Phantasy Star 3 - Generations of Doom
RPG

Patricia
März 09
 

Die Entstehung des dritten Phantasy Star-Teiles stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Der eigentliche Abschluss der Rollenspiel-Trilogie, die mit Phantasy Star (Master System) und Phantasy Star 2 (Mega Drive) begonnen hatte, verzögerte sich. Um die Fans bei Laune zu halten, wurde rasch die Sidestory Phantasy Star 3 - Generations of Doom auf den Markt geworfen.

Story/Charaktere: Der junge Prinz Rhys ist sauer. Seine Braut wurde von einem verfeindeten Clan während der Hochzeit geraubt. Während seiner Suche durch verschiedene Länder findet er neue Mitstreiter, erlebt belanglose Abenteuer und kann schließlich seine Geliebte Maia wieder in die Arme schließen. Halt, hier ist das Spiel nicht zu Ende. Der Spieler kann sich entscheiden, ob Rhys die süße Maia oder die benachbarte Prinzessin Lena heiratet. Dies beeinflusst nicht nur das Aussehen des Sohnes sondern auch die nachfolgenden Ereignisse. Insgesamt drei Generationen können so durchlebt werden. Da es auch bei der zweiten eine Brautwahl gibt, resultieren daraus sechs verschiedene Abschnitte und drei Endsequenzen. Die Idee eine Familie über längere Zeit zu begleiten ist originell und wäre ein toller Ausgangspunkt für spannende Verwicklungen. Leider ist bis auf ein paar wenige Schlüsselszenen Langeweile angesagt.

Wirklich gut gefiel mir nur der Abschnitt am Ende der zweiten Generation, der die Verbindung mit Phantasy Star 2 herstellt. Hier wird aufgelöst, dass die einzelnen Länder Teil einer riesigen Raumstation sind. Unsere Helden sind Nachfahren der Bewohner des Planeten Palma, die vor der Zerstörung durch das ultimative Böse "Dark Force" geflohen sind. Um eine Katastrophe abzuwenden, müssen sich die Krieger im letzten Teil des Spieles dem dunklen Herrscher stellen.
Der Spieler ist nur wenige Stunden mit den einzelnen Charakteren bis zum nächsten Wechsel unterwegs. Dadurch und weil sich die Dialoge auf ein Minimum beschränken, wirken die Welt und ihre Bewohner steril und unpersönlich. Die einzigen beständigen Gruppenmitglieder sind zwei Cyborgs, die weder besonders gesprächig noch eine Charakterentwicklung durchmachen.

Gameplay: Alles läuft ständig nach dem gleichen Schema ab. Die Gruppe bewegt sich von einer Stadt zum nächsten Dungeon, bekämpft Horden von Monstern und holt sich ein Item, damit sich ein weiterer Abschnitt öffnet. Einige Schnitzer im Spieldesign machen dem Spieler das Leben noch zusätzlich schwer. So gibt es hier keine Möglichkeit zur Teleportation oder sonstige Transportmittel, um die langen Laufwege abzukürzen. Zusammen mit der langsamen Steuerung und wirklich abertausenden von Zufallsbegegnungen wurde mein Geduldsfaden mehr als einmal überstrapaziert. In den rundenbasierten Kämpfen ist meist stupides Zuschlagen ausreichend. Die einzige Strategie besteht darin, rechtzeitig zu heilen.

Grafik: Die Städte sind extrem trist. Wie Klone gleichen sich die grauen Häuserklötze. Obwohl fast jedes Haus aus zwei Stockwerken besteht, sind diese fast immer leer und unbewohnt. Das gleiche gilt für die Dungeons, viel zu viele öde Höhlen und Burgverliese gilt es zu besuchen. Die futuristischen Bereiche haben zwar auch immer das gleiche Design, die Glas- und Stahlkonstruktion hat mir jedoch gut gefallen. Die Gegner sind eigentlich nett anzusehen, leider stellen die plumpen Animationen einen Rückschritt dar.

Musik/Sound: Viele Musikstücke haben mir gut gefallen und passen hervorragend zu einem Science-Fiction-Abenteuer. Nur die Musik bei den Kämpfen fand ich unpassend schrill. Die blechernen Soundeffekte können ebenfalls nicht überzeugen.

Fazit: Man merkt Phantasy Star 3 - Generations of Doom die kurze Entwicklungszeit an. Der gute Ansatz kann dank der lieblosen Umsetzung nicht wirklich überzeugen. Einzig die Musik und die Verbindung zu anderen Teilen der Serie sind Lichtblicke. Das Spiel ist nur für beinharte Phantasy Star-Fans zu empfehlen.