Labyrinth
Geschicklichkeit


Lyrion
Dezember 08

 


1989 stellte Taito ein Geschicklichkeitsspiel mit dem seltsam klingenden Namen "Cameltry" in die Spielhallen, bei dem man eine Kugel unter strengem Zeitdruck an diversen Hindernissen vorbei durch labyrinthartige Level ins Ziel lotsen musste. Im Unterschied zu anderen Spielen dieser Art wie zum Beispiel "Marble Madness" wurde hier das Spielgeschehen aus der Vogelperspektive betrachtet und die Kugel nicht direkt gesteuert. Stattdessen wurde die ganze Spielumgebung nach rechts oder links um die Kugel geschwenkt bzw. rotiert, welche dem Gesetz der simulierten Schwerkraft folgend sich dann in Bewegung setzte. Drei Jahre später wurde das Spiel, außerhalb von Japan unter dem Namen "On the Ball", für das Super Nintendo konvertiert, noch später hat es den Weg auf einige der Taito Collections gefunden, und zuletzt erfuhr es eine Renaissance auf dem Nintendo DS. "Mawashite Koron" heißt diese neuste Fortsetzung auf Japanisch, während man es in westlichen Gefilden als "Labyrinth" kennen dürfte. Ich habe dieses Spiel jedoch nirgends bei uns entdecken können, wurde aber glücklicherweise mit der japanischen Version beschenkt.

Am Spielprinzip von "Labyrinth" hat sich gegenüber der Urfassung nicht das Geringste verändert. Wie gehabt, dreht man die Labyrinthe um die Kugel herum und versucht im vorgegebenen Zeitrahmen das Ziel zu erreichen. Die Neufassung nutzt aber die technischen Möglichkeiten des Nintendo DS. So ist auf dem unteren Bildschirm neben der Score/Highscore- und Time/Best Time-Anzeige eigentlich bloß die Karte des aktuellen Levels zu finden, auf der man direkt erkennen kann, welche Richtung am besten einzuschlagen ist. Ebenso können der Stylus und der Touchscreen für die Steuerung verwendet werden. Allerdings konnte ich mich mit dieser Art der Steuerung nicht so recht anfreunden und habe stattdessen lieber auf die optionale klassische Steuerung per Steuerkreuz oder auf die ebenfalls belegten Schultertasten zurückgegriffen. Insgesamt gibt es auf der kleinen DS-Karte sechs unterschiedlich schwere Kurse mit jeweils mehreren Levels zu entdecken, wobei die letzten beiden schwierigsten Kurse erst freigespielt werden müssen. Das gleiche gilt für die vielen neuen Kugeln, die unterschiedliche Formen und Farben aufweisen. Neben den das Aussehen verändernden Parametern kann man auch noch das Gewicht der Kugeln bestimmen, das von einer bis hin zu acht Tonnen reicht. Hat man sich für seine Lieblingskugel entschieden, kann man sich auf die Highscore-Jagd machen, denn diese wie die Bestzeiten werden für immer auf der SD-Karte verewigt. Dies macht den eigentlichen Reiz des Spieles aus. Diese Aufgabe ist aber nicht ganz leicht, denn viele sich auf das Zeitkonto negativ auswirkende Hindernisse, verzwickt angelegte und enge Passagen sowie Mauern, die erst zerstört werden müssen, behindern den Spieler teilweise gewaltig beim Vorwärtskommen. Zum Glück gibt es auch einige positive Items, die das Zeitkonto aufstocken oder die Zeit kurz anhalten. In einigen Levels sind diese Items lebenswichtig und dürfen daher unter keinen Umständen verpasst werden. Auch das Zerstören der Mauern will gelernt sein. Mit wildem Draufhämmern auf den Button oder schnellem Tippen auf den dargestellten Ball auf dem Touchscreen wird man es garantiert nicht schaffen die Explosionsaura der Kugel bis hin auf den vierten Level zu erhöhen. Nur mit dem richtigen Timing wird man in der Lage sein dies zu meistern.

"Labyrinth" ist ein wirklich guter Titel für den kleinen DS, jedoch ist es für meinen Geschmack etwas zu kurz geraten und bietet außer dem Mehrspieler-Modus, den ich leider nicht ausprobieren konnte, keine neuen Spielmodi. Meine blühende Phantasie würde sich etwas mehr Abwechslung bei dieser wirklich netten Labyrinth-Hast wünschen. Dennoch, die Grafiken sind allesamt schön, zum Teil sogar bizzar, die Musik passt zu der schnellen Dreherei, so dass ich dieses Spiel bedenkenlos jedem, der etwas Abwechslung zur schnellen Action sucht, empfehlen kann. Man sollte aber noch bedenken, dass man für dieses Spiel relativ schwindelfrei sein sollte.