Ikari no Yousai 2
Action

Minrod
Januar 10
 

Nachdem mich das kleine Game Boy-Modul "Ikari no Yousai" wirklich mehr als positiv überrascht hatte, habe ich mich sogleich nach dem Nachfolger umgesehen. Während "Ikari no Yousai" auch im Westen als "Fortified Zone" erschienen und deshalb recht leicht aufzutreiben ist, erwies sich die Beschaffung des nur in Japan publizierten "Ikari no Yousai 2" als eine Herausforderung. Letztendlich habe ich ein neuwertiges Exemplar des Spieles für meine Sammlung gefunden, musste dafür aber recht viele Scheine hinblättern. Ob sich diese Investition auch wirklich gelohnt hat, verraten euch die nachfolgenden Zeilen.

Wie beim Vorgänger muss bei "Ikari no Yousai 2" ebenfalls ein feindlicher Stützpunkt infiltriert und ausgeräuchert werden. Diese heikle und gefährliche Mission fällt erneut Masato Kanzaki und seiner Partnerin Mizuki Makimura zu, den beiden Protagonisten aus dem ersten Teil. Wie gewohnt darf man sich dieser Aufgabe alleine, wobei man hier ständig zwischen beiden Charakteren hin und her wechseln kann, oder mit Hilfe eines Link-Kabels und zusätzlichen Moduls zu zweit (meinerseits leider ungetestet) stellen. Im Stile eines Dungeon-Shooters schleicht man durch vier verschachtelte feindliche Anlagen, jeweils auf der Suche nach dem Bossgegner. Somit ist vieles beim alten geblieben, die nicht unwesentlichen Neuerungen lassen sich aber im Detail finden.

Eine offensichtliche Verbesserung stellt man auf Anhieb bei der detaillierten und weitaus vielseitigeren grafischen Gestaltung fest. Alles sieht einfach besser aus und auch die Musik des ersten Levels kling trotz der technisch eingeschränkten Qualität melodisch und motivierend. Sehr positiv fällt des Weiteren die umfangreiche und recht komplexe Gestaltung der einzelnen Levels auf. Verschlossene Türen, brüchige Böden und Mauern sowie Geheimgänge erfordern Kopfarbeit und lassen stellenweise das Gefühl eines Action-Adventures aufkommen. Das Vorankommen gestaltet sich dadurch nicht immer leicht. Gefährlichere Feinde und extrem große, gegen Ende erbarmungslose Endgegner machen das Spiel noch zusätzlich schwer, so dass es wirklich fordernd ist. An einigen Stellen ist man deshalb besser mit Ausweichen als Waffengewalt bedient. Somit sind die Parallelen zu "Metal Gear" weitaus größer als beim Vorgänger. Durch das Fehlen jeglicher Power up´s sowie eine andere Handhabung der Medi-Packs gestaltet sich das Spiel aber noch härter als bisher beschrieben. Beide Charaktere können nur auf drei Standardwaffen zurückgreifen: ein schnellfeuerndes Maschinengewehr, ein Dreifachgeschoss und ein Granatenwerfer. Was anderes gibt es nicht. Die Lebensenergie des Zwei-Mann-Kommandos ist fixiert und kann nicht aufgestockt werden. Während der langsame Masato zehn Lebenspunkte aufweist, muss die flinke und nach wie vor zum Hüpfen befähigte Mizuki mit sechs auskommen. Das Schlimmste ist aber, dass die Medi-Packs nicht mehr mit sich geführt werden dürfen, was gerade bei den Bosskämpfen zu Problemen führen kann, da man sie mit den verbliebenen Lebenspunkten schaffen muss. Die Medi-Packs sind natürlich nach wie vor im Spiel vorhanden, sind jedoch, da sie den einzigen Bonusgegenstand darstellen, oft gut versteckt und werden sofort nach Aufnahme benutzt. Somit fällt "Ikari no Yousai 2" weitaus anspruchsvoller als der erste Teil aus. Die Tatsache, dass man in jedem Level die gleichen Voraussetzungen hat, macht wiederum die vorhandene Passwortabfrage mehr als sinnvoll, was beim Vorgänger nicht der Fall war. Bei dem hohen Schwierigkeitsgrad ist dies aber auch wirklich notwendig!

"Ikari no Yousai 2" kann man somit bedenkenlos den Status einer Game Boy-Perle vergeben, da das Spiel in jeder Hinsicht gelungen ist. Echte Game Boy-Freunde sollten es sich schleunigst besorgen, koste es was es wolle. ;)

Passwörter:
Level 2: TRAIN
Level 3: WALK!
Level 4: BOSS2