Wenn ich das beste Mega Man-Spiel wählen müsste, würde
die Wahl sicherlich auf "Mega Man 2" fallen. Mit diesem Spiel
verbinde ich die schönsten Erinnerungen an das Nintendo Entertainment
System, die auch nachträglich in diversen Mega Man-Compilations Bestätigung
fanden. Obwohl die Reihe mittlerweile unzählige sehr gute Spiele
vorweisen kann, ist dieser zweite Teil etwas ganz Besonderes für
mich. Dabei weist es gegenüber dem Vorgänger nur minimale Änderungen
auf. Sie verpassten dem Spiel jedoch den letzten Schliff.
Storytechnisch ist "Mega Man 2" wie der Vorgänger ganz
simpel gestrickt. Alles dreht sich mal wieder um Dr. Wily. Winselnd
um Gnade bettelnd wurde er am Ende des ersten Mega Man-Spiels verschont,
nur um weiter seinen finsteren Machenschaften zu frönen. Innerhalb
kurzer Zeit hat er acht neue Kampfroboter erschaffen, die seine Ansprüche
auf die Weltherrschaft erneut untermauern sollen. Die Anzahl der Roboter
ist somit um zwei gestiegen und seitdem in jedem nachfolgenden Mega
Man-Spiel konstant geblieben. Die Kreationen wie Metal Man, Wood Man,
Quick Man oder Crush Man weisen weniger offensichtliche Schwächen
auf und sind deshalb viel interessanter. Die Einbeziehung der erbeuteten
Waffen ins Leveldesign ist größer, so dass die gesamte Plattform-Action
anspruchsvoller ausfällt. Mit verbesserten Grafiken und fulminanter
Musikuntermalung, die einige der besten Ohrwürmer der gesamten
Reihe hervorgebracht hat, ist das Spiel rundum gelungen. Der im ersten
Teil meinerseits bemängelte unausgewogene Schwierigkeitsgrad ist
ebenfalls Geschichte, obwohl das Spiel trotz einiger kleiner, interessanter
Neuerungen nach wie vor sehr schwer und fordernd ist.
Im Laufe des Spieles entwickelt Dr. Light drei neue Erfindungen, die
er Mega Man zur Verfügung stellt. Mit ihnen lassen sich diverse
mobile Plattformen erzeugen, mit denen ansonsten unerreichbare Orte
zugänglich werden. Ganz neu ist diese Idee zwar nicht, denn bereits
beim Vorgänger gab es den so genannten Magnet Beam, der eine ähnliche
Funktion hatte. Sie wurde jedoch deutlich ausgebaut und sinnvoller in
das Spiel integriert.
Absolut neu und besonders löblich ist die Einführung der
Energietanks, mit denen sich Mega Mans Energieleiste jederzeit wieder
vollständig aufladen lässt. Bei besonders schweren Bosskämpfen
sind sie Gold wert. Allerdings sind sie nicht allzu häufig im Spiel
verbreitet und oft nur über Umwege zu erreichen. Sie stellen seitdem
einen festen Bestandteil aller nachfolgenden Mega Man-Spiele dar.
Zu guter Letzt hat "Mega Man 2" noch eine Passwortfunktion
verpasst bekommen, mit der das Spiel nach dem letzten gewonnenen Bosskampf
wieder aufgenommen werden kann. Sie umfasst jedoch nicht Dr. Wilys Burg,
die mit zahlreichen Spielabschnitten sowie vielen schweren Bosskämpfen
aufwartet und nach wie vor am Stück bewältigt werden muss.
Die Passwörter die man hier erhält funktionieren einfach nicht.
Dr. Wily manipuliert an dieser Stelle immer wieder die Konsole. ^^ Mit
einigen gut eingesetzten Energietanks sollte man aber mit allen Problemen
fertig werden können.
Zum Schluss bleibt mir nicht anderes zu sagen, als dass "Mega
Man 2" fantastisch ist! Spielspaß und Anspruch arbeiten eng
mit- und nicht gegeneinander, wie es in anderen Publikationen oft der
Fall ist. Das Spiel ist von der ersten bis zur letzten Minute packend
und auch noch nach mehreren Durchgängen alles andere als langweilig.
Ein zeitloser Klassiker und nicht umsonst das meistverkaufte Mega Man-Spiel
überhaupt.
|