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Die Lunar-RPG´s Silvers Star und Eternal Blue genießen immer
noch Klassikerstatus. Sie begeisterten durch eine epische Story und
sympathische Charaktere. Leider ist es schon seit einigen Jahren still
um die Serie geworden und umso größer war die Freude, dass
für den DS ein weiterer Lunar-Teil angekündigt wurde. Auch
ich ging mit bestimmten Erwartungen an Dragon Song (us) bzw. Genesis
(jap) heran und wurde bitter enttäuscht.
Story/Charaktere: Die Geschichte ist schnell erzählt
und spielt viele Jahrhunderte vor Silver Star. Der Botenjunge Jian und
seine Freundin Lucia arbeiten für einen Lieferdienst. Auf der Suche
nach einem gestohlenen Paket werden die beiden in einen Krieg zwischen
Gut und Böse hineingezogen. Die Story ist vorhersehbar, blass und
langweilig. Die Charaktere sind allesamt Stereotypen und bleiben nicht
im Gedächtnis.
Gameplay: Ein gut gemachtes Kampfsystem könnte über
eine flache Story hinwegtrösten. Leider ist das Kampfsystem der
größte Schwachpunkt des Spieles und erstickt jeglichen Spielspaß
im Keim. Bevor der Spieler sich in feindliches Gebiet wagt, muss er
sich entscheiden: Sollen die Gegner Items oder Erfahrungspunkte hinterlassen?
Beides ist für das Weiterkommen unerlässlich, ein mehrmaliges
Besuchen der Dungeons somit Pflicht. Für mich eine künstliche
Verlängerung der Spielzeit. Die Gegner sind sichtbar und erst bei
Kontakt wird in den Kampfbildschirm geschaltet. Im rundenbasierten Kampf
kann man angreifen, Specials durchführen und Items benutzen. Beim
Angreifen wird zufällig ausgewählt, welches Monster nun wirklich
getroffen wird. Ein taktisches Vorgehen, bestimmte Gegnertypen zuerst
anzugreifen, ist also unmöglich. Manchmal dauern die Kämpfe
ewig, weil die Charaktere die feindlichen Kreaturen nacheinander schwächen
und sich nicht auf einen konzentrieren können (oder wollen). Bei
Specials darf man auf die wenigen Magiesprüche der jeweiligen Charaktere,
von denen maximal drei in der Gruppe sein können, zurückgreifen.
Nach dem Kampf lassen die Gegner Karten fallen, die gesammelt (und per
WiFi getauscht) oder im Kampf eingesetzt werden können. Leider
ersetzt das Ganze in keinster Weise ein gutes Magiesystem.
Die Kämpfe erstrecken sich über beide Bildschirme. Der zweite
Bildschirm wird ansonsten vorwiegend für das Menü benutzt.
Eine Touchscreen-Steuerung ist alternativ verfügbar und funktioniert
vor allem in Kämpfen und in Menüs gut.
Ein weiteres Manko stellt der Verlust der Lebensenergie beim Rennen
dar - absolut sinnfrei. Die vielen Sidequests bieten in der Regel langweilige
Aufträge rund um das Beschaffen bestimmter Items, wodurch das Spiel
neben den langwierigen Kämpfen noch zusätzlich in die Länge
gezogen wird. Der Schwierigkeitsgrad ist teilweise hoch, was jedoch
hauptsächlich am unbequemen Kampsystem liegt.
Grafik: Grafisch wird nicht allzu viel geboten. Die Dungeons,
die Oberwelt und der Kampfbildschirm sind sehr zweckmäßig
und karg gehalten. Manches wie zum Beispiel die Menüs finde ich
sogar ausgesprochen hässlich im Design. Einige Feinde/Bosse fallen
extrem grobpixelig aus und liegen eindeutig unter den Möglichkeiten
eines Nintendo DS. Ehrlich gesagt, habe ich auf dem Game Boy Advance
schon besseres gesehen. Wirklich gefallen haben mir nur die Anime-Porträts
der Charaktere sowie einige wenige Dungeons.
Musik/Sound: Es gibt einige nette Musikstücke, jedoch
nichts besonderes, was einem in Erinnerung bleiben würde.
Fazit: Absolut keine Kaufempfehlung! Ja, Lunar - Dragon Song
war das allererste DS-RPG überhaupt, aber das kann doch keine Entschuldigung
für so einen Mist sein. Story, Kampfsystem und Grafik sind unterirdisch.
Mittlerweile gibt es für den DS genügend Rollenspiel-Alternativen,
und wer unbedingt Lunar für unterwegs braucht, besorgt sich lieber
Lunar Legend für den Game Boy Advance.
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