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Während in Japan bereits der dritte Teil der exklusiv auf dem Nintendo
DS erschienenen Strategie-RPG-Reihe von Marvelous Interactive und Atlus
pünktlich zum Weihnachtsfest angekündigt wurde, möchte
ich mich sputen und noch vorher einige Worte zu "Luminous Arc 2"
verlieren, das im japanischen Namen zusätzlich noch den kurzen
Untertitel "Will" mitführt. Wie auf der Rückseite
der Verpackung zu lesen, garantiert dieses Spiel "More Strategy,
More Witches, More Fun!", also von allem etwas mehr als der gute
Vorgänger zu bieten hat. Zusätzlich hat Atlus "Luminous
Arc 2" zusammen mit der als "Luminous Symphony" benannten
Soundtrack-CD und einem sehr schön aufgemachten Artbook mit dem
Titel "Luminous Art" herausgebracht, ohne einen Aufpreis für
diese schönen Extras zu verlangen. Und dies sollte jeden Sympathisanten
von "Luminous Arc" dazu animieren sich auch die Fortsetzung
unverzüglich zu beschaffen.
Dem Kenner des ersten Teils wird direkt auffallen, dass bei der Fortsetzung
so ziemlich alles aufpoliert wurde. Die Grafiken, ganz besonders die
während der Kämpfe, wirken viel schöner und detaillierter,
wobei die Umgebungselemente sowie die Spielfiguren alle etwas größer
als noch bei "Luminous Arc" dargestellt sind, so dass dieser
zweite Teil nicht mehr ganz so sehr an "Final Fantasy Tactics Advance"
erinnert, sondern durchaus eigenständige Charakterzüge aufweist,
was auf jeden Fall positiv gewertet werden kann. Auch die musikalischen
Ergüsse klingen irgendwie schöner, und einige der Songs bleiben
auf jeden Fall in den Gehörgängen hängen. Eines dieser
Musikstücke hat mich stellenweise sogar an die erfolgreichen Castlevania-Spiele
erinnert, und das will schon was heißen. =) Besonders erfreulich
ist aber die überarbeitete Stylus-Steuerung. Wies sie bei "Luminous
Arc" noch einen groben Makel auf, welcher es nicht erlaubte verdeckte
Spielfiguren und Felder problemlos anzutippen, so funktioniert sie hier
wirklich sehr vorbildlich. Ich habe zumindest zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten
mit dem Antippen gehabt, noch musste ich, wie beim ersten Teil oft vorgekommen,
meine mir zurechtgelegte Taktik aus irgendeinem steuerungstechnischen
Grund abändern.
Spieltechnisch ist bei "Luminous Arc 2" fast alles gleich
geblieben, abgesehen von einigen kleinen Verbesserungen. So sind die
bei mir nur äußerst selten zum Zuge gekommenen und daher
als relativ sinnlos abgestempelten Synergy- bzw. Teamwork-Angriffe aus
dem ersten Teil nun ganz weggefallen. Von den als Flash Drives benannten
Spezialangriffen gibt es jetzt nur noch einen einzigen pro Charakter,
aber dessen Wirkungsgrad entfaltet sich in drei unterschiedlich starken
Stufen. Eine wahrlich tolle Verbesserung gegenüber dem Vorgänger
ist der relativ schnelle Anstieg der drei Drive Points, so dass man
nun wirklich häufig Gebrauch von den sehr starken Flash Drives
machen kann. Alternativ können die Drive Points nun aber auch zur
Verstärkung der Effekte aller Zauber, Fähigkeiten und der
im Kampf eingesetzten Gegenstände verwendet werden, was gelegentlich
hilfreich sein kann. Als besonders positiv möchte ich das Fehlen
der Zufallskämpfe vermerken. Zwar gibt es neben den regulären
Szenario- und einigen Sub-Szenario-Kämpfen auch noch etliche Special
Quests, aber diese in der Gilde von Carnava angebotenen Aufträge
müssen nicht angenommen werden. Es lohnt sich dennoch diese zu
bestreiten, denn auf diese Weise kann man seine Charaktere schneller
und gezielter aufleveln und auch einige brauchbare Gegenstände
und seltene Lapis ergattern. Die Lapis entsprechen den Vitaes aus dem
ersten Teil, aber diesmal müssen sie nicht erst aufwendig identifiziert
und anschließend noch unwiderruflich mit den Rüstungsgegenständen
verschmolzen werden, sondern können direkt den Charakteren zugewiesen
werden. Jede Spielfigur kann mit bis zu drei von den ergatterten Lapis-Steinen
ausgerüstet werden, was ihre Statuswerte verbessert oder ihr eine
besondere Fähigkeit verleiht. Auffällig ist auch noch, dass
man bei "Luminous Arc 2" nur maximal sechs Charaktere gleichzeitig
in den Kampf schicken kann, während es beim ersten Teil noch acht
waren. Unverändert gibt es nach wie vor am Ende der Szenario-Kämpfe
die lustigen bis sehr makabren Episoden aus dem Leben eines Kopins sowie
die Intermissions mit den am Kampf beteiligten Charakteren. Die Intermissions
sind diesmal um einiges umfangreicher und es fällt zudem viel schwieriger
sich für die richtigen Antworten zu entscheiden. Je nachdem welche
Wahl man tätigt, enden sie in einem Good, einem Normal oder einem
Best Break.
