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Der fulminante erste Teil von Ace Attorney Phoenix Wright zeigte uns
wie spannend eigentlich Gerichtsverfahren sein können. Im Nachfolger
Justice For All gibt es zwar ein paar neue Ideen, grundsätzlich
ist aber alles beim Alten geblieben.
Phoenix Wright, ein junger leidenschaftlicher Anwalt, kämpft gegen
das Verbrechen und für die Unschuld seiner Mandanten. Tatorte werden
untersucht, Zeugen befragt und im Gerichtsaal der Staatsanwalt mit den
richtigen Beweisen zum Schweigen gebracht. Im Tutorial (erstem Fall)
werden wichtige Tipps und das Vorgehen als Verteidiger erklärt.
Man muss den Vorgänger nicht unbedingt kennen, es ist aber auf
jeden Fall vorteilhaft. Viele witzige Anspielungen erzeugen beim Spieler
sonst nur ein ahnungsloses Schulterzucken.
Die Tatorte der Mordfälle sowie wichtige Schauplätze können
als Standbild bequem per Touchscreen untersucht werden und kommen wie
das ganze Spiel ohne Knöpfe aus. Zeugen oder wichtige Verbündete
wie Inspektor Gumshoe können mit vorgegebenen Fragen ausgequetscht
werden. Unsere übersinnlich veranlagte Assistentin Maya bzw. ihre
Cousine Pearl helfen uns so gut sie können, denn einige Befragte
haben "Psyche Locks", psychische Blockaden, welche genaueres
Befragen oder das Herankommen an bestimmte Informationen unmöglich
machen. Sie werden mit Ketten und Schlössern visuell sichtbar gemacht.
Um die geistigen Fesseln und somit die Zunge des Betroffenen zu lösen,
müssen die richtigen Gegenstände vorgelegt werden. Im Psyche
Lock-Modus gibt es auch eine Energieleiste, die bei Vorlage der falschen
Indizien abnimmt. Diese Neuerung fügt sich gut in die sonst eher
ruhigere Vorbereitungsphase ein. Auch im Gerichtsaal wurden die Rufzeichen
durch die Energieleiste ersetzt. Sie kann sogar wieder aufgefüllt
werden, wenn beispielsweise ein Psyche Lock vollständig gelöst
wird. Die Wortgefechte im Gerichtsaal sind durch die vielen Wendungen
spannend wie eh und je. Neben den Beweisen aus der Gerichtsakte können
nun auch die Profile der Charaktere vorgelegt werden. Entweder um jemanden
darüber zu befragen oder als stichfester Hinweis.
Es gibt ein Wiedersehen mit altbekannten Freunden und Feinden, welche
gewohnt mit detaillierten und herrlich komischen Animationen aufwarten.
Aber auch neue Personen kommen zum Einsatz. Statt dem charismatischen
Staatsanwalt Miles Edgeworth gibt es nun die schlagfertige Franziska
von Karma. Die junge Dame ist sicherlich ein gefährlicher Widersacher
im Gerichtsaal, an die Qualitäten von Miles kommt sie leider nicht
heran. Auch Mayas neunmalkluge Cousine Pearl ist eher nervtötend
als süß.
Die Musik besteht aus bekannten Melodien des Vorgängers und neuen
Stücken. Die Qualität ist wie erwartet hoch und passt perfekt
zum Spiel. Die vier Fälle sind noch eine Spur verzwickter. Durch
das jederzeit mögliche Speichern kommt jedoch so leicht kein Frust
auf. Natürlich gibt es in der europäischen Version auch deutsche
Texte und etwas Sprachausgabe. Nur Schade, dass auf einen zusätzlichen
Fall wie im Vorgänger verzichtet wurde. Zusammen mit den nicht
ganz so sympathischen neuen Figuren drückt dies die Wertung etwas
herunter.
Fazit: Obwohl das Spiel nicht ganz so rund und perfekt wie der Vorgänger
ist, gibt es doch für Adventure-Freunde eine klare Kaufempfehlung.
Durch das Wiederverwerten von Nebencharakteren und Musikstücken
haftet dem Ganzen jedoch ein bisschen der Geruch der schnell produzierten
Fortsetzung an. Aber zum Glück sind die Kriminalfälle spannend
und herausfordernd geblieben.
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