Beginnen wir doch mal ein Pixel-Heroes-Review mit einem Zitat einer nicht
unwesentlichen deutschen Sprechgesang-Combo: "Sommer, Sonne, Sonnenschein
ziehe ich mir furchtbar gerne rein" - Japp, so isses. Und Neo Geo-Spiele
zieh ich mir mindestens ebenso gerne rein. Warum also keine Kombination
aus beidem, nä? Wer jetzt denkt, auf SNK´s Edelkonsole gab
es ein Pendant zum bekannt-berüchtigten "Dead or Alive Beach
Volleyball", so à la "Strandparty, Pseudo-Sportspiel
und Doku-Soap-Simulation mit den King of Fighters-Chicks", der hat
sich dann aber doch ganz gewaltig geschnitten.
Aber es gibt "Windjammers". Und Windjammers ist geil.
Bleibt die Frage, worum es bei Windjammers geht. Und vor allem: was
hat Windjammers mit sommerlichen Freuden zu tun? Nun... was macht man
denn im Sommer so? Ja, Frauen aufreißen, klar, aber eigentlich
völlig daneben. Wobei... Wo kommt man denn im Sommer - einen ansehnlichen
Körperbau vorausgesetzt - am besten an die holde Weiblichkeit ran,
hm? Richtig, im Freibad, oder noch besser: am Strand. Und was macht
man im Freibad oder am Strand? Also außer baden, Bräute anbaggern,
oder sich mit den Kumpels vollaufen lassen, versteht sich... Genau!
Man spielt ein wenig Frisbee oder Volleyball. Das macht Spaß,
ist gesund, und wenn man sich athletisch genug anstellt, schindet man
obendrein noch ordentlich Eindruck bei gutaussehenden Frauen (Anm. des
Verf.: Ja, ich weiß, viel zu viele Seitenblicke in Richtung Frauen
und Sex - aber hey, ich bin Videospieler, ich hab´s nötig,
also was erwartet Ihr? ;-) )
Genau. Frisbee und Volleyball, am besten noch eine Mixtur aus beiden.
Darum geht es bei Windjammers. (WOW, was für eine Überleitung
- Lobpreiset mich.)
Gut, also dann wäre das geklärt. Kommen wir zum sachlichen
Teil: bei Windjammers stehen sich auf einem Spielfeld, auf zwei Seiten
eines Netzes, zwei Spieler gegenüber. Hinter den Spielflächen
jedes Spielers befinden sich je zwei gelbe Tore und ein rotes Tor. Gelbe
Tore geben drei Punkte, rote fünf Punkte. Äh? Ach so - die
Punkte gibt´s, wenn man sie mit einem geworfenen Frisbee trifft.
Außerdem hat das Spielfeld noch Banden, an denen das Frisbee abprallen
kann. Und wenn das Frisbee auf den Boden fällt, gibt´s immerhin
zwei Punkte. Also im Prinzip eine Mischung aus Volleyball und Frisbee.
Aber das erwähnte ich bereits.
Klingt einfach, eh? Ist es auch. Und weil´s so einfach ist, hah
- vermutlich haben sich die Programmierer auch noch gedacht "Hah,
das ist ja so dermaßen einfach, da können wir den Spielern
noch ein paar kleine Nettigkeiten mitgeben." Und das haben sie
auch getan.
Fassen wir´s mal zusammen, was es so gibt:
Mit Knopf A und dem Joystick in die gewünschte Richtung werfen
wir das Frisbee. Mit Knopf A können wir auch, wenn der Gegner die
Scheibe geworfen hat, schnell auf dem Boden in Richtung Frisbee rutschen.
