Zelda - A Link to the Past
Action-Adventure

Minrod
März 09
 

Einige der schönsten Erinnerungen im Bezug auf Videospiele verbinde ich definitiv mit dem dritten Zelda-Abenteuer für das Super Nintendo. Obwohl ich damals nur im Besitz eines Mega Drive war, habe ich es tagelang bei einem Freund spielen dürfen. Mit leuchtenden Augen saßen wir stundenlang vor dem Fernseher und waren vor lauter Begeisterung zu nichts anderem mehr fähig. "The Legend of Zelda - A Link to the Past" war einfach so gut, dass man ans Aufhören gar nicht mehr denken konnte. Aber es war nicht nur so gut, sondern ist es immer noch. Es ist eines der wenigen Spiele, die man bedenkenlos als perfekt bezeichnen darf. Es vermag wirklich immer wieder aufs Neue zu fesseln, egal wie oft man es bereits durchgespielt hat. Somit ist es nicht verwunderlich, dass "A Link to the Past" einen unglaublich hohen Kultstatus besitzt. Im Lager der Zelda-Gemeinde liefert es sich mit dem gleichwertigen "Ocarina of Time" noch bis heute ein Kopf an Kopf-Rennen um den Titel des besten Zelda-Spieles. So mag sich der eine oder andere nun fragen, welches Geheimnis sich hinter dem Erfolgsrezept dieses Spieles verbirgt. Genau das versuche ich nun aufzudecken.

Nach dem zweiten, plattformlastigen Zelda-Titel orientiert sich "A Link to the Past" wieder an den Wurzeln. Somit wird es komplett aus der Vogelperspektive gespielt. Mit besonders auffallend farbigen Grafiken vermittelt es auf Anhieb eine wunderschön märchenhafte Atmosphäre, die durch eine räumliche Darstellungsweise der einzelnen Schauplätze sowie den gekonnten Einsatz von Wettereffekten noch zusätzlich stark verdichtet wird. Hier wird Bitmap-Kunst in höchsten Gefilden zelebriert. Musikalisch wird man ebenfalls nach Strich und Faden verwöhnt, wobei die bekannten Zelda-Hymnen selbstverständlich nicht zu kurz kommen. Eine vorbildliche technische Umsetzung alleine macht aber noch lange kein gutes Spiel aus. Die geheimen Zauberworte im Fall von "A Link to the Past" lauten Vielseitigkeit und Abwechslung.

Das gesamte Abenteuer, das sich um den Bösewicht Ganon und die goldene Macht des Tri-Force dreht, spielt sich in zwei sehr umfangreichen Gebieten, der Licht- und der Dunkelwelt, ab. In groben Zügen sind sich beide sehr ähnlich, aber aufgrund unterschiedlich platzierter Hindernisse ganz anders zu handhaben. Während die grüne und sonnige Lichtwelt eher weiträumig zugänglich ist, muss man sich in der Dunkelwelt stets den Kopf über das Weiterkommen zerbrechen. Der ständige Wechsel zwischen den Welten mittels eines magischen Spiegels ist somit ein essentieller Bestandteil des Spieles. Und dadurch ist natürlich ein extrem großer Endeckungsspielraum vorhanden. Zahlreiche versteckte Items, Herzteile und Fähigkeiten warten nur darauf vom Spieler aufgespürt zu werden. Vieles wird zwangsläufig zum Weiterkommen benötigt und lässt sich mittels einiger Hinweise auch gut finden. Es gibt aber auch einige wirklich gut versteckte Sachen, die man sich nur mit viel Grips aneignen kann. Durch den vielseitigen Einsatz der zahlreichen Items kommen auch die Adventure-Aspekte gut zur Geltung. Gerade in den zahlreichen Dungeons, die nach wie vor mit Karte, Kompass und dem Master-Key aufwarten, muss man eine Unmenge an interessanten Rätseln lösen. Zusätzlich mit teilweise ganz gemeinen Gegnern garniert, stellen die Dungeons eine exzellente Mischung aus Action- und Adventure-Elementen dar. Das gleiche trifft auf die großen Dungeon-Bosse zu, denen nicht nur mit roher Gewalt sondern ebenso mit Köpfchen beizukommen ist. Wem das an Abwechslung nicht reicht, dem ist nicht mehr zu helfen. Vielleicht doch mit Mini-Spielen? Diese feierten bei "A Link to the Past" ihre Prämiere und sind ihrer Bezeichnung noch treu ergeben. Mehr als eine Minute braucht man für die Spielchen nicht, so dass sie wirklich nur zur Auflockerung des Geschehens beitragen.

Ich hoffe, dass ich mit meinen Worten den Zauber dieses Spieles einigermaßen begreiflich darstellen konnte. Für mich persönlich ist "The Legend of Zelda - A Link to the Past" schlichtweg eines der besten Spiele, die jemals das Licht der Welt erblickten. Nur wenige andere kommen an dieses kleine Meisterwerk heran, und ich bin mir sicher, dass alle, die das Spiel seinerzeit genossen haben, genauso denken. Kennt man es wirklich noch nicht, dann sollte man schleunigst die Anschaffung eines Super Nintendo- bzw. eines Game Boy Advance-Moduls in die Wege leiten.

Ja, ihr habt richtig gelesen, das ursprüngliche SNES-Spiel wurde zum Glück neu für den GBA aufgelegt, und zwar von Capcom als Auftragsarbeit. Dabei handelt es sich aber nicht nur um eine simple Konvertierung. Neben dem getreu übernommenen "A Link to the Past" findet man auf dem Modul noch ein neues Zelda-Abenteuer mit dem Titel "Four Swords". Dieses Multiplayer-Spektakel kann aber wie der Name schon sagt wirklich nur zu viert gespielt werden, was ich mangels Mitspieler und Hardware noch nicht testen konnte. Man benötigt dafür vier GBA-Geräte, vier Zelda Module und vier Verbindungskabel. Das ist ein sehr hoher Aufwand für ein, wie man hört, recht kurzes Vergnügen. Als Belohnung darf man sich jedoch über einen exklusiven Bonus-Dungeon bei "A Link to the Past" freuen.

Als Besitzer einer Nintendo-Wii-Konsole kommt man an das dritte Zelda-Spiel noch leichter heran. Man kann sich das Original einfach im Virtual-Shop herunterladen, sofern man keinen Wert auf ein handfestes Modul mit allem drum und dran legt.