwerfer. Seine Partnerin Mizuki Makimura ist dagegen nur leicht bewaffnet, eignet sich aber aufgrund ihrer Schnelligkeit und Sprungfähigkeit am besten zur Umgehung von Fallen. Um die Mission mit beiden Helden gleichzeitig bestreiten zu können, bietet "Fortified Zone" einen simultanen Zweispielermodus. Mangels Hardware konnte ich ihn leider nicht testen. Für Game Boy-Verhältnisse ist dies aber wirklich löblich. Im Einspielermodus darf zwischen den beiden Protagonisten ständig hin und her gewechselt werden.

Die vier Einsatzorte sind labyrinthartig in vielen bildschirmgroßen Abschnitten angelegt. Durch den Wechsel von einem Abschnitt zum nächsten verzichtet das Spiel einerseits auf das Scrolling, andererseits vermeidet es damit das systemtypische Geflacker, was im Endeffekt ein sauberes technisches Gesamtbild ergibt. Vom Spielgefühl her erinnert "Fortified Zone" somit stark an das allererste "Metal Gear", ohne jedoch Stealth-Aspekte zu beinhalten. Hier ist eher sofortiges Feuern angesagt, denn damit lassen sich in der Regel einige Feinde direkt ausschalten. Kommen sie selbst zum Zug, verursachen sie bei einem Treffer massiven Schaden. Der Lebensbalken unserer Helden kann aber durch das Aufsammeln vieler Power up-Symbole gehörig aufgestockt werden. Das Gleiche gilt auch für die Feuerkraft der jederzeit verfügbaren Standardwaffen. Man sollte deshalb wirklich alle Spielabschnitte absuchen, bevor man dem jeweiligen Endgegner gegenübertritt. Besonders wichtig, vor allem in Bezug auf die Bosskämpfe, sind die Medi-Packs, von denen bis zu acht Stück mitgeführt werden können. Sofern man sie unverletzt aufliest, werden sie dem Inventar gutgeschrieben, andererseits werden sie direkt verwendet, sei es nur, um eine kleine Schramme zu verbinden. Im finalen Level wird man sie wirklich brauchen, denn dieser hat es in sich. Über zwei Ebenen verschachtelt, strotzt er nur so vor Fallgruben, Fließbändern, unbeleuchteten Abschnitten, Selbstschussanlagen, einer enormen Anzahl an Mini-Bossen sowie zwei finalen Endgegnern, wobei der allerletzte etwas unfair und ohne Medi-Packs nicht zu bewältigen ist.

Der Schwierigkeitsgrad ist ansonsten sehr ausgewogen. Mit ausreichend Umsicht ist das Spiel problemlos zu bewältigen. Jedoch nur am Stück. Durch die Nutzung der Continue- und Passwortfunktion wird man aller Power up´s beraubt, was gerade im letzten Level bei nur einem einzigen Treffer zum Tod führt und wenig Spaß macht.

Technisch gibt es, wie bereits angedeutet, wenig zu bemängeln. Die Handhabung ist vorzüglich und die Grafiken sind gut, nur das Ausblenden des Hintergrundes bei den riesigen Bossen missfällt etwas. Dafür glänzt das Spiel hier mit Scrolling! Die piepsige Musik nervt meistens und ist nur im dritten Level einigermaßen erträglich. Dies ist aber systembedingt und kann nicht negativ bewertet werden.

Zusammengefasst ist "Fortified Zone" oder "Ikari no Yousai" wirklich hervorragend, mit nur vier Levels aber etwas zu kurz. Gerade wenn es wirklich interessant und herausfordernd wird, ist es schon zu Ende. Acht Punkte sind aber dennoch drin.