Wir können aber auch A kurz gedrückt halten, dann blocken
wir den Diskus, er fliegt kurz hoch in die Luft, und wir können
ihn fangen. Und während wir warten, bis uns die Scheibe in die
Hände fällt, können wir uns auf einen - ja, es ist halt
ein NG-Spiel - Special-Move vorbereiten. Das geht ganz automatisch,
Hauptsache, es ist genug Zeit. Da fliegt der Frisbee schon mal Zick-Zack
oder dreht fiese Kreisbahnen. Wir können ihm aber auch einen Drall
zur Seite geben. Das tun wir, indem wir eine Kreisbewegung mit dem Joystick
ausführen, während wir werfen - als NG-Spieler sind wir das
ohnehin von den unzähligen Prüglern gewohnt. Und - und das
ist eigentlich so einfach, dass man´s eigentlich am Anfang dieser
Aufzählung erwartet hätte - wir können Härte und
Geschwindigkeit des Wurfs beeinflussen. Je früher wir nach dem
Fangen A drücken, desto schneller der Wurf. Und wenn wir genau
in dem Moment drücken, in dem wir fangen, gibt´s den "Super
Sonic Throw" - ein wirklich **sehr** schneller Wurf, bei dem die
Scheibe als optischen Leckerbissen noch einen Schatten hinter sich herzieht.
Und wenn wir diesen Wurf als Konter zu einem Special des Gegners anbringen,
verwandelt er sich - ohne lästiges Vorbereiten - direkt in den
selben Special des Gegners und fliegt diesem mit höllischer Geschwindigkeit
um die Ohren. So hart, dass es den Gegner meist ein gutes Stück
nach hinten prescht, wenn er sie fängt. Manchmal sogar in sein
eigenes Tor - die Punkte kriegen wir trotzdem.
Erstaunlich, was man alles mit einem Joystick und lediglich einem Knopf
machen kann, hm? Aber Knopf B wird auch noch hin und wieder benutzt:
damit können wir zum einen das Frisbee hoch spielen - so dass es
direkt auf dem Boden landet und wir zwei Punkte kassieren, wenn der
Gegner nicht fängt. Und wir können mit B, wenn die eigene
Figur "aufgeladen" ist, einen alternativen Special aktivieren.
Das war´s dann aber auch schon an Steuerung.
Und das war es dann auch schon, was man zum Spielinhalt wissen muss.
Wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass es sechs Spieler unterschiedlicher
Nationalität gibt, von der Japanerin Mita bis zum deutschen Klaus
Wessel. Die unterscheiden sich hinsichtlich Laufgeschwindigkeit, Härte
des Wurfs und Specials. Und es gibt sechs Spielfelder - vom Strand über
Fußball-Rasen und Tennis-Sand bis hin zu einem Betonplatz. Die
unterscheiden sich in puncto Größe und Torgröße,
und einige davon haben sogar noch Hindernisse am Netz, an denen das
Frisbee abprallen kann. Spielt man gegen den Computer, gibt es nach
dem zweiten und vierten Match je eine Bonusrunde. In der ersten darf
man als Hund das Frisbee fangen, in der zweiten spielt man Bowling mit
der Scheibe.
Aber gegen den Computer ist das Spiel recht schnell öde. Glücklich
schätzen darf man sich, wenn man einen Mitspieler zur Hand hat:
dann erst macht Windjammers so richtig Laune. Vor allem ist es extrem
leicht zu lernen, die Steuerung hat man schon nach wenigen Würfen
intus - selbst Videospielemuffel laufen leicht Gefahr, süchtig
zu werden. Somit ist es das ideale Party-Spiel.
Was vergessen? Ach ja, den Kram, den ich sonst immer ellenlang bei
meinen Reviews beschreibe: nämlich Grafik und Sound. Machen wir´s
kurz: die Grafik ist zweckmäßig und nett, wäre aber
selbst auf einem Sega Mega Drive schlicht und ergreifend Mist. Der Sound
dudelt nett-belanglos vor sich hin, ist aber, außer einigen netten
Sprachsamples, ebenfalls für die Tonne.
Ist aber auch völlig wurscht bei solch einem fesselnden Spielchen
- oder würde irgendjemand bei Tetris hochauflösende 3D-Grafik
und orchestralen Dolby-Surround-Sound vermissen? Eben.
Bleibt ein geniales, kurzweiliges Party-Spiel, vorausgesetzt, man hat
Mitspieler. So genial und kurzweilig, dass man auch auf Sommer, Strand
und Frauen verzichten kann. Und außerdem kann man sich nebenher
noch bedenkenlos mit den Kumpels vollaufen lassen, ohne Gefahr zu laufen,
sich vor gutaussehenden spärlich bekleideten Frauen zu blamieren,
hrhrhrhr...
Trotzdem "nur" neun Punkte, da der Einzelspielermodus wie
gesagt zu schnell langweilig wird.
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