Impossible Mission
Geschicklichkeit

Nimoé
Oktober 08
 

Eine unlösbare Aufgabe? So stellte sich "Impossible Mission" zumindest seinerzeit auf dem C-64 für mich dar. Dennoch hatte das Spiel irgendetwas an sich, das mich immer wieder die Herausforderung suchen ließ und dafür sorgte, dass dieser Titel wohl jedem Retro-Gamer ein Begriff ist. Ob es an den flüssigen Animationen der Spielfigur oder der für damalige Verhältnisse tollen Sprachausgabe lag? Der Todesschrei des Agenten hat sich jedenfalls für immer in mein Gedächtnis eingebrannt.

Die im letzten Jahr erschienene Neuauflage des Spieles für den Nintendo DS erweckte in mir den Wunsch, mich dieser unlösbaren Aufgabe erneut anzunehmen. Wie ich mich diesmal dabei geschlagen habe und welchen Eindruck die neue Fassung bei mir hinterlassen hat, erfahrt ihr gleich. Doch zuerst möchte ich für alle Unwissenden, sollte es sie tatsächlich noch geben, kurz die Story und die Spielmechanik erläutern.

"Another visitor… Stay a while - Stay forever! Hahahaha…"

Mit diesen in der Videospielbranche mittlerweile berühmten Worten begrüßt Dr. Elvin Atombender den namenlosen Helden des Spieles in seinem Bunker. Der böse Wissenschaftler plant die Welt mittels Atomsprengköpfen zu zerstören. Als Superagent hat man nun die Aufgabe das wahnsinnige Vorhaben zu stoppen. Mehr Story gibt es nicht. Braucht es aber auch nicht, denn der Reiz des Spieles liegt in der Herausforderung alle Räume des Bunkers zu bewältigen und bis zum Hauptcomputer vorzudringen.

Die aus der Seitenansicht dargestellte Forschungsanlage von Dr. Atombender umfasst etliche Räume, die mittels mehrerer Aufzugschächte miteinander verbunden sind. Diese Räume sind mit zahlreichen Möbeln ausgestattet, die es mittels Aufwärtsbewegung des Joysticks zu durchsuchen gilt. Dabei lassen sich diverse Codes finden, mit denen sich an einem Computerterminal die in den Räumen vorhandenen beweglichen Plattformen zurücksetzen oder die patrouillierenden Roboter kurzfristig ausschalten lassen. Der Bunker von Dr. Atombender ist alles andere als ein sicheres Pflaster.

Das Hauptaugenmerk der ganzen Durchsuchungsaktion liegt aber auf den Lochkartenteilen. Vier davon ergeben nach Drehen, Wenden und Farbanpassung jeweils eine Lochkarte. Dieser Puzzle-Anteil des Spieles lässt sich jederzeit in einem der Aufzugsschächte starten. Schafft man es alle Puzzleteile zu finden und zusammenzufügen, muss nur noch der Zugang zum Zentralraum des Bunkers geöffnet werden. Hoffentlich rechtzeitig.

Auf dem C-64 und im harten Schwierigkeitsgrad der Nintendo DS-Fassung muss man diese umfassende Aufgabe in einem strengen Zeitlimit von sechs Stunden bewältigen. Der leichte Modus der Neufassung billigt einem sogar acht Stunden zu. Kein Problem, denkt ihr jetzt vielleicht. Aber jeder Tod eures Agenten kostet euch ganze zehn Minuten! Und Sterben wird einem hier leicht gemacht, sei es durch einen falsch eingeschätzten Sprung ins Leere, inklusive berühmt-berüchtigtem Todesschrei, oder durch den Kontakt mit einem der unzähligen Roboter bzw. seinen Brutzelstrahlen. Es gibt drei Arten von Robotern. Die harmlosesten sind die ohne Strahlengeschütz. Ebenfalls als recht berechenbar stellen sich die dumpf ihrer Patrouillenroute folgenden Blechbüchsen dar. In Acht nehmen sollte man sich vor allem vor der dritten, besonders aggressiven Art, die bei Anblick unseres Agenten sofort mit Höchstgeschwindigkeit auf ihn zustürmt und ihn zu flambieren versucht. So kann man bei "Impossible Mission" wirklich 1000 Tode sterben, die einem viel Zeit rauben. In Anbetracht dieser Tatsache haben die unendlich vielen Leben kaum noch Gewicht.

Somit wäre alles Wichtige zum eigentlichen Spiel gesagt. Die Neuauflage für den Nintendo DS umfasst außer dem C-64-Original noch eine komplett aufgepeppte Fassung in zwei Varianten. Die eine bietet drei unterschiedliche, spielerisch jedoch identische Charaktere zur Auswahl, während die andere den ursprünglichen Agenten zur Verfügung stellt.

Besonders willkommen ist der in der modernen Fassung zusätzlich verfügbare leichte Schwierigkeitsgrad, der die unmögliche Mission in mehreren Punkten vereinfacht. Wie bereits erwähnt, hat man für seine Aufgabe nicht nur mehr Zeit, auch das Durchsuchen des Mobiliars geht schneller vonstatten, so dass man den Angriffen der Roboter weniger ausgesetzt ist. Das Gefahrenpotenzial durch die anwesenden Roboter lässt sich ebenfalls rascher erfassen, da sie entsprechend ihrer Art eingefärbt sind. Des Weiteren werden vollständig inspizierte Räume auf der Übersichtskarte farbig markiert, was im Endeffekt unnötige Laufwege und somit kostbare Zeit erspart.

Mein Fazit lautet: Die ehemals unlösbare Aufgabe ist nun kein Problem mehr, sei es in der modernen oder der alten Fassung. Ob es an der mittlerweile größeren Spielerfahrung liegt?

"Impossible Mission" steht aber auch 24 Jahre nach seinem Release immer noch für gute kurzweilige Unterhaltung, sowohl in der alten C-64- wie auch der neuen Nintendo DS-Fassung. Ich zähle es zu den Klassikern, die jeder Spielinteressierte kennen sollte, und wenn es nur wegen des Todesschreies des Agenten ist.