Startropics
Action-Adventure

Minrod
Dezember 03
 

"Startropics" versetzt den Spieler in eine tropische Inselwelt, die sehr stark an die vielen pazifischen Staaten erinnert: kleine Inselchen in den riesigen Weiten des Ozeans. Als ein Junge namens Mike besucht man seinen Onkel und renommierten Wissenschaftler Dr. J auf der C-Island. Dieser ist jedoch nicht anwesend, und nach einer Unterhaltung mit dem Dorfältesten der C-Island stellt man mit Entsetzen fest, dass der Onkel seit einigen Tagen vermisst wird. Seitdem ist ebenfalls auf allen Inseln das Erscheinen von unbekannten Monstern zu beobachten, das mit dem Verschwinden von Dr. J zusammenhängen könnte. In Sorge um das Schicksal seines Onkels und nur mit einem Jojo bewaffnet sucht man Dr. J´s U-Boot auf, um die Inseln nach ihm abzusuchen.

"Startropics" lässt sich grob in zwei Spielbereiche aufteilen, zwischen denen ständig gewechselt wird. Zum einen spielt man auf einer groben Weltkarte der Inselwelt, in der man auf dem Wasser mit dem U-Boot und am Land mit Mike unterwegs ist. Hier unterhält man sich mit allen vorhandenen Personen, sammelt somit wichtige Informationen über den möglichen Verbleib seines Onkels und sucht nach geheimen Durchgängen, um einerseits weiter zu gelangen und andererseits versteckte Herzen zu finden, die Mikes Lebensvorrat erhöhen. Die gesamte Geschichte von "Startropics" ist in acht Kapitel unterteilt. Um ein Kapitel erfolgreich abschließen zu können, muss in fast allen Fällen eine wichtige Aufgabe gelöst werden wie zum Beispiel die Rettung eines Delphins oder die Versenkung eines im Weg stehenden Schiffswracks. In solchen Fällen kommt immer die zweite Spielvariante zur Geltung, bei der sich beim Betreten eines gefährlichen Gebietes die Umgebung viel größer und detaillierter zeigt. Die Gegend wimmelt nur so von unterschiedlichen Monstern wie Ratten, Fledermäusen oder diversen Untoten. Gegen Mikes Jojo haben sie in der Regel nichts entgegen zu setzten. Für alle harten Fälle lassen sich in den einzelnen Spielabschnitten alle möglichen Waffen wie Baseballschläger, Steinschleudern oder Wurfsterne finden, die jedoch begrenzt einsetzbar sind. Das Bekämpfen von Monstern steht hier jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr das Finden des richtigen Weges, an dessen Ende noch meistens ein Endgegner wartet. Die einzelnen Spielabschnitte sind, der Inselwelt angemessen, mit Wasser überflutet, so dass man gezwungen ist von Plattform zu Plattform zu springen. Ein Fehlsprung ins Wasser bedeutet immer den Verlust des gesamten Energievorrats und somit den sofortigen Tod. Sollte dies passieren, wird man zum letzten Rücksetzpunkt versetzt und darf es noch mal versuchen. Insgesamt hat man pro Spielabschnitt drei Leben zur Verfügung. Sollten sie nicht ausreichen, so wird der letzte gesicherte Spielstand geladen. Das Speichern des Spieles geschieht bei "Startropics" automatisch, immer beim Betreten und Beenden eines Spielabschnittes. Der Schwierigkeitsgrad des Spieles steigert sich kontinuierlich. Im Laufe der Zeit werden nicht nur die Gegner zahlreicher und gemeiner, sondern die Spielabschnitte auch immer komplexer, so dass die Suche nach dem richtigen Weg zu einer echten Herausforderung wird. Zahlreiche versteckte Schalter, Geheimgänge, Fallen und noch andere Rätsel verlangen dem Spieler neben viel Geschicklichkeit eine Menge an Gehirnschmalz ab. Die Endgegner warten immer mit unterschiedlichen Angriffsmustern auf und müssen jedes Mal mit einer neuen Strategie bekämpft werden. In der Regel sind viele schmerzhafte Erfahrungen vonnöten, bevor man sie herausfindet. Trotz eines recht hohen Schwierigkeitsgrades in fortgeschrittenen Spielabschnitten ist das Spiel, von einigen unvoraussehbaren Fallen abgesehen, an keiner Stelle unfair. Hat man es einmal angefangen zu spielen, so fällt es einem wirklich schwer, sich von diesem Spiel zu lösen. Hier ist also Vorsicht geboten, denn "Startropics" ist extrem suchtgefährdend.

Die für die Leistung der kleinen NES-Konsole absolut perfekte technische Präsentation lässt keinen Wunsch offen. Schöne Grafiken, eine nette Hintergrundmusik, präzise und unkomplizierte Spielsteuerung und absolut keine Slowdowns sorgen für die richtige Spielatmosphäre. "Startropics" ist bis jetzt in jeder Hinsicht das beste Spiel, das ich auf dem NES gespielt habe.

An einer Stelle des Spieles wird vom Spieler die Eingabe eines Codes aus dem beigefügten Brief von Dr. J verlangt. Wie im Spiel beschrieben, wird der Code nur unter Einfluss von Wasser sichtbar. Dies ist einer der seltenen Fälle, in denen eine Handlung im realen Leben für das Vorwärtskommen im Spiel benötigt wird. Für alle, die den Brief nicht mehr haben und sich auch nicht mehr an den Code erinnern können, hier die Nummer: 747.