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Viele alteingesessene Zocker schütteln über diverse Brain-
und Gehirnjoggingspiele, mit denen der kleine Nintendo DS überschüttet
wird, den Kopf. Auch ich kann mit solchen Konzepten eigentlich nicht
viel anfangen. Aber Professor Layton and the Curious Village bzw. Professor
Layton und das geheimnisvolle Dorf, wie das Spiel im deutschen Sprachraum
heißt, schafft den Spagat zwischen spielerischem Anspruch und
Zugang für jedermann.
Professor Layton - Archäologe, Detektiv und Gentleman in Reinform
- begibt sich mit seinem jungen Assistenten Luke in das kleine französische
Dorf Saint Mystére. Diese Reise wird nicht in trockenen Textboxen
sondern in einem kleinen Animationsfilm plus Sprachausgabe präsentiert.
Hier hat mich das Spiel gleich positiv überrascht. Die Musik, die
Stimmen und das Figurendesign überzeugen durch ihre hohe Qualität
und ihren unvergleichlichen Charme. Layton und Luke sollen in diesem
verschlafenen Städtchen eine Erbschaftsangelegenheit regeln. Der
verstorbene Baron hat angeordnet, dass nur derjenige sein Vermögen
erhält, der das Rätsel um den goldenen Apfel entschlüsseln
kann. Kaum hat der Spieler das Geschehen betreten, werden auch schon
die ersten Rätsel präsentiert. Dabei handelt es sich um eine
abwechslungsreiche Mischung aus Logik-, Mathematik-, Schiebe- und Suchrätseln.
Die Aufgaben haben meist nichts mit den Ermittlungen zu tun, sondern
werden von den schrulligen Einwohnern präsentiert, um euch zu testen.
Im Dorf kann man sich wie in einem echten Adventure durch hübsche
Standbilder bewegen. Die Umgebung wird nach versteckten Rätseln
und Hinweismünzen abgesucht. Für die Münzen können
Tipps - drei pro Denkaufgabe - erkauft werden. Die Knobeleien werden
dabei mit zunehmenden Spielfortschritt immer kniffliger. Es muss nicht
alles sofort gelöst werden. Wer einmal nicht weiterkommt, kann
dies oft auf später verschieben. Geknackte Kopfnüsse können
bequem im Index jederzeit aufgerufen werden, ungelöste landen entweder
in Enygmas Rätselhütte oder müssen an der Fundstelle
aufgesucht werden. Für Sammler und Perfektionisten bietet das Spiel
genug Arbeit. Dazu motivieren auch einige Zusatzaufgaben. Bei vielen
Rätseln können Bauteile, Puzzlestücke oder Möbel
gewonnen werden. Wer hier alle Teile zusammenbekommt, wird mit zusätzlichem
Material belohnt. An Extras mangelt es wirklich nicht. Dies alles wird
durch ein Sound- und Filmmenü, eine Personen-Datenbank sowie den
Wi-Fi-Support vervollständigt. Insgesamt 162 Rätsel (120 reguläre,
15 freischaltbare und 27 als Download) warten auf ihren Meister. Da
man im Spiel mehr als genug Hinweismünzen findet, ist der Schwierigkeitsgrad
im regulären Spielverlauf nicht allzu hoch. Aber das Bonus-Material
kann ganz schön knifflig sein.
Die Steuerung erfolgt problemlos mit dem Touchpen. Gespeichert werden
kann jederzeit. Etwas genervt hat mich die Zusammenfassung der bisherigen
Ereignisse, die jedes Mal beim Fortsetzen des Spiels eingeblendet wird.
Wer längere Zeit nicht spielt, freut sich sicherlich über
diese Auffrischung, ich habe jedoch die Möglichkeit zum Abbruch
dieser Sequenz vermisst. In der Fülle an Knobelaufgaben geht die
bizarre Geschichte leider etwas unter. Sie ist zwar nur Beiwerk, kann
aber dank der vielen Zwischensequenzen und einzigartigen Dorfbewohnern
gut unterhalten.
Nicht nur der Name des Dorfes Saint Mystére, die gesamte Musik
im Spiel hat einen französischen Touch. Sie passt gut zur Geschichte
und zum einfachen, aber herzigen Charakterdesign. Die deutsche Version
verfügt über deutsche Texte und eine gute englische Sprachausgabe.
Das Durchspielen dauert um die zehn bis zwölf Stunden. Durch die
zusätzlichen Rätsel sowie das Einsammeln des Bonusmaterials
können locker noch fünf Stunden draufgeschlagen werden.
Fazit: Wer gerne knobelt, ist hier richtig. Da die Rätsel so hübsch
verpackt sind, macht das Ganze gleich noch mal soviel Spaß. Größerer
Umfang und etwas mehr Detektivarbeit im Adventure-Teil hätten dem
Titel sicherlich gut gestanden. Aber zumindest ersteres wird durch die
beiden Nachfolger befriedigt werden.
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