Die Entstehung des dritten Phantasy Star-Teiles stand von Anfang an unter
keinem guten Stern. Der eigentliche Abschluss der Rollenspiel-Trilogie,
die mit Phantasy Star (Master System) und Phantasy Star 2 (Mega Drive)
begonnen hatte, verzögerte sich. Um die Fans bei Laune zu halten,
wurde rasch die Sidestory Phantasy Star 3 - Generations of Doom auf den
Markt geworfen.
Story/Charaktere: Der junge Prinz Rhys ist sauer. Seine Braut
wurde von einem verfeindeten Clan während der Hochzeit geraubt.
Während seiner Suche durch verschiedene Länder findet er neue
Mitstreiter, erlebt belanglose Abenteuer und kann schließlich
seine Geliebte Maia wieder in die Arme schließen. Halt, hier ist
das Spiel nicht zu Ende. Der Spieler kann sich entscheiden, ob Rhys
die süße Maia oder die benachbarte Prinzessin Lena heiratet.
Dies beeinflusst nicht nur das Aussehen des Sohnes sondern auch die
nachfolgenden Ereignisse. Insgesamt drei Generationen können so
durchlebt werden. Da es auch bei der zweiten eine Brautwahl gibt, resultieren
daraus sechs verschiedene Abschnitte und drei Endsequenzen. Die Idee
eine Familie über längere Zeit zu begleiten ist originell
und wäre ein toller Ausgangspunkt für spannende Verwicklungen.
Leider ist bis auf ein paar wenige Schlüsselszenen Langeweile angesagt.
Wirklich gut gefiel mir nur der Abschnitt am Ende der zweiten Generation,
der die Verbindung mit Phantasy Star 2 herstellt. Hier wird aufgelöst,
dass die einzelnen Länder Teil einer riesigen Raumstation sind.
Unsere Helden sind Nachfahren der Bewohner des Planeten Palma, die vor
der Zerstörung durch das ultimative Böse "Dark Force"
geflohen sind. Um eine Katastrophe abzuwenden, müssen sich die
Krieger im letzten Teil des Spieles dem dunklen Herrscher stellen.
Der Spieler ist nur wenige Stunden mit den einzelnen Charakteren bis
zum nächsten Wechsel unterwegs. Dadurch und weil sich die Dialoge
auf ein Minimum beschränken, wirken die Welt und ihre Bewohner
steril und unpersönlich. Die einzigen beständigen Gruppenmitglieder
sind zwei Cyborgs, die weder besonders gesprächig noch eine Charakterentwicklung
durchmachen.
Gameplay: Alles läuft ständig nach dem gleichen
Schema ab. Die Gruppe bewegt sich von einer Stadt zum nächsten
Dungeon, bekämpft Horden von Monstern und holt sich ein Item, damit
sich ein weiterer Abschnitt öffnet. Einige Schnitzer im Spieldesign
machen dem Spieler das Leben noch zusätzlich schwer. So gibt es
hier keine Möglichkeit zur Teleportation oder sonstige Transportmittel,
um die langen Laufwege abzukürzen. Zusammen mit der langsamen Steuerung
und wirklich abertausenden von Zufallsbegegnungen wurde mein Geduldsfaden
mehr als einmal überstrapaziert. In den rundenbasierten Kämpfen
ist meist stupides Zuschlagen ausreichend. Die einzige Strategie besteht
darin, rechtzeitig zu heilen.
Grafik: Die Städte sind extrem trist. Wie Klone gleichen
sich die grauen Häuserklötze. Obwohl fast jedes Haus aus zwei
Stockwerken besteht, sind diese fast immer leer und unbewohnt. Das gleiche
gilt für die Dungeons, viel zu viele öde Höhlen und Burgverliese
gilt es zu besuchen. Die futuristischen Bereiche haben zwar auch immer
das gleiche Design, die Glas- und Stahlkonstruktion hat mir jedoch gut
gefallen. Die Gegner sind eigentlich nett anzusehen, leider stellen
die plumpen Animationen einen Rückschritt dar.
Musik/Sound: Viele Musikstücke haben mir gut gefallen
und passen hervorragend zu einem Science-Fiction-Abenteuer. Nur die
Musik bei den Kämpfen fand ich unpassend schrill. Die blechernen
Soundeffekte können ebenfalls nicht überzeugen.
Fazit: Man merkt Phantasy Star 3 - Generations of Doom die
kurze Entwicklungszeit an. Der gute Ansatz kann dank der lieblosen Umsetzung
nicht wirklich überzeugen. Einzig die Musik und die Verbindung
zu anderen Teilen der Serie sind Lichtblicke. Das Spiel ist nur für
beinharte Phantasy Star-Fans zu empfehlen.
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