Der relativ simpel gestrickte Vertikal-Shooter "Warhawk" aus
dem englischen Stall Firebird ist neben "Lightforce" ein weiteres
C-64-Spiel, das mir vorwiegend wegen der Musik von Rob Hubbard in Erinnerung
haften geblieben ist. Direkt als Zweite-Wahl-Spiel in Firebirds Low-Budget-Reihe
"Silver Range" veröffentlicht, war es fast für ein
Appel und ein Ei zu haben. Dennoch ist das Spiel im Nachhinein sehr viel
populärer geworden als so manche Vollpreisproduktion, was bestimmt
an dem einzigen, aber sehr guten Musikstück lag. Ohne diesen Track,
davon bin ich felsenfest überzeugt, hätte die Welt diesem Spiel
kaum Beachtung geschenkt. "Warhawk" ist daher das beste Beispiel
dafür, wie viel Einfluss eine gute Musikkulisse auf den letztendlich
am Bekanntheitsgrad gemessenen Erfolg eines Computerspieles haben kann.
Aus spielerischer Sicht betrachtet ist "Warhawk" wirklich
nur mittelmäßiger Standard. Mit dem nett designten Raumschiff
Warhawk muss man über einfach gestrickte, aber dennoch gut gezeichnete
Weltraum-Stützpunkte hinweg fliegen und vorrangig die Bodenstationen
zerstören, um am Ende eines jeden Levels nicht nur den "Level
Completion Bonus" sondern auch noch viele Punkte für den "Total
Base Destruct" zu erhalten. Und damit man auch wirklich nichts
verpassen kann, sollte man gleich von vornherein auf alles das Dauerfeuer
eröffnen. Abgesehen von den permanent angreifenden feindlichen
Raumschiffen, welche immer nur die unberechenbar umher fliegenden und
scheinbar magnetischen Space Mines abfeuern, gibt es auch noch gefährliche
Meteoritenschauer. Da die Meteoriten ebenso wie die Minen nicht abgeschossen
werden können und ab einem gewissen Level ebenfalls der Flugrichtung
des Warhawks folgen, können sie bei einem ungünstigen Spielverlauf
am stärksten an den neun vorhandenen Schutzschilden zehren. Sollten
diese wider Erwarten doch mal gänzlich verbraucht sein, so explodiert
der Warhawk und das Spiel ist vorbei. Damit man aber nicht zu schnell
die Aufschrift "Game Over" zu sehen bekommt, kann man sich
ab dem vierten Level das wie eine Mine aussehende Power up schnappen,
das von einem bestimmten Raumschiff nach dessen Abschuss freigegeben
wird. Dieses Upgrade erhöht für eine bestimmte Zeitspanne
die Fluggeschwindigkeit und versieht den Warhawk mit einer Dauerfeuerfunktion.
Nun reicht es den Schussbutton nur noch gedrückt zu halten. WOW!
Was für ein mächtiges Power up! =) Allerdings muss man aufpassen,
dass man dieses Power up im Feuer des Gefechts nicht versehentlich zerstört,
was hier möglich ist. Am Ende eines Levels greifen die feindlichen
Raumschiffe nochmals verstärkt und sehr schnell in einer großen
Anzahl an. Überlebt man auch diesen geballten Angriff, so werden
die Bonuspunkte ermittelt, wobei es auch für die verbliebenen Schutzschilde
noch Extrapunkte gibt, und schon geht es mit neu aufgeladenen Schutzschilden
im nächsten, natürlich viel schwierigeren Level weiter. Der
Schwierigkeitsgrad von "Warhawk" steigt von Level zu Level
merklich an, die Gegner werden immer schneller und aggressiver, die
Minen noch unberechenbarer. Ab dem achten Level entscheiden dann wirklich
nur noch sehr gute Reflexe und/oder Glück über das Weiterkommen
und einen besseren Highscore.
Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass es von "Warhawk"
auch eine alternative Version mit großen Endgegnern am Ende der
Levels gibt. Diese ist in meinen Augen aber nicht besser als die Ursprungsversion,
da die Bosse allesamt sehr langweilig aussehen und immer mit dem selben
sehr monotonen und immer schneller werdenden Angriff aufwarten. Sich
kontinuierlich abwärts bewegend fliegen sie irgendwann mit einer
dermaßen hohen Geschwindigkeit von einem Bildschirmrand zum nächsten,
dass man ihnen nicht mehr ausweichen kann. Begegnet man dann so einem
Boss mit nur noch einem einzigen schon angeschlagenen Schutzschild,
kann man eigentlich direkt die Segel streichen.
Von der grafischen Seite her ist das Spiel wirklich schön anzusehen,
auch wenn alles sehr detailarm und ziemlich flächig dargestellt
ist. Dennoch passen die einzelnen Grafikelemente sehr gut zueinander
und schaffen es eine gute Weltraum-Atmosphäre zu vermitteln. Und
immerhin darf man sich während des Ladevorgangs an einem wirklich
sehr schön gezeichneten Titelbild erfreuen. Etwas ungünstig
ist aber die Tatsache, dass sich die für den Bonus benötigten
Bodenstationen kaum von den anderen Hintergründen abheben. Aus
diesem Grunde kann man diese schon mal einfach übersehen. Dafür
ist aber die Spielbarkeit umso besser, da die Steuerung sehr gut funktioniert.
Das Beste an diesem Shooter ist jedoch, wie bereits am Anfang gesagt,
die Musik. Das einzige Musikstück des Spieles ist sowohl im Titelbildschirm
als auch im Spiel selbst zu hören, allerdings teilt es sich während
des Spielens zusammen mit den Soundeffekten eine der drei Tonspuren
bzw. Stimmen des SID (Sound Interface Device). So wird beim Feuern die
melodietragende Spur der Ingame-Musik von den Schussgeräuschen
überspielt.
Abschließend kann ich wahrlich behaupten, dass Firebirds "Warhawk"
trotz der Schlichtheit einfach nur einen stimmigen Gesamteindruck hinterlässt.
Und dies führte wohl auch zu dem legendären Kultstatus, welchen
man diesem Spiel nicht abstreiten kann.
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