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Seit fast 20 Jahren versetzt der persische Prinz die Welt der Computer-
und Videospiele mit flüssig animierten Akrobatikstücken ins
Staunen, in den Anfängen als solider 2D-Plattformer, heutzutage
in Form von kinoreifen 3D-Inszenierungen. Der neuste Teil dieser orientalischen
Erfolgsstory heißt "Prince of Persia - The Fallen King"
und dürfte den meisten nur als aufwendige 3D-Produktion für
den PC, die Playstation 3 oder die Xbox 360 bekannt sein. Das Spiel
wurde in einer abgeänderten Form aber auch noch für den unheimlich
beliebten Nintendo DS herausgebracht, den technischen Möglichkeiten
des kleinen Gerätes entsprechend natürlich als zweidimensionaler
Plattformer. Wie in den guten alten Zeiten, könnte man jetzt annehmen.
Jain. Zum einen besteht die Grafik hauptsächlich aus 3D-Texturen
und zum anderen wird das Spiel komplett mit dem Stylus gesteuert. "The
Fallen King" für den NDS bietet uns somit ein altbewährtes
Rezept mit einem völlig neuen Spielgefühl.
Aus diesem Grund fällt die Handhabung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig
aus. Der Prinz wird einfach durch das Ziehen des Touchpens bewegt, er
steuert automatisch die angetippten Stellen laufend und hüpfend
an, vollführt bei zweimaligem Antippen eine Vorwärtsrolle,
greift die angetippten Gegner selbstständig an und blockt, wenn
er selbst angetippt wird. Sofern man nicht allzu wild auf dem Display
herumtippt, funktioniert diese Steuerung einwandfrei und geht auch schnell
ins Blut über. Das Repertoire an verschiedenen Aktionsmöglichkeiten
nimmt mit dem Auftauchen der zweiten Spielfigur erheblich zu. Der geheimnisvolle
Magier Zal schließt sich nach einer handfesten Konfrontation mehr
oder weniger unfreiwillig unserem Prinzen an. Mit seinen Kräften
vermag er die dunkle Energie ihres gemeinsamen Widersachers Ahriman
zu manipulieren, was sich letztendlich in vielen kleinen Denkaufgaben
äußert. So müssen Plattformen verschoben, Fallen entschärft
und Teleporter geöffnet werden, oft in Kombination mit rollenden
Steinblöcken, die bestimmte Schalter aktivieren. Die zahlreichen
Levels des Spieles fallen deshalb recht abwechslungsreich und unterhaltsam
aus. Aufgrund der intuitiven Steuerung sind sie jedoch alles andere
als herausfordernd. Über Anlaufwege sowie den richtigen Zeitpunkt
des Absprungs muss man sich hier wirklich keine Kopfschmerzen machen,
dies macht der Prinz, wie bereits oben beschrieben, schon ganz von selbst.
Die tollkühnen Akrobatikeinlagen über tödliche Fallgruben
sind deshalb kinderleicht und schonen die Nerven. Sollte man trotzdem
das Zeitliche segnen, darf man sofort an einem der zigtausend Rücksetzpunkte
wieder weiterspielen. Das Gleiche gilt auch für die recht imposanten
Bosskämpfe. Sie sind nett, können dem Prinzen und Zal aber
nicht im Geringsten gefährlich werden. Hier gilt es einfach nur
die richtige Taktik herauszufinden, wofür man unendlich viel Zeit
besitzt.
Den Eindruck eines kindgerechten Spieles vermitteln auch die flachen
Dialoge zwischen den beiden Protagonisten. Sie lockern das Geschehen
etwas auf, wirken aber aufgesetzt und sind total überflüssig.
Die Handlung ist massentauglich und reißt keinen vom Hocker.
Technisch nutzt das Spiel ganz sicher die Stärken des Nintendo
DS. Alleine die zweidimensionale 3D-Grafik (was für ein schöner
Widerspruch ^^) spricht schon für sich. Trotzdem ist sie mehr bunt
und zweckmäßig als schön. Bei zu hohem Sprite-Aufkommen
verursacht sie Slowdowns, so dass die besonders prägnanten Abschnitte
des sehr leichten Spieles durch einen unfreiwilligen Zeitlupeneffekt
noch zusätzlich vereinfacht werden. Musikalisch bietet das Spiel
wirklich nicht viel. Die wenigen Melodien sind so monoton wie der Wüstenwind
und so schnell wie in einem Ohr drin, aus dem anderen schon wieder heraus.
Die Handheld-Umsetzung von "Prince of Persia - The Fallen King"
kann aufgrund einiger Schwächen sowie der kinderfreundlichen Gesamtaufmachung
dem guten Ruf der Reihe nicht ganz gerecht werden. Für einmaliges
Durchspielen ist das Spiel aber dennoch gut. Freunde gepflegter Jump´n´run-Kost
dürfen deshalb einen Kauf in Betracht ziehen.
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