Metalgun Slinger
Action

Minrod
Juni 09
 

"Metalgun Slinger" stellt etwas ganz Besonderes für mich dar, denn ich habe mich ganze drei Jahre darum bemüht, es in den zahlreichen Internetshops ausfindig zu machen. Nur in Japan erschienen, gehört es zweifelsfrei zu den seltensten Spielen für den Game Boy Advance. Und da es sich hierbei um einen actiongeladenen Plattformer handelt, ist es auch in unseren westlichen Gefilden recht gefragt.

Auf den ersten Blick sieht "Metalgun Slinger" keineswegs herausragend aus. Mit den kleinen, etwas pixelig geratenen Figuren sowie den blassen Farben wirkt das stilechte Western-Spiel eher unscheinbar. Mit dem unverbrauchten Szenario im Anime-Stil kommt es aber sehr frisch rüber und stimmt bereits durch das mit Gesang unterstützte Intro auf wilde Feuergefechte ein. Der Held dieses Abenteuers heißt Billy Macdoleane und kämpft mit einem technisch sehr eindrucksvollen Revolver, der durch diverse Leitungen mit seinem Körper verbunden zu sein scheint, gegen irgendeine üble Mutantenbande. Die Western-Thematik wird allzu bald mit zahlreichen Science-Fiction-Elementen verflochten, so dass das ganze Spektakel an bekannte Mangas wie "Trigun" erinnert. Der in zahlreichen Zwischensequenzen erzählten Story vermag man ohne Japanisch-Kentnisse jedoch nicht zu folgen, so dass man sich nur mit Vermutungen zufrieden geben muss.

Um den Abspann genießen zu können, müssen nach einem unverständlichen, da ebenfalls japanischen, Tutorial fünf umfangreiche Levels, die in der Regel in vier Spielabschnitte unterteilt sind, überstanden werden. Dabei hüpft man durch die recht verzweigten Landstriche über unzählige Plattformen, hangelt sich an Seilen entlang und liefert sich mit den verstreuten Feinden die tollkühnsten Schusswechsel. Mit der ihm zu Verfügung stehenden Gun-Force kann Billy nicht nur Räder schlagen und Saltos vollführen, sondern die eigenartigsten Feuersalven in stilechter Slow-Motion-Manier auf die Gegner niederregnen lassen. Die Art der Geschosse hängt dabei vom verwendeten Sheriff-Stern sowie der Gun-Art ab. Diese Hilfsmittel erhält man nach jedem Bosskampf. Die Mittel- und Endgegner fallen im Gegensatz zur etwas uninspirierten Plattform-Action allesamt sehr abwechslungsreich aus und sind recht fordernd. Mit Fortschreiten des Spieles werden sie immer imposanter und hartnäckiger, sind aber niemals unfair und mit Billys Superangriffen durchaus für jedermann zu schaffen. Die Supergeschosse werden auf dem Bildschirm als Patronenhülsen dargestellt und sind auf fünf Stück begrenzt. Sie werden durch das Drücken der A- oder B-Taste in Zusammenhang mit gedrücktem R-Button aktiviert und fallen je nach ausgerüsteter Gun-Art unterschiedlich aus. Das Spiel räumt damit auch etwas Platz zum Experimentieren ein. Nicht unerwähnt bleiben sollten noch die Hochgeschwindigkeitslevels, die die Plattform-Action auflockern und Billy auf einem futuristischen Gefährt durch die Gegend sausen lassen. Die Jagd nach gesuchten Verbrechern als Zusatzoption ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen, da man nur dadurch seine Lebenskraft permanent erhöht, was sich bei den Bosskämpfen sehr positiv auswirkt. Dies rechtfertigt wiederum die gründliche Erkundung eines jeden Spielabschnitts. Die erzielten Erfolge werden dabei automatisch nach jedem beendeten Level gesichert.

"Metalgun Slinger" fällt somit wirklich angenehm abwechslungsreich aus. Mit einer Spieldauer von maximal sechs Stunden mag es für den einen oder anderen jedoch etwas zu kurz ausfallen. Mich stört das nicht und ich bereue keinen einzigen Cent, den ich für das sündhaft teure Spiel ausgegeben habe. Auch wenn es sicherlich nicht die Krönung des Genres darstellt, so kann ich doch eine klare Empfehlung aussprechen, sofern man sich mit den recht hohen Preisen, die etwas über dem damals regulären Verkaufspreis liegen, anfreunden kann.