Oh toll, Bomberman für unterwegs, für meinen guten alten Game
Boy! Das dachte ich im ersten Moment, als ich die leicht staubige Verpackung
des vorliegenden Moduls im Geschäft meines Vertrauens fand. Aber
halt, nicht so vorschnell, die Screenshots lassen nicht unbedingt auf
meinen guten alten Bomberman schließen.
Genauso ist es dann auch, Pocket Bomberman aus der Traditionsschmiede
Hudson ist im Grunde ein Ableger der eigentlichen Bomberman-Reihe und
ein Plattformspiel mit Geschicklichkeitsschwerpunkt und Taktikelementen.
Die Hauptfigur und das klassische Sprengen von Gegnern und Klötzchen
dürften die Fans der Reihe aber sofort wiedererkennen. Die unterschiedlichen
Settings wie Forest, Ocean, Wind, Cloud und Evil sind in jeweils vier
Abschnitte aufgeteilt, wobei der letzte immer mit einem Endgegner aufwartet.
Jeder der Endgegner bewacht einen der fünf Kraftsteine, die es
zu erobern gilt, um sich des sogenannten Schwertes der Sonne bemächtigen
zu können. Einmal mehr eine geschichtliche Glanzleistung, die einem
mit diesem Modul offeriert wird. Lassen wir im Folgenden die Geschichte
jedoch lieber außen vor und widmen uns den spielerischen Qualitäten.
Wie erwähnt müsst ihr in jedem Abschnitt hüpfend und
bombenlegend Gegner eliminieren. Das Ganze gilt es in einem relativ
knappen Zeitlimit zu schaffen, um nach dem Ausschalten aller Gegner
zum Ausgang zu gelangen. Dabei erledigt ihr die Gegner nicht durch Draufspringen
sondern geschicktes Platzieren der Bomben auf dem Boden oder in der
Luft, denn auch im Springen lassen sich die Bomben präzise in der
Höhe verankern. Bereits bekannt aus älteren Teilen der ursprünglichen
Reihe sind die Extras wie zum Beispiel das Vergrößern des
Sprengradius oder die Aufstockung der Anzahl der zu legenden Bomben.
Auch an Geschwindigkeit kann man zulegen und sogar fernzündende
Bomben aufsammeln.
Das Ganze ist grafisch sehr unspektakulär verpackt, lediglich
die Zwischenbilder und das Intro lassen Finesse erkennen, aber sensationelle
Grafik war ja noch nie die Stärke der Bomberman-Spiele. Der Sound
ist Game Boy-typisch dudelig, wer mich kennt, weiß um meine Aversion
gegen den Game Boy-Sound, er geht aber wohl gerade so noch in Ordnung.
Ein Passwortsystem erleichtert das teils recht schwierige Hüpfunterfangen.
Dabei sind gerade die Endgegner erstaunlich knackig geraten, aber mit
der relativ präzisen Steuerung und etwas Übung doch zu meistern.
Darüber hinaus bietet das Modul den sogenannten Jump-Modus, dessen
Sinn mir verborgen bleibt. Hier ist Bomberman die ganze Zeit am Hüpfen
und man muss über Plattformen nach oben kommend möglichst
viele Gegner ausschalten, um einfach nur Punkte zu sammeln. Ein eher
als sinnlos zu bezeichnendes Gimmick, welches das Jump´n´run-Genre
ad absurdum führt, aber dennoch kurzzeitig Spaß macht!
Insgesamt gesehen ein wirklich nettes Spielchen für zwischendurch
und diejenigen, die mal keinen Bock auf den Klempner haben und sich
nach dem knuffigen Hudson-Maskottchen in einer anderen Spielumgebung
sehnen!
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