"Startropics" versetzt den Spieler in eine tropische Inselwelt,
die sehr stark an die vielen pazifischen Staaten erinnert: kleine Inselchen
in den riesigen Weiten des Ozeans. Als ein Junge namens Mike besucht man
seinen Onkel und renommierten Wissenschaftler Dr. J auf der C-Island.
Dieser ist jedoch nicht anwesend, und nach einer Unterhaltung mit dem
Dorfältesten der C-Island stellt man mit Entsetzen fest, dass der
Onkel seit einigen Tagen vermisst wird. Seitdem ist ebenfalls auf allen
Inseln das Erscheinen von unbekannten Monstern zu beobachten, das mit
dem Verschwinden von Dr. J zusammenhängen könnte. In Sorge um
das Schicksal seines Onkels und nur mit einem Jojo bewaffnet sucht man
Dr. J´s U-Boot auf, um die Inseln nach ihm abzusuchen.
"Startropics" lässt sich grob in zwei Spielbereiche
aufteilen, zwischen denen ständig gewechselt wird. Zum einen spielt
man auf einer groben Weltkarte der Inselwelt, in der man auf dem Wasser
mit dem U-Boot und am Land mit Mike unterwegs ist. Hier unterhält
man sich mit allen vorhandenen Personen, sammelt somit wichtige Informationen
über den möglichen Verbleib seines Onkels und sucht nach geheimen
Durchgängen, um einerseits weiter zu gelangen und andererseits
versteckte Herzen zu finden, die Mikes Lebensvorrat erhöhen. Die
gesamte Geschichte von "Startropics" ist in acht Kapitel unterteilt.
Um ein Kapitel erfolgreich abschließen zu können, muss in
fast allen Fällen eine wichtige Aufgabe gelöst werden wie
zum Beispiel die Rettung eines Delphins oder die Versenkung eines im
Weg stehenden Schiffswracks. In solchen Fällen kommt immer die
zweite Spielvariante zur Geltung, bei der sich beim Betreten eines gefährlichen
Gebietes die Umgebung viel größer und detaillierter zeigt.
Die Gegend wimmelt nur so von unterschiedlichen Monstern wie Ratten,
Fledermäusen oder diversen Untoten. Gegen Mikes Jojo haben sie
in der Regel nichts entgegen zu setzten. Für alle harten Fälle
lassen sich in den einzelnen Spielabschnitten alle möglichen Waffen
wie Baseballschläger, Steinschleudern oder Wurfsterne finden, die
jedoch begrenzt einsetzbar sind. Das Bekämpfen von Monstern steht
hier jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr das Finden des richtigen
Weges, an dessen Ende noch meistens ein Endgegner wartet. Die einzelnen
Spielabschnitte sind, der Inselwelt angemessen, mit Wasser überflutet,
so dass man gezwungen ist von Plattform zu Plattform zu springen. Ein
Fehlsprung ins Wasser bedeutet immer den Verlust des gesamten Energievorrats
und somit den sofortigen Tod. Sollte dies passieren, wird man zum letzten
Rücksetzpunkt versetzt und darf es noch mal versuchen. Insgesamt
hat man pro Spielabschnitt drei Leben zur Verfügung. Sollten sie
nicht ausreichen, so wird der letzte gesicherte Spielstand geladen.
Das Speichern des Spieles geschieht bei "Startropics" automatisch,
immer beim Betreten und Beenden eines Spielabschnittes. Der Schwierigkeitsgrad
des Spieles steigert sich kontinuierlich. Im Laufe der Zeit werden nicht
nur die Gegner zahlreicher und gemeiner, sondern die Spielabschnitte
auch immer komplexer, so dass die Suche nach dem richtigen Weg zu einer
echten Herausforderung wird. Zahlreiche versteckte Schalter, Geheimgänge,
Fallen und noch andere Rätsel verlangen dem Spieler neben viel
Geschicklichkeit eine Menge an Gehirnschmalz ab. Die Endgegner warten
immer mit unterschiedlichen Angriffsmustern auf und müssen jedes
Mal mit einer neuen Strategie bekämpft werden. In der Regel sind
viele schmerzhafte Erfahrungen vonnöten, bevor man sie herausfindet.
Trotz eines recht hohen Schwierigkeitsgrades in fortgeschrittenen Spielabschnitten
ist das Spiel, von einigen unvoraussehbaren Fallen abgesehen, an keiner
Stelle unfair. Hat man es einmal angefangen zu spielen, so fällt
es einem wirklich schwer, sich von diesem Spiel zu lösen. Hier
ist also Vorsicht geboten, denn "Startropics" ist extrem suchtgefährdend.
Die für die Leistung der kleinen NES-Konsole absolut perfekte
technische Präsentation lässt keinen Wunsch offen. Schöne
Grafiken, eine nette Hintergrundmusik, präzise und unkomplizierte
Spielsteuerung und absolut keine Slowdowns sorgen für die richtige
Spielatmosphäre. "Startropics" ist bis jetzt in jeder
Hinsicht das beste Spiel, das ich auf dem NES gespielt habe.
An einer Stelle des Spieles wird vom Spieler die Eingabe eines Codes
aus dem beigefügten Brief von Dr. J verlangt. Wie im Spiel beschrieben,
wird der Code nur unter Einfluss von Wasser sichtbar. Dies ist einer
der seltenen Fälle, in denen eine Handlung im realen Leben für
das Vorwärtskommen im Spiel benötigt wird. Für alle,
die den Brief nicht mehr haben und sich auch nicht mehr an den Code
erinnern können, hier die Nummer: 747.
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