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Aufgrund riesiger, klobiger Sprites und einer detailarmen, geradezu
lieblos wirkenden Grafik wird der PC-Engine-Shooter "Psycho Chaser"
oft von vorne herein als minderwertig angesehen. Im direkten Vergleich
mit den beliebtesten Vertretern des Genres mag dies auf den ersten Blick
sogar zutreffen. Eine intensive Auseinandersetzung offenbart jedoch
einige Qualitäten, die trotz des schlichten Gesamteindrucks für
eine gehörige Portion Spaß sorgen können.
Mit einem außerirdischen Krieger, welcher dem Spielcover nach
der Hollywood-Produktion "Predator" entsprungen ist, ballert
man sich aus der Vogelperspektive durch insgesamt sechs Levels, wahrscheinlich
um, dem Vorbild entsprechend, seine schmucke kleine Sammlung mit neuen
Trophäen aufzuwerten. Das schmächtige japanische Handbuch
schweigt sich mir gegenüber diesbezüglich aus. Für diese
Arbeit stehen uns vier unterschiedliche Waffen zur Verfügung, zwischen
denen jederzeit gewechselt werden kann. Neben dem frontalen Standardschuss
"Fire" darf man mit "Multiway" schwerpunktmäßig
rückwärts und mit "Buster" seitlich feuern. Das
etwas langsame "Thunder" jagt den Gegnern hinterher, lässt
dafür unseren Krieger jedoch einige Zeit schutzlos im Raum stehen.
Sofern man genügend Power up´s gesammelt hat, kann man sich
noch mit einer Raketensalve verteidigen. Der geforderte Einsatz der
vier unterschiedlichen Waffensysteme verleiht dem Spiel eine anständige
taktische Tiefe und macht es trotz des einfach gestrickten Szenarios
interessant.
Der Schwierigkeitsgrad von "Psycho Chaser" ist recht hoch,
man muss von jeder Seite mit Angreifern rechnen. Während sie noch
in den ersten drei Levels eher moderat ausfallen und wenig feuern, nimmt
ihr Widerstand ab dem vierten Spielabschnitt gewaltig zu. Man kommt
somit nicht umhin sich zu merken, welche Gegner mit welcher Waffe am
besten zu schlagen sind. Dies beeinflusst auch den Aufbau der Waffensysteme,
die nach dem Beenden eines Levels sowie nach Lebensverlust modifiziert
werden können. Für jeden abgeschlossenen Level stehen uns
dabei drei Psycho-Energie-Punkte zur Verfügung, die den vier Waffen
maximal dreimal zugeteilt werden können. Nach Adam Riese darf man
also bereits den fünften Level mit voll ausgebauter Bewaffnung
in Angriff nehmen. Und trotzdem wird man es ab hier extrem schwer haben,
da der Schwierigkeitsgrad noch um eine ganze Ecke mehr anzieht. Mit
nur fünf vorhandenen Continues darf man den Level auch nicht oft
genug wiederholen. Und nach dem Verlust eines Lebens wird man aller
eingesammelter Power up´s beraubt, wovon die Geschwindigkeitserhöhung
am meisten weh tut. Aus diesem Grund habe ich es bislang nie über
diesen Level hinaus geschafft. Ich versuche es aber immer wieder, denn
gerade wegen des hohen Schwierigkeitsgrades motiviert mich das Spiel
ständig aufs Neue. Sollte man es bis in den letzten Level schaffen,
muss man dort allen bereits besiegten Endgegnern noch einmal gegenübertreten.
Die Bosse sind jedoch nicht ganz so schwer und mit der richtigen Taktik
in der Regel leicht zu knacken.
Wie man sieht, ist "Psycho Chaser" gar nicht mal so schlecht
wie es oft dargestellt wird. Das Spiel besitzt ausreichend Tiefe, um
zumindest einmalig zu unterhalten, Höhensprünge macht es aber
nie. Mehr als sechs Punkte sind trotz aller Liebe deshalb nicht drin.
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