Pocket Bomberman
Geschicklichkeit

Barto
Oktober 08
 

Oh toll, Bomberman für unterwegs, für meinen guten alten Game Boy! Das dachte ich im ersten Moment, als ich die leicht staubige Verpackung des vorliegenden Moduls im Geschäft meines Vertrauens fand. Aber halt, nicht so vorschnell, die Screenshots lassen nicht unbedingt auf meinen guten alten Bomberman schließen.

Genauso ist es dann auch, Pocket Bomberman aus der Traditionsschmiede Hudson ist im Grunde ein Ableger der eigentlichen Bomberman-Reihe und ein Plattformspiel mit Geschicklichkeitsschwerpunkt und Taktikelementen. Die Hauptfigur und das klassische Sprengen von Gegnern und Klötzchen dürften die Fans der Reihe aber sofort wiedererkennen. Die unterschiedlichen Settings wie Forest, Ocean, Wind, Cloud und Evil sind in jeweils vier Abschnitte aufgeteilt, wobei der letzte immer mit einem Endgegner aufwartet. Jeder der Endgegner bewacht einen der fünf Kraftsteine, die es zu erobern gilt, um sich des sogenannten Schwertes der Sonne bemächtigen zu können. Einmal mehr eine geschichtliche Glanzleistung, die einem mit diesem Modul offeriert wird. Lassen wir im Folgenden die Geschichte jedoch lieber außen vor und widmen uns den spielerischen Qualitäten.

Wie erwähnt müsst ihr in jedem Abschnitt hüpfend und bombenlegend Gegner eliminieren. Das Ganze gilt es in einem relativ knappen Zeitlimit zu schaffen, um nach dem Ausschalten aller Gegner zum Ausgang zu gelangen. Dabei erledigt ihr die Gegner nicht durch Draufspringen sondern geschicktes Platzieren der Bomben auf dem Boden oder in der Luft, denn auch im Springen lassen sich die Bomben präzise in der Höhe verankern. Bereits bekannt aus älteren Teilen der ursprünglichen Reihe sind die Extras wie zum Beispiel das Vergrößern des Sprengradius oder die Aufstockung der Anzahl der zu legenden Bomben. Auch an Geschwindigkeit kann man zulegen und sogar fernzündende Bomben aufsammeln.

Das Ganze ist grafisch sehr unspektakulär verpackt, lediglich die Zwischenbilder und das Intro lassen Finesse erkennen, aber sensationelle Grafik war ja noch nie die Stärke der Bomberman-Spiele. Der Sound ist Game Boy-typisch dudelig, wer mich kennt, weiß um meine Aversion gegen den Game Boy-Sound, er geht aber wohl gerade so noch in Ordnung.

Ein Passwortsystem erleichtert das teils recht schwierige Hüpfunterfangen. Dabei sind gerade die Endgegner erstaunlich knackig geraten, aber mit der relativ präzisen Steuerung und etwas Übung doch zu meistern. Darüber hinaus bietet das Modul den sogenannten Jump-Modus, dessen Sinn mir verborgen bleibt. Hier ist Bomberman die ganze Zeit am Hüpfen und man muss über Plattformen nach oben kommend möglichst viele Gegner ausschalten, um einfach nur Punkte zu sammeln. Ein eher als sinnlos zu bezeichnendes Gimmick, welches das Jump´n´run-Genre ad absurdum führt, aber dennoch kurzzeitig Spaß macht!

Insgesamt gesehen ein wirklich nettes Spielchen für zwischendurch und diejenigen, die mal keinen Bock auf den Klempner haben und sich nach dem knuffigen Hudson-Maskottchen in einer anderen Spielumgebung sehnen!