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Achtung! Zuckerschock-Gefahr!
Ihr traut euch und wollt mehr über dieses laut Cover weltweit
einzige RPG-Musical erfahren? Nun gut, sagt später nicht, ich hätte
euch nicht gewarnt. Bei "Rhapsody - A Musical Adventure" für
den Nintendo DS handelt es sich um ein Remake eines Playstation-Spieles.
Da ich das Original nie gespielt habe, kann ich nichts zu den Unterschieden
sagen, außer dass das Kampfsystem ursprünglich über
einen strategischen Aspekt verfügte, der dem besseren Spielfluss
zuliebe bei der Neufassung aufgegeben wurde. Ich beziehe mich in meinem
Review auf die US-Version. In nächster Zeit soll das Spiel aber
auch in Europa erscheinen.
Die Geschichte handelt vom Erwachsenwerden und der Verwirklichung seiner
Träume. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die junge Cornet Espoire
schläft und träumt dabei von Prinz Charming, der sie vor einem
Monster rettet. Nachdem Kururu, ihre sprechende Puppe, sie geweckt hat,
schickt ihr Großvater sie in den Wald Brennmaterial besorgen.
Dort kommt es, wie es kommen muss. Das 16-jährige Mädchen
wird von einem Drachen bedroht und ihr Ritter in strahlender Rüstung
erscheint. Es ist kein geringerer als der Prinz des Königreichs
Marl, Ferdinand. Cornet ist so überwältigt von dieser Begegnung,
dass sie leider kein einziges Wort herausbekommt. Wieder zu Hause ermutigt
Kururu sie die Initiative zu ergreifen. Als sich unser Traumpaar nach
einigen Hürden endlich näher kommt, bricht ein Tumult im Palast
aus und Ferdinand wird von einer bösen Hexe entführt. Hier
beginnt das Abenteuer für Cornet erst richtig. Um ihren Prinzen
nun ihrerseits zu retten, muss sie die ganze Welt bereisen und Abenteuer
bestehen. Als einfaches Mädchen scheint sie dafür nicht besonders
gut geeignet, doch verfügt sie über die besondere Fähigkeit
sich mit Puppen unterhalten zu können. So schließen sich
ihr nach und nach diverse Spielzeugfiguren mit ihren ganz eigenen Wünschen,
Träumen und Hoffnungen an und unterstützen sie.
Über eine Weltkarte wählt ihr das jeweilige Reiseziel aus.
Die einzelnen Gebiete selber werden aus der Vogelperspektive dargestellt
und sind meist in mehrere unterschiedlich große Abschnitte unterteilt.
Eine Übersichtskarte auf dem oberen Bildschirm des Nintendo DS
erleichtert die Orientierung. Wenn ihr euch nicht gerade in einer Ortschaft
aufhaltet, müsst ihr euch auf Zufallskämpfe einstellen. In
der Kampfansicht seht ihr nun auf dem oberen Bildschirm die jeweiligen
Kontrahenten und die Ausführung der unterschiedlichen Aktionen,
die ihr auf dem Touchscreen ausgewählt habt. Die Steuerung ist
sowohl via Touchpen als auch traditionell möglich, und das während
des ganzen Spieles.
Das Kampfsystem ist rundenbasierend. Cornet und ihre maximal drei puppenhaften
Begleiter haben die Wahl zwischen direktem Angriff, Magie bzw. Special
oder der Benutzung von Items. Rollenspieltypisch erhalten die Kampfbeteiligten
neben Geld und Items auch Erfahrungspunkte. Die Puppen in Reservestellung
bekommen dabei immerhin noch die Hälfte der errungenen Punkte.
Leider laufen Levelaufstiege völlig ohne euren Einfluss ab. Als
Nebeneffekt erfreut sich der jeweilige Charakter anschließend
über beste Gesundheit und strotzt wieder nur so vor magischer Energie.
Im Kampf zeigt sich auch ein weiteres von Cornets Talenten - ihre Musikalität.
Sie kann ihrem Instrument, natürlich ein Kornett, wie ihr Name
schon andeutet, schöne Melodien entlocken. Diese wirken sich positiv
auf ihre Mitstreiter aus. Die dabei gewonnene Wertschätzung der
Puppen füllt allmählich die sogenannte Kansha-Leiste auf und
lässt sich für einen umfangreichen Heilzauber oder besonders
zuckersüße Attacken, etwa in Form eines Pfannkuchenbergs
oder riesiger Erdbeersahnetortenstücke, wieder einlösen. Tja,
damit wäre bewiesen, zuviel Naschwerk kann tödlich sein!
Aber damit ist der Angriff auf eure Zuckerwerte noch nicht ausgestanden.
Auch die Mitbewohner dieser Welt fallen oft extrem süß aus.
Der Grafikstil ist knuffig bunt. Bei handlungsrelevanten Gesprächen
und Events lassen sich die Emotionen an den Porträts der beteiligten
Personen ablesen, teilweise sogar an den animierten Sprites selber.
Drollige Mimik und mit lustigen Anspielungen gespickte Dialoge zaubern
ein Schmunzeln aufs Gesicht.
Eingängige Melodien und eine passende Soundkulisse unterstreichen
die heitere Atmosphäre. Musik spielt sowieso eine wichtige Rolle.
Cornets musikalische Fähigkeiten beschränken sich nämlich
nicht nur auf das Horn. Sie singt und tanzt ebenfalls sehr gerne, wie
auch einige andere Charaktere. Hier tritt der Musical-Aspekt in Erscheinung.
Animierte Tanzeinlagen zu japanischem Gesang mit englischem Untertitel
lockern das Geschehen zusätzlich auf und verdeutlichen die gerade
aktuelle Gefühlslage.
Leider blieb die amerikanische Fassung nicht von einigen mehr oder
weniger tragischen Bugs verschont, wobei mein Exemplar zum Glück
nur marginal betroffen ist. Zudem fielen die in der japanischen Version
vorhandenen Zusatzinhalte dem Rotstift zum Opfer. Kurz und knapp zusammengefasst
lässt sich "Rhapsody - A Musical Adventure" als locker-fröhliche
Spieleperle mit durchaus auch einigen ernsteren Untertönen und
einem mal etwas anderen Ansatz bezeichnen. Wem schon vom Lesen dieses
Reviews und Betrachten der Screenshots die Zähne schmerzen, der
sollte lieber die Finger davon lassen. Ansonsten empfehlenswert.
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