"Lightforce" ist ein klassischer Vertikal-Shooter der alten
Schule, ohne viele Extras, ohne Power up´s oder aufrüstbare
Waffensysteme und auch ohne Endgegner. Nur gelegentlich findet man in
den Trümmern der zerstörten Anlagen ein Shield oder ein Zusatzleben,
aber das ist auch schon wirklich alles. Die Bezeichnung "Shield"
wurde vom Hersteller FTL (Faster Than Light) bei ihrem Erstlingswerk aber
nicht ganz so treffend gewählt, denn hierbei handelt es sich um eine
jederzeit per Leertaste aktivierbare Smartbombe und nicht etwa um eine
Art Schutzschild, wie man logischerweise annehmen könnte. Das relativ
große Raumschiff scheint auch nicht unbedingt für schnelle
Ausweichmanöver konzipiert worden zu sein wie viele andere kleinere
Raumflitzer aus vergleichbaren Spielen, aber es ist, wie auch alle anderen
Grafikelemente, wirklich schön gezeichnet und lässt sich sehr
gut steuern, was von einer vorbildlichen Programmierkunst zeugt. Dazu
kommt noch ein einziges, aber melodisches und gehörig die Motivation
anfeuerndes Musikstück, welches das Gesamtwerk rundum gelungen erscheinen
lässt.
Mit dem Lightforce-Raumschiff muss man die unbekannten Invasoren vertreiben,
welche die wichtigsten Schlüsselpositionen der Kolonien rund um
Regulus besetzt haben. Zu dumm bloß, dass man (wie so oft) gerade
der einzige ist, der sich zum Zeitpunkt des Notrufs auf einem Patrouillenflug
in der Nähe dieser Kolonien befindet. So muss man sich ganz alleine
den feindlichen Besetzern zum Kampf stellen. Das Spiel ist dabei in
vier Etappen aufgeteilt (Asteroid Belt, Water World, Orbital Platforms
und Ice Planet), welche sich ständig wiederholen. Ein Ende des
Spieles ist wohl nicht zu erwarten, gilt es hier doch als Spieler den
höchsten Punktestand zu erreichen. Damit dies auch gelingt, muss
man sich zunächst mit den Eigenarten des Spieles vertraut machen.
Um möglichst viele Extra-Punkte und ein Zusatzleben am Ende einer
Etappe zu erhalten, sollte man immer die Gruppierungen der Weltraum-
bzw. Bodenstationen mitsamt allen Kontrollzentren vollständig zerstören.
Zudem sollte man sich auch die Kampfformationen der gezielt angreifenden
Gegner merken und stets im Hinterkopf behalten, dass die fest installierten
Anlagen diesen oftmals Deckung bieten. Wird dies einmal vergessen, was
mir anfangs oft passiert ist, so kann es leicht geschehen, dass man
dennoch von einem feindlichen Schiff erwischt wird, obwohl man meint
es unter Dauerbeschuss genommen zu haben. In solchen Situationen habe
ich mich zwar auf das Schiff konzentriert und wie wild gefeuert, aber
alle meine doppelten Laserschüsse wurden in irgendeine Weltraum-
oder Bodenstation gezimmert, was ich erst zu spät wahrgenommen
habe. Diese Gegebenheit stellt wohl den einzigen negativen Kritikpunkt
an diesem Spiel dar. Wer über die Macht eines sehr schnellen Daumens
oder ein Joystick mit Autofire-Funktion verfügt, der wird mit "Lightforce"
jedoch kaum Schwierigkeiten haben.
Im Großen und Ganzen ist "Lightforce" ein sehr schönes
C-64-Spiel, das durchaus einen Kultstatus genießt, nicht nur wegen
dem guten Musikstück von Rob Hubbard. Mir persönlich missfällt
aber, dass es ein Endlosspiel ist, bei dem es nur um einen möglichst
hohen Highscore geht. Ein größeres Angebot an unterschiedlichen
Levels hätte mir mehr zugesagt. Aber so waren die Spiele früher
nun mal. Und eine Besonderheit von "Lightforce" ist noch zu
erwähnen: der Score-Eintrag ist auch wie der Shooter selbst aufgemacht.
Man fliegt durch den Weltraum und muss sich seinen Namen zurechtschießen.
Für damalige Zeit sehr innovativ, es kann aber eine Weile dauern,
bis man seinen Namen auf diese Weise geschrieben hat.
Von "Lightforce" gibt es auch noch Versionen für den
Amstrad CPC und den ZX Spectrum, die mir bis jetzt noch nicht unter
die Augen gekommen sind, aber an dieser Stelle zumindest nicht unerwähnt
bleiben sollten.
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