Nachdem mich das kleine Game Boy-Modul "Ikari no Yousai" wirklich
mehr als positiv überrascht hatte, habe ich mich sogleich nach dem
Nachfolger umgesehen. Während "Ikari no Yousai" auch im
Westen als "Fortified Zone" erschienen und deshalb recht leicht
aufzutreiben ist, erwies sich die Beschaffung des nur in Japan publizierten
"Ikari no Yousai 2" als eine Herausforderung. Letztendlich habe
ich ein neuwertiges Exemplar des Spieles für meine Sammlung gefunden,
musste dafür aber recht viele Scheine hinblättern. Ob sich diese
Investition auch wirklich gelohnt hat, verraten euch die nachfolgenden
Zeilen.
Wie beim Vorgänger muss bei "Ikari no Yousai 2" ebenfalls
ein feindlicher Stützpunkt infiltriert und ausgeräuchert werden.
Diese heikle und gefährliche Mission fällt erneut Masato Kanzaki
und seiner Partnerin Mizuki Makimura zu, den beiden Protagonisten aus
dem ersten Teil. Wie gewohnt darf man sich dieser Aufgabe alleine, wobei
man hier ständig zwischen beiden Charakteren hin und her wechseln
kann, oder mit Hilfe eines Link-Kabels und zusätzlichen Moduls
zu zweit (meinerseits leider ungetestet) stellen. Im Stile eines Dungeon-Shooters
schleicht man durch vier verschachtelte feindliche Anlagen, jeweils
auf der Suche nach dem Bossgegner. Somit ist vieles beim alten geblieben,
die nicht unwesentlichen Neuerungen lassen sich aber im Detail finden.
Eine offensichtliche Verbesserung stellt man auf Anhieb bei der detaillierten
und weitaus vielseitigeren grafischen Gestaltung fest. Alles sieht einfach
besser aus und auch die Musik des ersten Levels kling trotz der technisch
eingeschränkten Qualität melodisch und motivierend. Sehr positiv
fällt des Weiteren die umfangreiche und recht komplexe Gestaltung
der einzelnen Levels auf. Verschlossene Türen, brüchige Böden
und Mauern sowie Geheimgänge erfordern Kopfarbeit und lassen stellenweise
das Gefühl eines Action-Adventures aufkommen. Das Vorankommen gestaltet
sich dadurch nicht immer leicht. Gefährlichere Feinde und extrem
große, gegen Ende erbarmungslose Endgegner machen das Spiel noch
zusätzlich schwer, so dass es wirklich fordernd ist. An einigen
Stellen ist man deshalb besser mit Ausweichen als Waffengewalt bedient.
Somit sind die Parallelen zu "Metal Gear" weitaus größer
als beim Vorgänger. Durch das Fehlen jeglicher Power up´s
sowie eine andere Handhabung der Medi-Packs gestaltet sich das Spiel
aber noch härter als bisher beschrieben. Beide Charaktere können
nur auf drei Standardwaffen zurückgreifen: ein schnellfeuerndes
Maschinengewehr, ein Dreifachgeschoss und ein Granatenwerfer. Was anderes
gibt es nicht. Die Lebensenergie des Zwei-Mann-Kommandos ist fixiert
und kann nicht aufgestockt werden. Während der langsame Masato
zehn Lebenspunkte aufweist, muss die flinke und nach wie vor zum Hüpfen
befähigte Mizuki mit sechs auskommen. Das Schlimmste ist aber,
dass die Medi-Packs nicht mehr mit sich geführt werden dürfen,
was gerade bei den Bosskämpfen zu Problemen führen kann, da
man sie mit den verbliebenen Lebenspunkten schaffen muss. Die Medi-Packs
sind natürlich nach wie vor im Spiel vorhanden, sind jedoch, da
sie den einzigen Bonusgegenstand darstellen, oft gut versteckt und werden
sofort nach Aufnahme benutzt. Somit fällt "Ikari no Yousai
2" weitaus anspruchsvoller als der erste Teil aus. Die Tatsache,
dass man in jedem Level die gleichen Voraussetzungen hat, macht wiederum
die vorhandene Passwortabfrage mehr als sinnvoll, was beim Vorgänger
nicht der Fall war. Bei dem hohen Schwierigkeitsgrad ist dies aber auch
wirklich notwendig!
"Ikari no Yousai 2" kann man somit bedenkenlos den Status
einer Game Boy-Perle vergeben, da das Spiel in jeder Hinsicht gelungen
ist. Echte Game Boy-Freunde sollten es sich schleunigst besorgen, koste
es was es wolle. ;)
Passwörter:
Level 2: TRAIN
Level 3: WALK!
Level 4: BOSS2
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