Es hat wirklich lange gedauert, bis ich endlich den Auftakt der Mega Man
Zero-Reihe spielen durfte, ist doch der erste Teil heutzutage nur noch
extrem schwer aufzutreiben. Da ich es nun ausgiebig getestet habe, möchte
ich auch einige Worte zu diesem Spiel verlieren.
Die Geschichte fängt mit einer menschlichen Wissenschaftlerin
namens Ciel an, die eine Rebellengruppe gegen die Unterdrücker
von Neo Arcadia anführt, einer Stadt, die nach dem Ende der Maverick-Kriege
von X als Paradies für die Menschen erschaffen wurde. Die Angst
vor einem erneuten Krieg macht die Bewohner der Stadt jedoch gegenüber
den künstlich erschaffenen Reploiden zunehmend misstrauisch. Und
wie die Geschichte uns oft genug gelehrt hat, entwickelt sich aus der
ursprünglichen Angst allzu bald Wut, die früher oder später
in blanken Hass umschlägt. Aufgrund dieser zunehmenden Feindseligkeit
gegenüber den Reploiden bildet sich besagte Rebellengruppe mit
der selbstauferlegten Aufgabe, eine Lösung für den Konflikt
zu finden. Ciel macht sich daher auf die Suche nach dem legendären
Reploid Zero, der sich bereits in den Maverick-Kriegen sowohl für
das Wohl der Menschen wie auch der Reploiden eingesetzt hat. Und in
der Stunde ihrer höchsten Not wird sie fündig, womit die Zero-Reihe
ihren Anfang nimmt.
Mit Hilfe eines Cyber-Elfen nach jahrhundertlangem Schlaf wiedererweckt,
ergreift Zero Partei für die Schwachen und rettet Ciel vor den
Truppen aus Neo Arcadia. Mit nur einem Buster ausgerüstet greift
man hier als Spieler das erste Mal aktiv ins Geschehen ein. In typischer
Mega Man-Manier hüpft man über zahlreiche Plattformen und
bekämpft die auftauchenden Feinde, die Ciel nach dem Leben trachten.
Beim ersten Endgegner, der gegen Zeros Buster resistent ist, scheint
das ganze Unternehmen jedoch zu kippen. Glücklicherweise erhalten
die beiden Hilfe von einer unbekannten mystischen Kraft, die Zero den
Z-Saber übergibt. Mit dieser Waffe ist der erste Boss ein Kinderspiel…
Aber nur dieser. Danach geht es hart zur Sache. Sich der Sache der
Rebellen annehmend, muss Zero ab nun unterschiedliche Missionen übernehmen,
in denen er vorwiegend Kameraden retten oder bestimmte feindliche Einrichtungen
zerstören muss. Nach seinem langen Schlaf aller Erinnerungen beraubt,
muss er sich dabei seine Kampffähigkeiten nach und nach erneut
aneignen, was durch häufige Benutzung der Waffen, die später
durch den Shield Boomerang und den Triple Rod ergänzt werden, geschieht,
wie ich es bereits beim Nachfolger Mega Man Zero 2 beschrieben habe.
Zeros Steuerung ist der X-Reihe nachempfunden und geht schnell ins Blut
über. Durch die Möglichkeit an Wänden entlang zu gleiten
und zu hüpfen sind dem entdeckungsfreudigen Spieler kaum Grenzen
gesetzt überall in der großen zusammenhängenden Welt
des Spieles nach den gut versteckten Cyber-Elfen zu suchen. Die Idee
einer riesigen Welt als einzigem Schauplatz gefällt mir wirklich
gut, seltsamerweise findet sie in den nachfolgenden drei Zero-Spielen
keine Verwendung mehr. Dort setzt man sich wie gewohnt wieder mit unabhängigen
Levels auseinander. Zumindest hat dies den Vorteil der Abwechslung.
Bei Mega Man Zero finden viele Missionen oft an bereits bekannten Schauplätzen
statt, weil die Welt einfach nicht groß genug ist, um jeder Mission
eine neue Lokalität zuweisen zu können. Dies wirkt sich spieltechnisch
etwas negativ aus, da das wiederholte Abklappern bereits bekannter Abschnitte
doch etwas langweilig werden kann. Zu Beginn des Spieles ist die Bewegungsfreiheit
unseres Helden jedoch stark eingeschränkt. Die ersten Missionen
müssen deshalb ohne die besonders starken Cyber-Elfen absolviert
werden und sind somit sehr, sehr schwer. Aztec Falcon, der zweite Boss,
kann Zero innerhalb weniger Sekunden vernichten. Ohne viel Ausdauer
und Übung wird man sich am Anfang sehr schwer tun. Dank der neu
eingeführten Cyber-Elfen, die genauso funktionieren wie in meinem
Review zu Mega Man Zero 2 beschrieben, wird das Spiel mit der Zeit jedoch
immer leichter. Es sei denn man verzichtet gänzlich auf sie, dann
hat man es mit einem der schwersten Spiele überhaupt zu tun. Das
Rankingsystem ist wie in den anderen Teilen der Zero-Reihe ebenfalls
gnadenlos, belohnt den Spieler bei den Stufen S und A nur mit noch stärkeren
Bossen. Neue Kampffähigkeiten lernt man von den Kontrahenten dadurch
nicht.
Mega Man Zero ist ein brillantes Spiel. Aufgrund der sich wiederholenden
Schauplätze und einer etwas blassen sowie detailärmeren Grafik
ist es allerdings einen Tick schlechter als die Nachfolger. Für
das erste Spiel der Reihe ist dies aber nicht tragisch, umgekehrt wäre
es schlimmer. Deshalb gibt es neun Punkte für ein GBA-Spiel, das
man auf gar keinen Fall verpassen sollte.
|