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1989 stellte Taito ein Geschicklichkeitsspiel mit dem seltsam klingenden
Namen "Cameltry" in die Spielhallen, bei dem man eine Kugel
unter strengem Zeitdruck an diversen Hindernissen vorbei durch labyrinthartige
Level ins Ziel lotsen musste. Im Unterschied zu anderen Spielen dieser
Art wie zum Beispiel "Marble Madness" wurde hier das Spielgeschehen
aus der Vogelperspektive betrachtet und die Kugel nicht direkt gesteuert.
Stattdessen wurde die ganze Spielumgebung nach rechts oder links um
die Kugel geschwenkt bzw. rotiert, welche dem Gesetz der simulierten
Schwerkraft folgend sich dann in Bewegung setzte. Drei Jahre später
wurde das Spiel, außerhalb von Japan unter dem Namen "On
the Ball", für das Super Nintendo konvertiert, noch später
hat es den Weg auf einige der Taito Collections gefunden, und zuletzt
erfuhr es eine Renaissance auf dem Nintendo DS. "Mawashite Koron"
heißt diese neuste Fortsetzung auf Japanisch, während man
es in westlichen Gefilden als "Labyrinth" kennen dürfte.
Ich habe dieses Spiel jedoch nirgends bei uns entdecken können,
wurde aber glücklicherweise mit der japanischen Version beschenkt.
Am Spielprinzip von "Labyrinth" hat sich gegenüber der
Urfassung nicht das Geringste verändert. Wie gehabt, dreht man
die Labyrinthe um die Kugel herum und versucht im vorgegebenen Zeitrahmen
das Ziel zu erreichen. Die Neufassung nutzt aber die technischen Möglichkeiten
des Nintendo DS. So ist auf dem unteren Bildschirm neben der Score/Highscore-
und Time/Best Time-Anzeige eigentlich bloß die Karte des aktuellen
Levels zu finden, auf der man direkt erkennen kann, welche Richtung
am besten einzuschlagen ist. Ebenso können der Stylus und der Touchscreen
für die Steuerung verwendet werden. Allerdings konnte ich mich
mit dieser Art der Steuerung nicht so recht anfreunden und habe stattdessen
lieber auf die optionale klassische Steuerung per Steuerkreuz oder auf
die ebenfalls belegten Schultertasten zurückgegriffen. Insgesamt
gibt es auf der kleinen DS-Karte sechs unterschiedlich schwere Kurse
mit jeweils mehreren Levels zu entdecken, wobei die letzten beiden schwierigsten
Kurse erst freigespielt werden müssen. Das gleiche gilt für
die vielen neuen Kugeln, die unterschiedliche Formen und Farben aufweisen.
Neben den das Aussehen verändernden Parametern kann man auch noch
das Gewicht der Kugeln bestimmen, das von einer bis hin zu acht Tonnen
reicht. Hat man sich für seine Lieblingskugel entschieden, kann
man sich auf die Highscore-Jagd machen, denn diese wie die Bestzeiten
werden für immer auf der SD-Karte verewigt. Dies macht den eigentlichen
Reiz des Spieles aus. Diese Aufgabe ist aber nicht ganz leicht, denn
viele sich auf das Zeitkonto negativ auswirkende Hindernisse, verzwickt
angelegte und enge Passagen sowie Mauern, die erst zerstört werden
müssen, behindern den Spieler teilweise gewaltig beim Vorwärtskommen.
Zum Glück gibt es auch einige positive Items, die das Zeitkonto
aufstocken oder die Zeit kurz anhalten. In einigen Levels sind diese
Items lebenswichtig und dürfen daher unter keinen Umständen
verpasst werden. Auch das Zerstören der Mauern will gelernt sein.
Mit wildem Draufhämmern auf den Button oder schnellem Tippen auf
den dargestellten Ball auf dem Touchscreen wird man es garantiert nicht
schaffen die Explosionsaura der Kugel bis hin auf den vierten Level
zu erhöhen. Nur mit dem richtigen Timing wird man in der Lage sein
dies zu meistern.
"Labyrinth" ist ein wirklich guter Titel für den kleinen
DS, jedoch ist es für meinen Geschmack etwas zu kurz geraten und
bietet außer dem Mehrspieler-Modus, den ich leider nicht ausprobieren
konnte, keine neuen Spielmodi. Meine blühende Phantasie würde
sich etwas mehr Abwechslung bei dieser wirklich netten Labyrinth-Hast
wünschen. Dennoch, die Grafiken sind allesamt schön, zum Teil
sogar bizzar, die Musik passt zu der schnellen Dreherei, so dass ich
dieses Spiel bedenkenlos jedem, der etwas Abwechslung zur schnellen
Action sucht, empfehlen kann. Man sollte aber noch bedenken, dass man
für dieses Spiel relativ schwindelfrei sein sollte.
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