Auch diesmal liegt der Fokus des Spieles auf der in dreißig Kapiteln
erzählten, sehr interessanten Story, welche im Königreich
Carnava angesiedelt ist. Eine Verbindung zum ersten Teil gibt es eigentlich
nicht, aber im Zusammenhang mit den Bonus-Kämpfen an den heißen
Quellen trifft man auf bekannte Gesichter wie z.B. Cecille oder Vanessa.
Auch Alice und Therese, die beiden für das Schmieden der Vitaes
zuständigen passiven Charaktere aus dem ersten Teil, welche über
einen Regenbogen nach Carnava gelangt sind, können im Spiel gefunden
und sogar in die eigene Gruppe aufgenommen werden. Und wie bereits beim
Vorgänger dreht sich der gesamte Handlungsstrang erneut um die
liebenswerten Hexen und ihre Magie. Als die für die dunkle Magie
zuständige Shadow Frost Witch, welche stets von ihrer untoten,
niedlich dreinschauenden und Golems beschwörenden Katze Josie begleitet
wird, die Rev Magic Association verlässt und sich gegen sie wendet,
entbrennt der Witch Conflict. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen
der Shadow Frost Witch Fatima und der Leiterin der Rev Magic Association,
der Brillant Witch Dia, über gewisse magische Angelegenheiten bringen
viel Unruhe in das ehemals friedliche Königreich. Und wie der Zufall
es so will, wird auch Roland, ein junger Ritter und der Hauptcharakter
des Spiels, nach der Begegnung mit Althea, einer jungen Feuerhexe in
der Ausbildung, in diesen Konflikt verwickelt, als durch einen unglücklichen
Unfall die vom königlichen Forscher Steiner gerade frisch erstellte
Runic Engine ungewollt mit seiner Hand fusioniert. Dies macht Roland
zum zweiten Rune Knight in der langen Geschichte von Carnava. Danach
geht es Schlag auf Schlag weiter, es werden immer neue Geheimnisse und
Artefakte wie zum Beispiel das Dämonenschwert Rega oder das Conclusion
Gate offenbart, neue Charaktere wie Master Matthias, Bharva und letztendlich
die vor 4000 Jahren wegen verbotener Experimente mit dem Leben versiegelte
Mage Queen Elicia betreten die Bühne, so dass sich zum Schluss
hin die vielen einzelnen Puzzle-Stücke zu einer ganzen ungeheuerlichen
Wahrheit zusammenfügen. Im Verlauf des Spiels gesellen sich, abgesehen
jetzt von Rolands Bruder Rasche und der Bogenschützin Rina, auch
noch die anderen Elementarhexen, die immer durstige Tide Witch Luna,
die noch kindliche und sehr aufbrausende Verdure Witch Pop und die geflügelte
Breeze Witch Sadie, sowie einige seltsame Gestalten wie der verrückte
Witch-Otaku Kaph, der sehr höfliche Heiler Pip, die mit der Silver
Magic umgehende Ayano oder die Anführerin der Diebesbande Rosetta
Rosso namens Karen zu der Gruppe hinzu. Sie alle haben total unterschiedliche
Charakterzüge, was zu sehr vielen Turbulenzen innerhalb der Gruppe
führt und den Spieler bestens zu unterhalten vermag. Ein Novum
in Bezug auf den Hauptcharakter Roland ist noch seine Fähigkeit
sich der Magie der sechs Elementarhexen (irgendwann stößt
auch Fatima zur Gruppe hinzu) mittels deren Unity Rings zu bedienen.
Eine derartige geistige Verbindung steigert nicht nur einen seiner Statuswerte
erheblich, sondern verleiht ihm auch neue magische Fähigkeiten
und erlaubt ihm das Nutzen des Flash Drive, welcher bei Roland im normalen
Zustand nicht verfügbar ist. Eine ganz besondere Verbindung kann
Roland mit Althea oder alternativ auch mit Fatima eingehen, was zum
Schluss hin im Final Bond mit der Erwählten gipfelt und die Endsequenz
beeinflusst.
"Luminous Arc 2" setzt keine neuen Maßstäbe im
Strategie-RPG-Genre, weiß jedoch, wie bereits der erste Teil,
mit einer mitreißenden Story, sympathischen Charakteren, die sich
stets mit den kleinen, zu ihren Charakterzügen passenden Kommentaren
im Kampf bemerkbar machen, und zusätzlich auch noch mit der perfekt
inszenierten technischen Aufmachung tadellos zu unterhalten. Einige
freispielbare Extras sowie die Notwendigkeit eines weiteren Durchgangs
zwecks 100% Completion sorgen noch zusätzlich für den nötigen
Schub an Motivation. Wenn man Strategie-RPG´s mag und sich auch
noch für den japanischen Anime-Look begeistern kann, dann sollte
man sich dieses Spiel auf gar keinen Fall entgehen lassen.
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