Phoenix Wright, AA - Trials and Tribulations
Adventure


Patricia
Dezember 09

 


Alle guten Dinge sind drei. Darum ist nach den ersten beiden Phoenix Wright-Spielen noch lange nicht Schluss. Mit Phoenix Wright, Ace Attorney - Trials and Tribulations präsentiert Capcom den fulminanten Abschluss der beliebten Anwalt-Reihe.

Für alle, die mit den Spielen noch nicht vertraut sein sollten, hier schnell ein grober Überblick. Phoenix Wright ist ein Strafverteidiger mit Herz und Verstand. Auf seine Verteidigung dürfen aber nur Mandanten hoffen, von deren Unschuld er überzeugt ist. Bevor es im Gerichtssaal zum Schlagabtausch kommt, müssen zunächst die relevanten Örtlichkeiten nach Beweisen abgesucht werden. Im Prinzip spielt sich die Reihe wie ein klassisches Adventure mit Anime-Grafik und viel japanischem Humor.

Wer gerne mehr über die Feinheiten des Spieles wissen möchte, den verweise ich auf meine Reviews zu den beiden Vorgängern. Während im zweiten Teil noch die Spielmechanik ausgebaut und verfeinert wurde, hat man im letzten Teil nur noch Storyexperimente durchgeführt. Die fünf Fälle sind originell aufgebaut und wirken frisch, so dass trotz des komplett gleichen Spielprinzips garantiert keine Langeweile aufkommt. Zur besseren Übersicht hier die einzelnen Fälle:

Akt 1: Wandel der Erinnerung
Hey, wo ist Phoenix Wright geblieben? Im ersten Fall kämpfen wir zusammen mit Mia, seiner Mentorin, deren Tod wir im ersten Teil miterleben mussten. Wir befinden uns also in der Vergangenheit, doch das ist nicht die letzte Überraschung, denn auf der Anklagebank sitzt ein uns gut bekannter Jurastudent. Die sympathische Mia muss sich mit einer eiskalten Vergiftung herumschlagen. Dieser kleine Fall, der quasi ein Tutorial ist, wird am Ende noch eine bedeutende Rolle spielen.

Akt 2: Der gestohlene Wandel
Zurück in der Gegenwart geht es wieder zusammen mit Phoenix und seiner Assistentin Maya frisch ans Werk. Dabei kommt ihnen ein neuer Staatsanwalt in die Quere. Godot liebt schwarzen Kaffee und hasst Phoenix, obwohl dieser ihn nicht mal kennt. Da bleibt einem ja kaum Zeit, sich auf das neue Verfahren zu konzentrieren. Ausnahmsweise wird diesmal kein Mord, sondern ein vertrackter Diebstahl behandelt. Der Angeklagte besteht allerdings darauf schuldig zu sein, was etwas seltsam erscheint. Am Ende lässt sich dessen Unschuld dennoch beweisen. Nur zu dumm, dass unser Mandant gleich danach des Mordes angeklagt wird, da sich das vermeintlich rettende Urteil als Falle erweist. Die aufgeführten Indizien beweisen nämlich, dass er zur richtigen Zeit am Tatort eines Morddelikts gewesen sein muss. Somit gibt es hier gleich zwei Fälle, denn der Raub entpuppt sich nur als Vorspiel zu einer riesigen Intrige.

Akt 3: Wandel nach Rezept
Was haben ein Computervirus, die französische Küche und ein Lotterielos gemeinsam? Sie alle spielen die Hauptrolle im dritten Fall. Zu allem Überfluss mischt auch noch die Yakuza, die japanische Mafia, kräftig mit. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, etwas, das dem illustren Koch fehlt - très bien! Wieder einmal wird eine Riege an bizarren, aber dennoch liebenswürdigen Figuren aufgestellt. Der ganz in rosa gekleidete Restaurantchef hält sich für ein Mädchen, während der traditionsbewusste Opa wirklich jeden mit Vogelfutter bewirft und ein Faible für Dienstmädchenkostüme hat. Dies ist mit Sicherheit der schrägste der fünf Akte.

Akt 4: Der ursprüngliche Wandel
Wieder geht es in die Vergangenheit zu Mias allererstem Fall. Außerdem dürfen wir unseren liebsten Staatsanwalt Miles als Jungspund erleben. Die roten Fäden ziehen sich allmählich zusammen, doch zu einer Verurteilung wird es nicht kommen. Dieser Akt ist nicht besonders lang, dafür aber eine Art Vorbereitung auf die letzten Ereignisse.

Akt 5: Brücke zum Wandel
Im abschließenden Fall gibt es nicht nur ein Treffen mit allen relevanten Charakteren. Eine große Verschwörung, die bereits im ersten Teil ihren Anfang nahm, wird sichtbar. Jetzt heißt es zusammenhalten, damit die Gerechtigkeit siegt. Es werden nicht nur lieb gewonnene Rollen vertauscht, auch die Auflösung hinter Godots seltsamen Verhalten steht kurz bevor. Wie es sich für den letzten Akt gehört, werden hier noch einmal alle Register gezogen. Spannend, verzwickt und voller Rätsel, Phoenix serviert bis zum Schluss Adventure-Kost vom Feinsten.

Wie Fans bereits wissen, ist die Phoenix Wright-Trilogie ein Remake ursprünglicher Game Boy Advance-Spiele, was sich technisch selbstverständlich bemerkbar macht. Trotzdem sind die 2D-Grafiken aufgrund ihres ausgefallenen Designs sowie der zahlreichen Details schön anzusehen. Bei der Musik wurden einerseits alte Melodien neu arrangiert und andererseits auch einige neue hinzugefügt. Die Qualität des ersten Teils wird jedoch nicht erreicht. Das ist auch schon mein einziger, aber gewichtiger Kritikpunkt. Natürlich muss in der lokalisierten Version auf deutschen Text nicht verzichtet werden.
Trials and Tribulations bietet über 20 Stunden erstklassige Unterhaltung. Wer jetzt auch Anwalt sein will, sollte zuerst die beiden Vorgänger spielen. Ohne Vorkenntnisse bleibt so mancher Charakterauftritt oder Insiderwitz auf der Strecke.

Fazit: Ein würdiger Abschluss für Phoenix und seine Freunde. Für den etwas schwachen Soundtrack gibt es aber einen Punkt Abzug. Hier sollten nicht nur Adventure-Fans, sondern alle Nintendo DS-Besitzer zugreifen!