Prince of Persia - The Fallen King
Jump´n´run


Minrod
Mai 09

 


Seit fast 20 Jahren versetzt der persische Prinz die Welt der Computer- und Videospiele mit flüssig animierten Akrobatikstücken ins Staunen, in den Anfängen als solider 2D-Plattformer, heutzutage in Form von kinoreifen 3D-Inszenierungen. Der neuste Teil dieser orientalischen Erfolgsstory heißt "Prince of Persia - The Fallen King" und dürfte den meisten nur als aufwendige 3D-Produktion für den PC, die Playstation 3 oder die Xbox 360 bekannt sein. Das Spiel wurde in einer abgeänderten Form aber auch noch für den unheimlich beliebten Nintendo DS herausgebracht, den technischen Möglichkeiten des kleinen Gerätes entsprechend natürlich als zweidimensionaler Plattformer. Wie in den guten alten Zeiten, könnte man jetzt annehmen. Jain. Zum einen besteht die Grafik hauptsächlich aus 3D-Texturen und zum anderen wird das Spiel komplett mit dem Stylus gesteuert. "The Fallen King" für den NDS bietet uns somit ein altbewährtes Rezept mit einem völlig neuen Spielgefühl.

Aus diesem Grund fällt die Handhabung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig aus. Der Prinz wird einfach durch das Ziehen des Touchpens bewegt, er steuert automatisch die angetippten Stellen laufend und hüpfend an, vollführt bei zweimaligem Antippen eine Vorwärtsrolle, greift die angetippten Gegner selbstständig an und blockt, wenn er selbst angetippt wird. Sofern man nicht allzu wild auf dem Display herumtippt, funktioniert diese Steuerung einwandfrei und geht auch schnell ins Blut über. Das Repertoire an verschiedenen Aktionsmöglichkeiten nimmt mit dem Auftauchen der zweiten Spielfigur erheblich zu. Der geheimnisvolle Magier Zal schließt sich nach einer handfesten Konfrontation mehr oder weniger unfreiwillig unserem Prinzen an. Mit seinen Kräften vermag er die dunkle Energie ihres gemeinsamen Widersachers Ahriman zu manipulieren, was sich letztendlich in vielen kleinen Denkaufgaben äußert. So müssen Plattformen verschoben, Fallen entschärft und Teleporter geöffnet werden, oft in Kombination mit rollenden Steinblöcken, die bestimmte Schalter aktivieren. Die zahlreichen Levels des Spieles fallen deshalb recht abwechslungsreich und unterhaltsam aus. Aufgrund der intuitiven Steuerung sind sie jedoch alles andere als herausfordernd. Über Anlaufwege sowie den richtigen Zeitpunkt des Absprungs muss man sich hier wirklich keine Kopfschmerzen machen, dies macht der Prinz, wie bereits oben beschrieben, schon ganz von selbst. Die tollkühnen Akrobatikeinlagen über tödliche Fallgruben sind deshalb kinderleicht und schonen die Nerven. Sollte man trotzdem das Zeitliche segnen, darf man sofort an einem der zigtausend Rücksetzpunkte wieder weiterspielen. Das Gleiche gilt auch für die recht imposanten Bosskämpfe. Sie sind nett, können dem Prinzen und Zal aber nicht im Geringsten gefährlich werden. Hier gilt es einfach nur die richtige Taktik herauszufinden, wofür man unendlich viel Zeit besitzt.

Den Eindruck eines kindgerechten Spieles vermitteln auch die flachen Dialoge zwischen den beiden Protagonisten. Sie lockern das Geschehen etwas auf, wirken aber aufgesetzt und sind total überflüssig. Die Handlung ist massentauglich und reißt keinen vom Hocker.

Technisch nutzt das Spiel ganz sicher die Stärken des Nintendo DS. Alleine die zweidimensionale 3D-Grafik (was für ein schöner Widerspruch ^^) spricht schon für sich. Trotzdem ist sie mehr bunt und zweckmäßig als schön. Bei zu hohem Sprite-Aufkommen verursacht sie Slowdowns, so dass die besonders prägnanten Abschnitte des sehr leichten Spieles durch einen unfreiwilligen Zeitlupeneffekt noch zusätzlich vereinfacht werden. Musikalisch bietet das Spiel wirklich nicht viel. Die wenigen Melodien sind so monoton wie der Wüstenwind und so schnell wie in einem Ohr drin, aus dem anderen schon wieder heraus.

Die Handheld-Umsetzung von "Prince of Persia - The Fallen King" kann aufgrund einiger Schwächen sowie der kinderfreundlichen Gesamtaufmachung dem guten Ruf der Reihe nicht ganz gerecht werden. Für einmaliges Durchspielen ist das Spiel aber dennoch gut. Freunde gepflegter Jump´n´run-Kost dürfen deshalb einen Kauf in Betracht ziehen.