Legend of Kage, The
Action

Lyrion
Januar 09
 

Mit "The Legend of Kage" kreierte Taito ein relativ kurzweiliges und unauffälliges Arcade-Spiel, zumindest wenn man es heutzutage betrachtet. Vor über 20 Jahren war es aber ganz sicher alles andere als unspektakulär, und so mancher Spieler wird bestimmt noch einige gute Erinnerungen an dieses exotische Ninja-Abenteuer hegen, genauso wie ich. Da vor nicht allzu langer Zeit der Ninja Kage ein Comeback auf dem Nintendo DS feiern konnte und das Urspiel auf den Compilations "Taito Legends 2" sowie "Taito Legends Power-Up" zu finden ist, möchte ich einige Sätze zu diesem alten Schinken schreiben, um es den Unkundigen etwas näher zu bringen.

Wie bei vielen anderen alten Spielen ist die Story ziemlich simpel und erinnert an althergebrachte, nach Schema A gestrickte Märchen. Es gibt Bösewichte, die nichts Gutes im Schilde führen, eine Prinzessin, die natürlich von ihnen entführt wird, und den obligatorischen Helden, der mit unglaublichen Kräften alles wieder ins Lot bringt. Bei "The Legend of Kage" sieht dies dann so aus: der Held des Spieles ist ein Ninja namens Kage (was auf Japanisch Schatten bedeutet) aus dem berühmten Dorf Iga, das entführte Opfer ist die Prinzessin Kirihime (auf dem NES einfach nur Kiri), und die Bösewichte sind Yoshiro Yukigusa (bzw. Youshirou oder Yoshi, wie in der NES-Version abgekürzt) und dessen treuer Gefolgsmann Yukinosuke Kiri (auf dem NES Yuki). Nachdem nun alle Hauptdarsteller bekannt sind, kann das furiose Schauspiel beginnen. Also Bühne frei für den ersten Akt.

Das Spiel ist in zwei Akte mit jeweils vier Szenen unterteilt: die Wald-Szene, in der erst drei weiße und anschließend ein roter magischer Mönch besiegt werden müssen, die Versteckte-Passage-Szene, in der man bloß eine vorgegebene Anzahl an angreifenden Ninjas bezwingen muss, die Burgmauer-Szene, in der die Festung erklettert wird sowie die Schloss-Szene, in der die gefesselte Prinzessin auf ihren Retter wartet. Schafft man es Prinzessin Kirihime zu befreien, muss man hilflos mit ansehen wie Yukinosuke sie Kage quasi aus den Händen entreißt. Ist man dann im Zweikampf gegen Yukinosuke auch noch siegreich, ist der erste Akt vorüber, und man beginnt sogleich mit der selben Prozedur von vorne, also mit dem zweiten Akt, nur mit dem kleinen Unterschied, dass die gesamte Umgebung nun in herbstliches Rot getaucht ist, der Endgegner diesmal Yoshiro Yukigusa höchstpersönlich ist und das ganze Unterfangen um einiges schwieriger wird. Erst wenn man auch noch Yoshiro besiegt, bekommt man den kurzen Abspann zu sehen. However… Das Spiel geht natürlich dann noch weiter, wieder von vorne, mit einem noch höheren Schwierigkeitsgrad und diesmal im Winter.

Wie man sehen kann, bietet "The Legend of Kage" doch recht viel Abwechslung. Die einzelnen Spielabschnitte sind aber dermaßen kurz gehalten, dass sie aus heutiger Sicht betrachtet eher wie ein Aufwärmspielchen wirken. Den ersten Akt kann man mühelos in weniger als fünf Minuten schaffen, sofern man mit der nicht ganz so einwandfreien Steuerung zurecht kommt. Wenn Kage hoch in die Luft hüpft, was das Markenzeichen des Spieles ist, mit seiner Waffe kämpft oder mit einer endlosen Salve an Shurikens den Himmel verdunkelt (das ist jetzt nicht ernst gemeint =) ), dann könnte man wirklich glauben, ein Puppentheater zu verfolgen, denn die Figuren wirken wie an Fäden gezogen. Da es ein altes Spiel ist, darf man von der Grafik und Akustik nicht allzu viel erwarten. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich jetzt schon alles zu dem Spiel gesagt. Ach, da fällt mir doch noch was ein. Im Spiel kann man auch noch eine magische Schriftrolle finden, mit der sich alle anstürmenden Gegner auf einmal vernichten lassen. Das sieht dann aus, als ob es Ninjas regnen würde. Sehr bizarr. Und man kann auch die Bäume hochklettern, aber so wirklich brauchbar ist diese Fähigkeit nicht.

"The Legend of Kage" wird für die meisten Spieler sicherlich nicht mehr eines Blickes würdig sein, es sei denn man kennt es von früher. Objektiv kann ich daher nur eine durchschnittliche Bewertung vergeben, möchte aber an dieser Stelle noch ausdrücklich auf die gelungene Fortsetzung auf dem Nintendo DS verweisen.

Von "The Legend of Kage" gibt es auch einige Konvertierungen für Heimsysteme, von denen mir die C-64- und die NES-Version bekannt sind. Beide unterscheiden sich natürlich am meisten in den technischen Aspekten von der Arcade-Version. Die C-64-Version ist extrem grobpixelig und weist eine relativ zögerliche Steuerung auf, wofür ich ihr noch einen Punkt in der Wertung abziehen muss. Aber dafür wartet sie mit dem wohl am besten klingenden Kage-Song auf, der wie ein Shuriken sofort in die Gehörgänge fliegt. =) Dadurch übt das Spiel doch einen gewissen Reiz aus. Die NES-Konvertierung sieht grafisch ebenso mager aus, die Animationen wirken aber am flüssigsten. Das Design ist dagegen etwas kindgerechter ausgefallen, was allerdings nicht negativ auffällt. Hier wurde das Spiel auch noch um einige Extras erweitert, welche die Shuriken vergrößern, einen Shuriken-Rundumangriff erlauben, Schnelligkeit verleihen, Schutz bieten oder zeitweise einen Schatten von Kage erzeugen, der neben der doppelten Angriffskraft auch noch Unverwundbarkeit gewährt. Zudem müssen bei dieser Version drei Akte, Sommer, Herbst und Winter, bewältigt werden, bevor Kage die Prinzessin Kiri in seine Arme schließen kann. Dadurch gibt es noch einen weiteren Endgegner, die Zwillingsmönche, welche am Ende des Sommer-Aktes auf Kage lauern.