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Alle guten Dinge sind drei. Darum ist nach den ersten beiden Phoenix
Wright-Spielen noch lange nicht Schluss. Mit Phoenix Wright, Ace Attorney
- Trials and Tribulations präsentiert Capcom den fulminanten Abschluss
der beliebten Anwalt-Reihe.
Für alle, die mit den Spielen noch nicht vertraut sein sollten,
hier schnell ein grober Überblick. Phoenix Wright ist ein Strafverteidiger
mit Herz und Verstand. Auf seine Verteidigung dürfen aber nur Mandanten
hoffen, von deren Unschuld er überzeugt ist. Bevor es im Gerichtssaal
zum Schlagabtausch kommt, müssen zunächst die relevanten Örtlichkeiten
nach Beweisen abgesucht werden. Im Prinzip spielt sich die Reihe wie
ein klassisches Adventure mit Anime-Grafik und viel japanischem Humor.
Wer gerne mehr über die Feinheiten des Spieles wissen möchte,
den verweise ich auf meine Reviews zu den beiden Vorgängern. Während
im zweiten Teil noch die Spielmechanik ausgebaut und verfeinert wurde,
hat man im letzten Teil nur noch Storyexperimente durchgeführt.
Die fünf Fälle sind originell aufgebaut und wirken frisch,
so dass trotz des komplett gleichen Spielprinzips garantiert keine Langeweile
aufkommt. Zur besseren Übersicht hier die einzelnen Fälle:
Akt 1: Wandel der Erinnerung
Hey, wo ist Phoenix Wright geblieben? Im ersten Fall kämpfen wir
zusammen mit Mia, seiner Mentorin, deren Tod wir im ersten Teil miterleben
mussten. Wir befinden uns also in der Vergangenheit, doch das ist nicht
die letzte Überraschung, denn auf der Anklagebank sitzt ein uns
gut bekannter Jurastudent. Die sympathische Mia muss sich mit einer
eiskalten Vergiftung herumschlagen. Dieser kleine Fall, der quasi ein
Tutorial ist, wird am Ende noch eine bedeutende Rolle spielen.
Akt 2: Der gestohlene Wandel
Zurück in der Gegenwart geht es wieder zusammen mit Phoenix und
seiner Assistentin Maya frisch ans Werk. Dabei kommt ihnen ein neuer
Staatsanwalt in die Quere. Godot liebt schwarzen Kaffee und hasst Phoenix,
obwohl dieser ihn nicht mal kennt. Da bleibt einem ja kaum Zeit, sich
auf das neue Verfahren zu konzentrieren. Ausnahmsweise wird diesmal
kein Mord, sondern ein vertrackter Diebstahl behandelt. Der Angeklagte
besteht allerdings darauf schuldig zu sein, was etwas seltsam erscheint.
Am Ende lässt sich dessen Unschuld dennoch beweisen. Nur zu dumm,
dass unser Mandant gleich danach des Mordes angeklagt wird, da sich
das vermeintlich rettende Urteil als Falle erweist. Die aufgeführten
Indizien beweisen nämlich, dass er zur richtigen Zeit am Tatort
eines Morddelikts gewesen sein muss. Somit gibt es hier gleich zwei
Fälle, denn der Raub entpuppt sich nur als Vorspiel zu einer riesigen
Intrige.
Akt 3: Wandel nach Rezept
Was haben ein Computervirus, die französische Küche und ein
Lotterielos gemeinsam? Sie alle spielen die Hauptrolle im dritten Fall.
Zu allem Überfluss mischt auch noch die Yakuza, die japanische
Mafia, kräftig mit. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt,
etwas, das dem illustren Koch fehlt - très bien! Wieder einmal
wird eine Riege an bizarren, aber dennoch liebenswürdigen Figuren
aufgestellt. Der ganz in rosa gekleidete Restaurantchef hält sich
für ein Mädchen, während der traditionsbewusste Opa wirklich
jeden mit Vogelfutter bewirft und ein Faible für Dienstmädchenkostüme
hat. Dies ist mit Sicherheit der schrägste der fünf Akte.
Akt 4: Der ursprüngliche Wandel
Wieder geht es in die Vergangenheit zu Mias allererstem Fall. Außerdem
dürfen wir unseren liebsten Staatsanwalt Miles als Jungspund erleben.
Die roten Fäden ziehen sich allmählich zusammen, doch zu einer
Verurteilung wird es nicht kommen. Dieser Akt ist nicht besonders lang,
dafür aber eine Art Vorbereitung auf die letzten Ereignisse.
Akt 5: Brücke zum Wandel
Im abschließenden Fall gibt es nicht nur ein Treffen mit allen
relevanten Charakteren. Eine große Verschwörung, die bereits
im ersten Teil ihren Anfang nahm, wird sichtbar. Jetzt heißt es
zusammenhalten, damit die Gerechtigkeit siegt. Es werden nicht nur lieb
gewonnene Rollen vertauscht, auch die Auflösung hinter Godots seltsamen
Verhalten steht kurz bevor. Wie es sich für den letzten Akt gehört,
werden hier noch einmal alle Register gezogen. Spannend, verzwickt und
voller Rätsel, Phoenix serviert bis zum Schluss Adventure-Kost
vom Feinsten.
Wie Fans bereits wissen, ist die Phoenix Wright-Trilogie ein Remake
ursprünglicher Game Boy Advance-Spiele, was sich technisch selbstverständlich
bemerkbar macht. Trotzdem sind die 2D-Grafiken aufgrund ihres ausgefallenen
Designs sowie der zahlreichen Details schön anzusehen. Bei der
Musik wurden einerseits alte Melodien neu arrangiert und andererseits
auch einige neue hinzugefügt. Die Qualität des ersten Teils
wird jedoch nicht erreicht. Das ist auch schon mein einziger, aber gewichtiger
Kritikpunkt. Natürlich muss in der lokalisierten Version auf deutschen
Text nicht verzichtet werden.
Trials and Tribulations bietet über 20 Stunden erstklassige Unterhaltung.
Wer jetzt auch Anwalt sein will, sollte zuerst die beiden Vorgänger
spielen. Ohne Vorkenntnisse bleibt so mancher Charakterauftritt oder
Insiderwitz auf der Strecke.
Fazit: Ein würdiger Abschluss für Phoenix und seine Freunde.
Für den etwas schwachen Soundtrack gibt es aber einen Punkt Abzug.
Hier sollten nicht nur Adventure-Fans, sondern alle Nintendo DS-Besitzer
zugreifen!
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