In besonders schweren Krisenzeiten führt meistens kein Weg an einem
Sonderkommando vorbei. So auch im japanischen Game Boy-Spiel "Ikari
no Yousai", das in Amerika ebenfalls als "Fortified Zone"
bekannt sein dürfte. In Form eines Overhead-Shooters muss eine militante,
aus nur zwei Mann bestehende Spezialeinheit in eine feindliche Festung
eindringen, um dem dort stattfindenden Aufbau biomechanischer Einheiten
ein Ende zu setzen. So in etwa würde ich die Story aufgrund meiner
Erfahrungen mit dem Spiel interpretieren, denn dem japanischen Handbuch
vermag ich bis auf die Namen der beiden Protagonisten wieder mal nichts
zu entlocken.
Der muskelbepackte Rambo-Verschnitt Masato Kanzaki ist ein echter Waffenexperte.
Naben der schweren Standardkanone kann er auf alle von Gegnern hinterlassenen
Feuerwaffen zurückgreifen. Darunter finden sich nicht nur Maschinengewehre
sondern auch Granaten und Flammenwerfer. Seine Partnerin Mizuki Makimura
ist dagegen nur leicht bewaffnet, eignet sich aber aufgrund ihrer Schnelligkeit
und Sprungfähigkeit am besten zur Umgehung von Fallen. Um die Mission
mit beiden Helden gleichzeitig bestreiten zu können, bietet "Fortified
Zone" einen simultanen Zweispielermodus. Mangels Hardware konnte
ich ihn leider nicht testen. Für Game Boy-Verhältnisse ist
dies aber wirklich löblich. Im Einspielermodus darf zwischen den
beiden Protagonisten ständig hin und her gewechselt werden.
Die vier Einsatzorte sind labyrinthartig in vielen bildschirmgroßen
Abschnitten angelegt. Durch den Wechsel von einem Abschnitt zum nächsten
verzichtet das Spiel einerseits auf das Scrolling, andererseits vermeidet
es damit das systemtypische Geflacker, was im Endeffekt ein sauberes
technisches Gesamtbild ergibt. Vom Spielgefühl her erinnert "Fortified
Zone" somit stark an das allererste "Metal Gear", ohne
jedoch Stealth-Aspekte zu beinhalten. Hier ist eher sofortiges Feuern
angesagt, denn damit lassen sich in der Regel einige Feinde direkt ausschalten.
Kommen sie selbst zum Zug, verursachen sie bei einem Treffer massiven
Schaden. Der Lebensbalken unserer Helden kann aber durch das Aufsammeln
vieler Power up-Symbole gehörig aufgestockt werden. Das Gleiche
gilt auch für die Feuerkraft der jederzeit verfügbaren Standardwaffen.
Man sollte deshalb wirklich alle Spielabschnitte absuchen, bevor man
dem jeweiligen Endgegner gegenübertritt. Besonders wichtig, vor
allem in Bezug auf die Bosskämpfe, sind die Medi-Packs, von denen
bis zu acht Stück mitgeführt werden können. Sofern man
sie unverletzt aufliest, werden sie dem Inventar gutgeschrieben, andererseits
werden sie direkt verwendet, sei es nur, um eine kleine Schramme zu
verbinden. Im finalen Level wird man sie wirklich brauchen, denn dieser
hat es in sich. Über zwei Ebenen verschachtelt, strotzt er nur
so vor Fallgruben, Fließbändern, unbeleuchteten Abschnitten,
Selbstschussanlagen, einer enormen Anzahl an Mini-Bossen sowie zwei
finalen Endgegnern, wobei der allerletzte etwas unfair und ohne Medi-Packs
nicht zu bewältigen ist.
Der Schwierigkeitsgrad ist ansonsten sehr ausgewogen. Mit ausreichend
Umsicht ist das Spiel problemlos zu bewältigen. Jedoch nur am Stück.
Durch die Nutzung der Continue- und Passwortfunktion wird man aller
Power up´s beraubt, was gerade im letzten Level bei nur einem
einzigen Treffer zum Tod führt und wenig Spaß macht.
Technisch gibt es, wie bereits angedeutet, wenig zu bemängeln.
Die Handhabung ist vorzüglich und die Grafiken sind gut, nur das
Ausblenden des Hintergrundes bei den riesigen Bossen missfällt
etwas. Dafür glänzt das Spiel hier mit Scrolling! Die piepsige
Musik nervt meistens und ist nur im dritten Level einigermaßen
erträglich. Dies ist aber systembedingt und kann nicht negativ
bewertet werden.
Zusammengefasst ist "Fortified Zone" oder "Ikari no
Yousai" wirklich hervorragend, mit nur vier Levels aber etwas zu
kurz. Gerade wenn es wirklich interessant und herausfordernd wird, ist
es schon zu Ende. Acht Punkte sind aber dennoch drin.
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