Mega Man Zero
Action

Minrod
August 08
 

Es hat wirklich lange gedauert, bis ich endlich den Auftakt der Mega Man Zero-Reihe spielen durfte, ist doch der erste Teil heutzutage nur noch extrem schwer aufzutreiben. Da ich es nun ausgiebig getestet habe, möchte ich auch einige Worte zu diesem Spiel verlieren.

Die Geschichte fängt mit einer menschlichen Wissenschaftlerin namens Ciel an, die eine Rebellengruppe gegen die Unterdrücker von Neo Arcadia anführt, einer Stadt, die nach dem Ende der Maverick-Kriege von X als Paradies für die Menschen erschaffen wurde. Die Angst vor einem erneuten Krieg macht die Bewohner der Stadt jedoch gegenüber den künstlich erschaffenen Reploiden zunehmend misstrauisch. Und wie die Geschichte uns oft genug gelehrt hat, entwickelt sich aus der ursprünglichen Angst allzu bald Wut, die früher oder später in blanken Hass umschlägt. Aufgrund dieser zunehmenden Feindseligkeit gegenüber den Reploiden bildet sich besagte Rebellengruppe mit der selbstauferlegten Aufgabe, eine Lösung für den Konflikt zu finden. Ciel macht sich daher auf die Suche nach dem legendären Reploid Zero, der sich bereits in den Maverick-Kriegen sowohl für das Wohl der Menschen wie auch der Reploiden eingesetzt hat. Und in der Stunde ihrer höchsten Not wird sie fündig, womit die Zero-Reihe ihren Anfang nimmt.

Mit Hilfe eines Cyber-Elfen nach jahrhundertlangem Schlaf wiedererweckt, ergreift Zero Partei für die Schwachen und rettet Ciel vor den Truppen aus Neo Arcadia. Mit nur einem Buster ausgerüstet greift man hier als Spieler das erste Mal aktiv ins Geschehen ein. In typischer Mega Man-Manier hüpft man über zahlreiche Plattformen und bekämpft die auftauchenden Feinde, die Ciel nach dem Leben trachten. Beim ersten Endgegner, der gegen Zeros Buster resistent ist, scheint das ganze Unternehmen jedoch zu kippen. Glücklicherweise erhalten die beiden Hilfe von einer unbekannten mystischen Kraft, die Zero den Z-Saber übergibt. Mit dieser Waffe ist der erste Boss ein Kinderspiel…

Aber nur dieser. Danach geht es hart zur Sache. Sich der Sache der Rebellen annehmend, muss Zero ab nun unterschiedliche Missionen übernehmen, in denen er vorwiegend Kameraden retten oder bestimmte feindliche Einrichtungen zerstören muss. Nach seinem langen Schlaf aller Erinnerungen beraubt, muss er sich dabei seine Kampffähigkeiten nach und nach erneut aneignen, was durch häufige Benutzung der Waffen, die später durch den Shield Boomerang und den Triple Rod ergänzt werden, geschieht, wie ich es bereits beim Nachfolger Mega Man Zero 2 beschrieben habe. Zeros Steuerung ist der X-Reihe nachempfunden und geht schnell ins Blut über. Durch die Möglichkeit an Wänden entlang zu gleiten und zu hüpfen sind dem entdeckungsfreudigen Spieler kaum Grenzen gesetzt überall in der großen zusammenhängenden Welt des Spieles nach den gut versteckten Cyber-Elfen zu suchen. Die Idee einer riesigen Welt als einzigem Schauplatz gefällt mir wirklich gut, seltsamerweise findet sie in den nachfolgenden drei Zero-Spielen keine Verwendung mehr. Dort setzt man sich wie gewohnt wieder mit unabhängigen Levels auseinander. Zumindest hat dies den Vorteil der Abwechslung. Bei Mega Man Zero finden viele Missionen oft an bereits bekannten Schauplätzen statt, weil die Welt einfach nicht groß genug ist, um jeder Mission eine neue Lokalität zuweisen zu können. Dies wirkt sich spieltechnisch etwas negativ aus, da das wiederholte Abklappern bereits bekannter Abschnitte doch etwas langweilig werden kann. Zu Beginn des Spieles ist die Bewegungsfreiheit unseres Helden jedoch stark eingeschränkt. Die ersten Missionen müssen deshalb ohne die besonders starken Cyber-Elfen absolviert werden und sind somit sehr, sehr schwer. Aztec Falcon, der zweite Boss, kann Zero innerhalb weniger Sekunden vernichten. Ohne viel Ausdauer und Übung wird man sich am Anfang sehr schwer tun. Dank der neu eingeführten Cyber-Elfen, die genauso funktionieren wie in meinem Review zu Mega Man Zero 2 beschrieben, wird das Spiel mit der Zeit jedoch immer leichter. Es sei denn man verzichtet gänzlich auf sie, dann hat man es mit einem der schwersten Spiele überhaupt zu tun. Das Rankingsystem ist wie in den anderen Teilen der Zero-Reihe ebenfalls gnadenlos, belohnt den Spieler bei den Stufen S und A nur mit noch stärkeren Bossen. Neue Kampffähigkeiten lernt man von den Kontrahenten dadurch nicht.

Mega Man Zero ist ein brillantes Spiel. Aufgrund der sich wiederholenden Schauplätze und einer etwas blassen sowie detailärmeren Grafik ist es allerdings einen Tick schlechter als die Nachfolger. Für das erste Spiel der Reihe ist dies aber nicht tragisch, umgekehrt wäre es schlimmer. Deshalb gibt es neun Punkte für ein GBA-Spiel, das man auf gar keinen Fall verpassen sollte.