Lightforce
Shoot´em up

Lyrion
Juli 09
 

"Lightforce" ist ein klassischer Vertikal-Shooter der alten Schule, ohne viele Extras, ohne Power up´s oder aufrüstbare Waffensysteme und auch ohne Endgegner. Nur gelegentlich findet man in den Trümmern der zerstörten Anlagen ein Shield oder ein Zusatzleben, aber das ist auch schon wirklich alles. Die Bezeichnung "Shield" wurde vom Hersteller FTL (Faster Than Light) bei ihrem Erstlingswerk aber nicht ganz so treffend gewählt, denn hierbei handelt es sich um eine jederzeit per Leertaste aktivierbare Smartbombe und nicht etwa um eine Art Schutzschild, wie man logischerweise annehmen könnte. Das relativ große Raumschiff scheint auch nicht unbedingt für schnelle Ausweichmanöver konzipiert worden zu sein wie viele andere kleinere Raumflitzer aus vergleichbaren Spielen, aber es ist, wie auch alle anderen Grafikelemente, wirklich schön gezeichnet und lässt sich sehr gut steuern, was von einer vorbildlichen Programmierkunst zeugt. Dazu kommt noch ein einziges, aber melodisches und gehörig die Motivation anfeuerndes Musikstück, welches das Gesamtwerk rundum gelungen erscheinen lässt.

Mit dem Lightforce-Raumschiff muss man die unbekannten Invasoren vertreiben, welche die wichtigsten Schlüsselpositionen der Kolonien rund um Regulus besetzt haben. Zu dumm bloß, dass man (wie so oft) gerade der einzige ist, der sich zum Zeitpunkt des Notrufs auf einem Patrouillenflug in der Nähe dieser Kolonien befindet. So muss man sich ganz alleine den feindlichen Besetzern zum Kampf stellen. Das Spiel ist dabei in vier Etappen aufgeteilt (Asteroid Belt, Water World, Orbital Platforms und Ice Planet), welche sich ständig wiederholen. Ein Ende des Spieles ist wohl nicht zu erwarten, gilt es hier doch als Spieler den höchsten Punktestand zu erreichen. Damit dies auch gelingt, muss man sich zunächst mit den Eigenarten des Spieles vertraut machen. Um möglichst viele Extra-Punkte und ein Zusatzleben am Ende einer Etappe zu erhalten, sollte man immer die Gruppierungen der Weltraum- bzw. Bodenstationen mitsamt allen Kontrollzentren vollständig zerstören. Zudem sollte man sich auch die Kampfformationen der gezielt angreifenden Gegner merken und stets im Hinterkopf behalten, dass die fest installierten Anlagen diesen oftmals Deckung bieten. Wird dies einmal vergessen, was mir anfangs oft passiert ist, so kann es leicht geschehen, dass man dennoch von einem feindlichen Schiff erwischt wird, obwohl man meint es unter Dauerbeschuss genommen zu haben. In solchen Situationen habe ich mich zwar auf das Schiff konzentriert und wie wild gefeuert, aber alle meine doppelten Laserschüsse wurden in irgendeine Weltraum- oder Bodenstation gezimmert, was ich erst zu spät wahrgenommen habe. Diese Gegebenheit stellt wohl den einzigen negativen Kritikpunkt an diesem Spiel dar. Wer über die Macht eines sehr schnellen Daumens oder ein Joystick mit Autofire-Funktion verfügt, der wird mit "Lightforce" jedoch kaum Schwierigkeiten haben.

Im Großen und Ganzen ist "Lightforce" ein sehr schönes C-64-Spiel, das durchaus einen Kultstatus genießt, nicht nur wegen dem guten Musikstück von Rob Hubbard. Mir persönlich missfällt aber, dass es ein Endlosspiel ist, bei dem es nur um einen möglichst hohen Highscore geht. Ein größeres Angebot an unterschiedlichen Levels hätte mir mehr zugesagt. Aber so waren die Spiele früher nun mal. Und eine Besonderheit von "Lightforce" ist noch zu erwähnen: der Score-Eintrag ist auch wie der Shooter selbst aufgemacht. Man fliegt durch den Weltraum und muss sich seinen Namen zurechtschießen. Für damalige Zeit sehr innovativ, es kann aber eine Weile dauern, bis man seinen Namen auf diese Weise geschrieben hat.

Von "Lightforce" gibt es auch noch Versionen für den Amstrad CPC und den ZX Spectrum, die mir bis jetzt noch nicht unter die Augen gekommen sind, aber an dieser Stelle zumindest nicht unerwähnt bleiben sollten.