Eine unlösbare Aufgabe? So stellte sich "Impossible Mission"
zumindest seinerzeit auf dem C-64 für mich dar. Dennoch hatte das
Spiel irgendetwas an sich, das mich immer wieder die Herausforderung suchen
ließ und dafür sorgte, dass dieser Titel wohl jedem Retro-Gamer
ein Begriff ist. Ob es an den flüssigen Animationen der Spielfigur
oder der für damalige Verhältnisse tollen Sprachausgabe lag?
Der Todesschrei des Agenten hat sich jedenfalls für immer in mein
Gedächtnis eingebrannt.
Die im letzten Jahr erschienene Neuauflage des Spieles für den
Nintendo DS erweckte in mir den Wunsch, mich dieser unlösbaren
Aufgabe erneut anzunehmen. Wie ich mich diesmal dabei geschlagen habe
und welchen Eindruck die neue Fassung bei mir hinterlassen hat, erfahrt
ihr gleich. Doch zuerst möchte ich für alle Unwissenden, sollte
es sie tatsächlich noch geben, kurz die Story und die Spielmechanik
erläutern.
"Another visitor… Stay a while - Stay forever! Hahahaha…"
Mit diesen in der Videospielbranche mittlerweile berühmten Worten
begrüßt Dr. Elvin Atombender den namenlosen Helden des Spieles
in seinem Bunker. Der böse Wissenschaftler plant die Welt mittels
Atomsprengköpfen zu zerstören. Als Superagent hat man nun
die Aufgabe das wahnsinnige Vorhaben zu stoppen. Mehr Story gibt es
nicht. Braucht es aber auch nicht, denn der Reiz des Spieles liegt in
der Herausforderung alle Räume des Bunkers zu bewältigen und
bis zum Hauptcomputer vorzudringen.
Die aus der Seitenansicht dargestellte Forschungsanlage von Dr. Atombender
umfasst etliche Räume, die mittels mehrerer Aufzugschächte
miteinander verbunden sind. Diese Räume sind mit zahlreichen Möbeln
ausgestattet, die es mittels Aufwärtsbewegung des Joysticks zu
durchsuchen gilt. Dabei lassen sich diverse Codes finden, mit denen
sich an einem Computerterminal die in den Räumen vorhandenen beweglichen
Plattformen zurücksetzen oder die patrouillierenden Roboter kurzfristig
ausschalten lassen. Der Bunker von Dr. Atombender ist alles andere als
ein sicheres Pflaster.
Das Hauptaugenmerk der ganzen Durchsuchungsaktion liegt aber auf den
Lochkartenteilen. Vier davon ergeben nach Drehen, Wenden und Farbanpassung
jeweils eine Lochkarte. Dieser Puzzle-Anteil des Spieles lässt
sich jederzeit in einem der Aufzugsschächte starten. Schafft man
es alle Puzzleteile zu finden und zusammenzufügen, muss nur noch
der Zugang zum Zentralraum des Bunkers geöffnet werden. Hoffentlich
rechtzeitig.
Auf dem C-64 und im harten Schwierigkeitsgrad der Nintendo DS-Fassung
muss man diese umfassende Aufgabe in einem strengen Zeitlimit von sechs
Stunden bewältigen. Der leichte Modus der Neufassung billigt einem
sogar acht Stunden zu. Kein Problem, denkt ihr jetzt vielleicht. Aber
jeder Tod eures Agenten kostet euch ganze zehn Minuten! Und Sterben
wird einem hier leicht gemacht, sei es durch einen falsch eingeschätzten
Sprung ins Leere, inklusive berühmt-berüchtigtem Todesschrei,
oder durch den Kontakt mit einem der unzähligen Roboter bzw. seinen
Brutzelstrahlen. Es gibt drei Arten von Robotern. Die harmlosesten sind
die ohne Strahlengeschütz. Ebenfalls als recht berechenbar stellen
sich die dumpf ihrer Patrouillenroute folgenden Blechbüchsen dar.
In Acht nehmen sollte man sich vor allem vor der dritten, besonders
aggressiven Art, die bei Anblick unseres Agenten sofort mit Höchstgeschwindigkeit
auf ihn zustürmt und ihn zu flambieren versucht. So kann man bei
"Impossible Mission" wirklich 1000 Tode sterben, die einem
viel Zeit rauben. In Anbetracht dieser Tatsache haben die unendlich
vielen Leben kaum noch Gewicht.
Somit wäre alles Wichtige zum eigentlichen Spiel gesagt. Die Neuauflage
für den Nintendo DS umfasst außer dem C-64-Original noch
eine komplett aufgepeppte Fassung in zwei Varianten. Die eine bietet
drei unterschiedliche, spielerisch jedoch identische Charaktere zur
Auswahl, während die andere den ursprünglichen Agenten zur
Verfügung stellt.
Besonders willkommen ist der in der modernen Fassung zusätzlich
verfügbare leichte Schwierigkeitsgrad, der die unmögliche
Mission in mehreren Punkten vereinfacht. Wie bereits erwähnt, hat
man für seine Aufgabe nicht nur mehr Zeit, auch das Durchsuchen
des Mobiliars geht schneller vonstatten, so dass man den Angriffen der
Roboter weniger ausgesetzt ist. Das Gefahrenpotenzial durch die anwesenden
Roboter lässt sich ebenfalls rascher erfassen, da sie entsprechend
ihrer Art eingefärbt sind. Des Weiteren werden vollständig
inspizierte Räume auf der Übersichtskarte farbig markiert,
was im Endeffekt unnötige Laufwege und somit kostbare Zeit erspart.
Mein Fazit lautet: Die ehemals unlösbare Aufgabe ist nun kein
Problem mehr, sei es in der modernen oder der alten Fassung. Ob es an
der mittlerweile größeren Spielerfahrung liegt?
"Impossible Mission" steht aber auch 24 Jahre nach seinem
Release immer noch für gute kurzweilige Unterhaltung, sowohl in
der alten C-64- wie auch der neuen Nintendo DS-Fassung. Ich zähle
es zu den Klassikern, die jeder Spielinteressierte kennen sollte, und
wenn es nur wegen des Todesschreies des Agenten ist.
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