Warhawk
Shoot´em up

Lyrion
November 09
 

Der relativ simpel gestrickte Vertikal-Shooter "Warhawk" aus dem englischen Stall Firebird ist neben "Lightforce" ein weiteres C-64-Spiel, das mir vorwiegend wegen der Musik von Rob Hubbard in Erinnerung haften geblieben ist. Direkt als Zweite-Wahl-Spiel in Firebirds Low-Budget-Reihe "Silver Range" veröffentlicht, war es fast für ein Appel und ein Ei zu haben. Dennoch ist das Spiel im Nachhinein sehr viel populärer geworden als so manche Vollpreisproduktion, was bestimmt an dem einzigen, aber sehr guten Musikstück lag. Ohne diesen Track, davon bin ich felsenfest überzeugt, hätte die Welt diesem Spiel kaum Beachtung geschenkt. "Warhawk" ist daher das beste Beispiel dafür, wie viel Einfluss eine gute Musikkulisse auf den letztendlich am Bekanntheitsgrad gemessenen Erfolg eines Computerspieles haben kann.

Aus spielerischer Sicht betrachtet ist "Warhawk" wirklich nur mittelmäßiger Standard. Mit dem nett designten Raumschiff Warhawk muss man über einfach gestrickte, aber dennoch gut gezeichnete Weltraum-Stützpunkte hinweg fliegen und vorrangig die Bodenstationen zerstören, um am Ende eines jeden Levels nicht nur den "Level Completion Bonus" sondern auch noch viele Punkte für den "Total Base Destruct" zu erhalten. Und damit man auch wirklich nichts verpassen kann, sollte man gleich von vornherein auf alles das Dauerfeuer eröffnen. Abgesehen von den permanent angreifenden feindlichen Raumschiffen, welche immer nur die unberechenbar umher fliegenden und scheinbar magnetischen Space Mines abfeuern, gibt es auch noch gefährliche Meteoritenschauer. Da die Meteoriten ebenso wie die Minen nicht abgeschossen werden können und ab einem gewissen Level ebenfalls der Flugrichtung des Warhawks folgen, können sie bei einem ungünstigen Spielverlauf am stärksten an den neun vorhandenen Schutzschilden zehren. Sollten diese wider Erwarten doch mal gänzlich verbraucht sein, so explodiert der Warhawk und das Spiel ist vorbei. Damit man aber nicht zu schnell die Aufschrift "Game Over" zu sehen bekommt, kann man sich ab dem vierten Level das wie eine Mine aussehende Power up schnappen, das von einem bestimmten Raumschiff nach dessen Abschuss freigegeben wird. Dieses Upgrade erhöht für eine bestimmte Zeitspanne die Fluggeschwindigkeit und versieht den Warhawk mit einer Dauerfeuerfunktion. Nun reicht es den Schussbutton nur noch gedrückt zu halten. WOW! Was für ein mächtiges Power up! =) Allerdings muss man aufpassen, dass man dieses Power up im Feuer des Gefechts nicht versehentlich zerstört, was hier möglich ist. Am Ende eines Levels greifen die feindlichen Raumschiffe nochmals verstärkt und sehr schnell in einer großen Anzahl an. Überlebt man auch diesen geballten Angriff, so werden die Bonuspunkte ermittelt, wobei es auch für die verbliebenen Schutzschilde noch Extrapunkte gibt, und schon geht es mit neu aufgeladenen Schutzschilden im nächsten, natürlich viel schwierigeren Level weiter. Der Schwierigkeitsgrad von "Warhawk" steigt von Level zu Level merklich an, die Gegner werden immer schneller und aggressiver, die Minen noch unberechenbarer. Ab dem achten Level entscheiden dann wirklich nur noch sehr gute Reflexe und/oder Glück über das Weiterkommen und einen besseren Highscore.

Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass es von "Warhawk" auch eine alternative Version mit großen Endgegnern am Ende der Levels gibt. Diese ist in meinen Augen aber nicht besser als die Ursprungsversion, da die Bosse allesamt sehr langweilig aussehen und immer mit dem selben sehr monotonen und immer schneller werdenden Angriff aufwarten. Sich kontinuierlich abwärts bewegend fliegen sie irgendwann mit einer dermaßen hohen Geschwindigkeit von einem Bildschirmrand zum nächsten, dass man ihnen nicht mehr ausweichen kann. Begegnet man dann so einem Boss mit nur noch einem einzigen schon angeschlagenen Schutzschild, kann man eigentlich direkt die Segel streichen.

Von der grafischen Seite her ist das Spiel wirklich schön anzusehen, auch wenn alles sehr detailarm und ziemlich flächig dargestellt ist. Dennoch passen die einzelnen Grafikelemente sehr gut zueinander und schaffen es eine gute Weltraum-Atmosphäre zu vermitteln. Und immerhin darf man sich während des Ladevorgangs an einem wirklich sehr schön gezeichneten Titelbild erfreuen. Etwas ungünstig ist aber die Tatsache, dass sich die für den Bonus benötigten Bodenstationen kaum von den anderen Hintergründen abheben. Aus diesem Grunde kann man diese schon mal einfach übersehen. Dafür ist aber die Spielbarkeit umso besser, da die Steuerung sehr gut funktioniert. Das Beste an diesem Shooter ist jedoch, wie bereits am Anfang gesagt, die Musik. Das einzige Musikstück des Spieles ist sowohl im Titelbildschirm als auch im Spiel selbst zu hören, allerdings teilt es sich während des Spielens zusammen mit den Soundeffekten eine der drei Tonspuren bzw. Stimmen des SID (Sound Interface Device). So wird beim Feuern die melodietragende Spur der Ingame-Musik von den Schussgeräuschen überspielt.

Abschließend kann ich wahrlich behaupten, dass Firebirds "Warhawk" trotz der Schlichtheit einfach nur einen stimmigen Gesamteindruck hinterlässt. Und dies führte wohl auch zu dem legendären Kultstatus, welchen man diesem Spiel nicht abstreiten kann.