Phoenix Wright, Ace Attorney - Justice For All
Adventure


Patricia
Juli 09

 


Der fulminante erste Teil von Ace Attorney Phoenix Wright zeigte uns wie spannend eigentlich Gerichtsverfahren sein können. Im Nachfolger Justice For All gibt es zwar ein paar neue Ideen, grundsätzlich ist aber alles beim Alten geblieben.

Phoenix Wright, ein junger leidenschaftlicher Anwalt, kämpft gegen das Verbrechen und für die Unschuld seiner Mandanten. Tatorte werden untersucht, Zeugen befragt und im Gerichtsaal der Staatsanwalt mit den richtigen Beweisen zum Schweigen gebracht. Im Tutorial (erstem Fall) werden wichtige Tipps und das Vorgehen als Verteidiger erklärt. Man muss den Vorgänger nicht unbedingt kennen, es ist aber auf jeden Fall vorteilhaft. Viele witzige Anspielungen erzeugen beim Spieler sonst nur ein ahnungsloses Schulterzucken.

Die Tatorte der Mordfälle sowie wichtige Schauplätze können als Standbild bequem per Touchscreen untersucht werden und kommen wie das ganze Spiel ohne Knöpfe aus. Zeugen oder wichtige Verbündete wie Inspektor Gumshoe können mit vorgegebenen Fragen ausgequetscht werden. Unsere übersinnlich veranlagte Assistentin Maya bzw. ihre Cousine Pearl helfen uns so gut sie können, denn einige Befragte haben "Psyche Locks", psychische Blockaden, welche genaueres Befragen oder das Herankommen an bestimmte Informationen unmöglich machen. Sie werden mit Ketten und Schlössern visuell sichtbar gemacht. Um die geistigen Fesseln und somit die Zunge des Betroffenen zu lösen, müssen die richtigen Gegenstände vorgelegt werden. Im Psyche Lock-Modus gibt es auch eine Energieleiste, die bei Vorlage der falschen Indizien abnimmt. Diese Neuerung fügt sich gut in die sonst eher ruhigere Vorbereitungsphase ein. Auch im Gerichtsaal wurden die Rufzeichen durch die Energieleiste ersetzt. Sie kann sogar wieder aufgefüllt werden, wenn beispielsweise ein Psyche Lock vollständig gelöst wird. Die Wortgefechte im Gerichtsaal sind durch die vielen Wendungen spannend wie eh und je. Neben den Beweisen aus der Gerichtsakte können nun auch die Profile der Charaktere vorgelegt werden. Entweder um jemanden darüber zu befragen oder als stichfester Hinweis.

Es gibt ein Wiedersehen mit altbekannten Freunden und Feinden, welche gewohnt mit detaillierten und herrlich komischen Animationen aufwarten. Aber auch neue Personen kommen zum Einsatz. Statt dem charismatischen Staatsanwalt Miles Edgeworth gibt es nun die schlagfertige Franziska von Karma. Die junge Dame ist sicherlich ein gefährlicher Widersacher im Gerichtsaal, an die Qualitäten von Miles kommt sie leider nicht heran. Auch Mayas neunmalkluge Cousine Pearl ist eher nervtötend als süß.

Die Musik besteht aus bekannten Melodien des Vorgängers und neuen Stücken. Die Qualität ist wie erwartet hoch und passt perfekt zum Spiel. Die vier Fälle sind noch eine Spur verzwickter. Durch das jederzeit mögliche Speichern kommt jedoch so leicht kein Frust auf. Natürlich gibt es in der europäischen Version auch deutsche Texte und etwas Sprachausgabe. Nur Schade, dass auf einen zusätzlichen Fall wie im Vorgänger verzichtet wurde. Zusammen mit den nicht ganz so sympathischen neuen Figuren drückt dies die Wertung etwas herunter.

Fazit: Obwohl das Spiel nicht ganz so rund und perfekt wie der Vorgänger ist, gibt es doch für Adventure-Freunde eine klare Kaufempfehlung. Durch das Wiederverwerten von Nebencharakteren und Musikstücken haftet dem Ganzen jedoch ein bisschen der Geruch der schnell produzierten Fortsetzung an. Aber zum Glück sind die Kriminalfälle spannend und herausfordernd geblieben.