Professor Layton and the Curious Village
Puzzle


Patricia
Juni 09

 


Viele alteingesessene Zocker schütteln über diverse Brain- und Gehirnjoggingspiele, mit denen der kleine Nintendo DS überschüttet wird, den Kopf. Auch ich kann mit solchen Konzepten eigentlich nicht viel anfangen. Aber Professor Layton and the Curious Village bzw. Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf, wie das Spiel im deutschen Sprachraum heißt, schafft den Spagat zwischen spielerischem Anspruch und Zugang für jedermann.

Professor Layton - Archäologe, Detektiv und Gentleman in Reinform - begibt sich mit seinem jungen Assistenten Luke in das kleine französische Dorf Saint Mystére. Diese Reise wird nicht in trockenen Textboxen sondern in einem kleinen Animationsfilm plus Sprachausgabe präsentiert. Hier hat mich das Spiel gleich positiv überrascht. Die Musik, die Stimmen und das Figurendesign überzeugen durch ihre hohe Qualität und ihren unvergleichlichen Charme. Layton und Luke sollen in diesem verschlafenen Städtchen eine Erbschaftsangelegenheit regeln. Der verstorbene Baron hat angeordnet, dass nur derjenige sein Vermögen erhält, der das Rätsel um den goldenen Apfel entschlüsseln kann. Kaum hat der Spieler das Geschehen betreten, werden auch schon die ersten Rätsel präsentiert. Dabei handelt es sich um eine abwechslungsreiche Mischung aus Logik-, Mathematik-, Schiebe- und Suchrätseln. Die Aufgaben haben meist nichts mit den Ermittlungen zu tun, sondern werden von den schrulligen Einwohnern präsentiert, um euch zu testen. Im Dorf kann man sich wie in einem echten Adventure durch hübsche Standbilder bewegen. Die Umgebung wird nach versteckten Rätseln und Hinweismünzen abgesucht. Für die Münzen können Tipps - drei pro Denkaufgabe - erkauft werden. Die Knobeleien werden dabei mit zunehmenden Spielfortschritt immer kniffliger. Es muss nicht alles sofort gelöst werden. Wer einmal nicht weiterkommt, kann dies oft auf später verschieben. Geknackte Kopfnüsse können bequem im Index jederzeit aufgerufen werden, ungelöste landen entweder in Enygmas Rätselhütte oder müssen an der Fundstelle aufgesucht werden. Für Sammler und Perfektionisten bietet das Spiel genug Arbeit. Dazu motivieren auch einige Zusatzaufgaben. Bei vielen Rätseln können Bauteile, Puzzlestücke oder Möbel gewonnen werden. Wer hier alle Teile zusammenbekommt, wird mit zusätzlichem Material belohnt. An Extras mangelt es wirklich nicht. Dies alles wird durch ein Sound- und Filmmenü, eine Personen-Datenbank sowie den Wi-Fi-Support vervollständigt. Insgesamt 162 Rätsel (120 reguläre, 15 freischaltbare und 27 als Download) warten auf ihren Meister. Da man im Spiel mehr als genug Hinweismünzen findet, ist der Schwierigkeitsgrad im regulären Spielverlauf nicht allzu hoch. Aber das Bonus-Material kann ganz schön knifflig sein.

Die Steuerung erfolgt problemlos mit dem Touchpen. Gespeichert werden kann jederzeit. Etwas genervt hat mich die Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse, die jedes Mal beim Fortsetzen des Spiels eingeblendet wird. Wer längere Zeit nicht spielt, freut sich sicherlich über diese Auffrischung, ich habe jedoch die Möglichkeit zum Abbruch dieser Sequenz vermisst. In der Fülle an Knobelaufgaben geht die bizarre Geschichte leider etwas unter. Sie ist zwar nur Beiwerk, kann aber dank der vielen Zwischensequenzen und einzigartigen Dorfbewohnern gut unterhalten.

Nicht nur der Name des Dorfes Saint Mystére, die gesamte Musik im Spiel hat einen französischen Touch. Sie passt gut zur Geschichte und zum einfachen, aber herzigen Charakterdesign. Die deutsche Version verfügt über deutsche Texte und eine gute englische Sprachausgabe. Das Durchspielen dauert um die zehn bis zwölf Stunden. Durch die zusätzlichen Rätsel sowie das Einsammeln des Bonusmaterials können locker noch fünf Stunden draufgeschlagen werden.

Fazit: Wer gerne knobelt, ist hier richtig. Da die Rätsel so hübsch verpackt sind, macht das Ganze gleich noch mal soviel Spaß. Größerer Umfang und etwas mehr Detektivarbeit im Adventure-Teil hätten dem Titel sicherlich gut gestanden. Aber zumindest ersteres wird durch die beiden Nachfolger befriedigt werden.