Lunar - Dragon Song / Genesis
RPG


Patricia
Februar 09

 


Die Lunar-RPG´s Silvers Star und Eternal Blue genießen immer noch Klassikerstatus. Sie begeisterten durch eine epische Story und sympathische Charaktere. Leider ist es schon seit einigen Jahren still um die Serie geworden und umso größer war die Freude, dass für den DS ein weiterer Lunar-Teil angekündigt wurde. Auch ich ging mit bestimmten Erwartungen an Dragon Song (us) bzw. Genesis (jap) heran und wurde bitter enttäuscht.

Story/Charaktere: Die Geschichte ist schnell erzählt und spielt viele Jahrhunderte vor Silver Star. Der Botenjunge Jian und seine Freundin Lucia arbeiten für einen Lieferdienst. Auf der Suche nach einem gestohlenen Paket werden die beiden in einen Krieg zwischen Gut und Böse hineingezogen. Die Story ist vorhersehbar, blass und langweilig. Die Charaktere sind allesamt Stereotypen und bleiben nicht im Gedächtnis.

Gameplay: Ein gut gemachtes Kampfsystem könnte über eine flache Story hinwegtrösten. Leider ist das Kampfsystem der größte Schwachpunkt des Spieles und erstickt jeglichen Spielspaß im Keim. Bevor der Spieler sich in feindliches Gebiet wagt, muss er sich entscheiden: Sollen die Gegner Items oder Erfahrungspunkte hinterlassen? Beides ist für das Weiterkommen unerlässlich, ein mehrmaliges Besuchen der Dungeons somit Pflicht. Für mich eine künstliche Verlängerung der Spielzeit. Die Gegner sind sichtbar und erst bei Kontakt wird in den Kampfbildschirm geschaltet. Im rundenbasierten Kampf kann man angreifen, Specials durchführen und Items benutzen. Beim Angreifen wird zufällig ausgewählt, welches Monster nun wirklich getroffen wird. Ein taktisches Vorgehen, bestimmte Gegnertypen zuerst anzugreifen, ist also unmöglich. Manchmal dauern die Kämpfe ewig, weil die Charaktere die feindlichen Kreaturen nacheinander schwächen und sich nicht auf einen konzentrieren können (oder wollen). Bei Specials darf man auf die wenigen Magiesprüche der jeweiligen Charaktere, von denen maximal drei in der Gruppe sein können, zurückgreifen. Nach dem Kampf lassen die Gegner Karten fallen, die gesammelt (und per WiFi getauscht) oder im Kampf eingesetzt werden können. Leider ersetzt das Ganze in keinster Weise ein gutes Magiesystem.
Die Kämpfe erstrecken sich über beide Bildschirme. Der zweite Bildschirm wird ansonsten vorwiegend für das Menü benutzt. Eine Touchscreen-Steuerung ist alternativ verfügbar und funktioniert vor allem in Kämpfen und in Menüs gut.

Ein weiteres Manko stellt der Verlust der Lebensenergie beim Rennen dar - absolut sinnfrei. Die vielen Sidequests bieten in der Regel langweilige Aufträge rund um das Beschaffen bestimmter Items, wodurch das Spiel neben den langwierigen Kämpfen noch zusätzlich in die Länge gezogen wird. Der Schwierigkeitsgrad ist teilweise hoch, was jedoch hauptsächlich am unbequemen Kampsystem liegt.

Grafik: Grafisch wird nicht allzu viel geboten. Die Dungeons, die Oberwelt und der Kampfbildschirm sind sehr zweckmäßig und karg gehalten. Manches wie zum Beispiel die Menüs finde ich sogar ausgesprochen hässlich im Design. Einige Feinde/Bosse fallen extrem grobpixelig aus und liegen eindeutig unter den Möglichkeiten eines Nintendo DS. Ehrlich gesagt, habe ich auf dem Game Boy Advance schon besseres gesehen. Wirklich gefallen haben mir nur die Anime-Porträts der Charaktere sowie einige wenige Dungeons.

Musik/Sound: Es gibt einige nette Musikstücke, jedoch nichts besonderes, was einem in Erinnerung bleiben würde.

Fazit: Absolut keine Kaufempfehlung! Ja, Lunar - Dragon Song war das allererste DS-RPG überhaupt, aber das kann doch keine Entschuldigung für so einen Mist sein. Story, Kampfsystem und Grafik sind unterirdisch. Mittlerweile gibt es für den DS genügend Rollenspiel-Alternativen, und wer unbedingt Lunar für unterwegs braucht, besorgt sich lieber Lunar Legend für den Game Boy Advance.