Summon Night - Swordcraft Story
Action-RPG

Nimoé
März 09
 

Bei "Summon Night - Swordcraft Story" handelt es sich um den ersten der zwei auch außerhalb Japans erschienenen Game Boy Advance-Ableger der dort bereits mehrere Teile umfassenden Spielreihe. Ort des Geschehens ist vorwiegend Wystern, die im Meer gelegene Stadt der Schwerter in der Welt Lyndbaum. Und wie könnte es anders sein, ist unser/e Held/in ein Schmiedelehrling. Ja, ihr habt richtig gelesen, ihr habt die Wahl zwischen einem männlichen und einem weiblichen Charakter. Die Entscheidung hat zwar keine wirklich handlungsrelevanten Folgen, schafft aber eine nette Abwechslung. Eurem Auserwählten bietet sich die Möglichkeit an einem speziellen Turnier teilzunehmen. Der Sieger wird in den erlauchten Kreis der sogenannten Craftlords aufgenommen, die die Stadt regieren. Mit diesem Ziel vor Augen stürzt ihr euch nun ins Geschehen, das von Konkurrenzkampf, aber auch Freundschaft geprägt ist, und sich interessant weiterentwickelt. Das obligatorische, obwohl hier durchaus nachvollziehbare "Böse" nebst Kohorten kommt ebenfalls nicht zu kurz. Die Geschichte vermittelt einige nette Werte und Einsichten. Unterhaltungen am Ende jeden Tages dienen dem Kennenlernen der anderen Hauptcharaktere, wobei immer nur ein Gesprächspartner je Abend gewählt werden kann. Je nachdem wen ihr im Verlauf der Story hierbei besonders bevorzugt, seht ihr einen anderen Abspanndialog.

Kämpfe finden nicht nur im Rahmen des Turniers statt sondern natürlich auch beim Erkunden des örtlichen Labyrinths und anderer Dungeons. Während ihr es bei ersteren mit vorher nominierten Kontrahenten zu tun bekommt, müsst ihr euch bei letzteren vom Zufall überraschen lassen. Nach einem Wechsel von der Vogelperspektive zur seitlichen Ansicht kann die Action beginnen. Bis zu vier Kontrahenten gleichzeitig wollen so in Echtzeit bezwungen werden. Unterstützung in Form von Items und Magie erhaltet ihr dabei von einem am Anfang des Spieles beschworenen Guardian Beast aus einer von vier magischen Dimensionen. Für jeden Sieg erhalten der Held und sein Beschützer Erfahrungspunkte, Geld und gelegentlich auch Items. Beim Levelaufstieg eures Charakters erhaltet ihr ein wenig Einfluss auf die automatischen Wertverbesserungen in Form von ein bis zwei zusätzlichen Punkten, die ihr selber auf die drei Statuswerte Angriff, Verteidigung und Agilität verteilen müsst. Die im Kampf errungenen oder in Kisten und Truhen gefundenen Items lassen sich zu Rohstoffen schmelzen, mit denen ihr anhand von Bauanleitungen weitere und immer bessere Waffen schmieden könnt. Hierbei stehen euch fünf unterschiedliche Kategorien zur Auswahl: Schwert, Axt, Speer, Knuckle und Driller. Erschafft ihr Waffen nach verbesserten Varianten der Grundrezepte, verursachen diese sogar Elementarschäden. Ihr solltet allerdings sorgsam mit euren Waffen umgehen und ihren Verschleiß während des Kampfes im Auge behalten. Übersteht eure Ausrüstung ihren Einsatz in einem Stück, steht sie euch beim nächsten Mal wieder in Topzustand zur Verfügung. Je häufiger ihr eine bestimmte Waffe verwendet, desto besser wird eure Technik. Das hat zur Folge, dass ihr höheren Schaden verursachen und feindliche Attacken erfolgreicher abblocken könnt. Ein erfahrener Umgang bedeutet auch eine geringere Abnutzung. Wie leicht bzw. schwer die Kämpfe ausfallen, hängt somit nicht nur vom Level eures Helden und eurem Kampfgeschick ab sondern oft auch von der Kenntnis der einzelnen Waffe. Die Wahl der Waffenkategorie ist eher eine Frage der persönlichen Vorlieben. Anfängern sei das Schwert als Standardwaffe ans Herz gelegt. Da ihr euch, mit Ausnahme des Turniers, jedoch mit bis zu drei Waffen ausrüsten und jederzeit im Kampf wechseln dürft, bietet sich Spielraum zum Experimentieren.

Die Grafik ist typisch japanisch - einfach nur knuddelig, bunt und sympathisch. Während handlungsrelevanter Gespräche werden die beteiligten Personen groß eingeblendet und ihr Gesichtsausdruck an die aktuelle Situation angepasst. Negativ fällt nur die ziemlich piepsige Musik auf. Da wäre selbst auf einem Game Boy Advance eindeutig mehr drin gewesen.

Nach Beenden des Spieles könnt ihr weitere Ebenen des Hauptdungeons erkunden und an einem "Non-Stop-Turnier" teilnehmen. Ein erneutes Durchspielen kann aufgrund der Wahlmöglichkeiten bei Held, Begleitkreatur und Gesprächspartnern ebenfalls reizvoll sein. Auch wenn sich nichts grundlegendes an der Story ändert, so ergibt sich doch ein anderer Blickwinkel auf die Ereignisse und ihr werdet mit einem weiteren der insgesamt acht Enddialoge belohnt. Bei einer Spielzeit von etwa 12 bis 16 Stunden durchaus erwägenswert.

Was am Ende im Gedächtnis bleibt, ist ein Spiel mit sympathischen Charakteren, anregenden Denkansätzen, ohne reine Gut-Böse-Einteilung. "Summon Night - Swordcraft Story" lässt sich angenehm spielen. Nachdem nun auch "Summon Night - Twin Age" für den Nintendo DS seinen Weg in den Westen gefunden hat, hoffe ich, dass weitere Teile, egal ob Remakes oder Neuentwicklungen, folgen werden.